MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Vatanen fordert Sotschi-Absage

"Wir müssen reagieren!" – der ehemalige FIA-Präsidentschaftskandidat Ari Vatanen fordert eine Absage des Formel-1-Rennens in Sotschi.

Der ehemalige Rallyeweltmeister Ari Vatanen, 2009 bei der Wahl zum FIA-Präsidenten Jean Todt unterlegen, fordert eine Absage des Grand Prix von Russland: "Unterstützen wir das Regime, das dieses Blutvergießen steuert? Oder sagen wir, das ist nicht korrekt? Nach Russland zu gehen, würde eine Botschaft der Akzeptanz setzen", erklärt der 62jährige in der Donnerstagsausgabe des Telegraph.

"Es heißt oft, dass die Formel 1 Politik und Sport nicht vermischen soll, aber das russische Regime vermischt Politik und Sport bereits auf offensichtliche Art und Weise, also müssen wir reagieren. Es ist nun Aufgabe von Bernie [Ecclestone; Anm.] und den Rechteinhabern, das Rennen abzusagen", fordert der ehemalige EU-Parlamentarier und spricht von einer außergewöhnlichen Situation, wie es sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben habe.

Es liege nun an den Verantwortlichen, die richtigen Maßnahmen zu setzen: "Wir müssen uns fragen, wie sich die Geschichte eines Tages an uns erinnern wird, und was wir getan haben oder auch nicht." Doch Bernie Ecclestone denkt offenbar nicht an eine Absage: "Ich sehe keine Probleme für Sotschi", so der Formel-1-Boss in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit dem Schweizer Blick. "Wir haben einen Vertrag, und ich respektiere Verträge. Also fahren wir dort."

Es sei denn, der Grand Prix wird von politischer Seite unterbunden, denn laut unbestätigten Informationen der Financial Times zieht die Europäische Union in Betracht, jegliche internationale Großveranstaltungen in Russland zu boykottieren. Inwieweit daran auch die Formel 1 und ihre Protagonisten gebunden wären, ist derzeit noch unklar, doch die Russland-Skeptiker im Formel-1-Paddock nehmen langsam zu.

Letztendlich haben nur Ecclestone oder FIA-Präsident Jean Todt die Macht dazu, den Grand Prix von Russland abzusagen. Ein von den Teams initiierter Boykott des Rennens am 12. Oktober gilt als sehr unwahrscheinlich, doch Vatanens deutliche Kommentare sind wohl kein Zufall: Der Finne war 2009 zwar Todts Gegner um das höchste Amt im Automobilweltverband, doch inzwischen haben die beiden ihre Rivalität beigelegt.

"Natürlich weiß Jean über meine Aussagen Bescheid, wir haben darüber gesprochen. Wir sind Freunde", deutet Vatanen an, dass er ein inoffizielles Sprachrohr des FIA-Präsidenten sein könnte. "Ich denke, teilweise teilt er meine Meinung. Es stimmt, dass ihm die Hände gebunden sind. Ich kann viel freier sprechen als er. Ich sage nicht, dass er mit allem übereinstimmt, was ich sage, aber er selbst hat wesentlich weniger Spielraum für solche Manöver."

Todt selbst hat bisher keine Absage des Russlandlaufs gefordert, soll aber als Privatperson durchaus Bedenken haben. Zufall oder nicht: Der Abschuss des Linienflugs MH17 am 17. Juli über der Ostukraine, bei dem 298 Insassen ums Leben kamen, wird gemeinhin prorussischen Separatisten zugeschrieben. In Malaysia, der Heimat von Todts Lebensgefährtin Michelle Yeoh, ist dieser Zwischenfall naturgemäß besonders emotional behaftet.

News aus anderen Motorline-Channels:

Formel 1: Interview

Weitere Artikel:

Toto Wolff gingen die Streitigkeiten zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg 2016 zu weit, sodass er beide Fahrer kurzzeitig freistellte und eine Warnung aussprach

Zwei Reifentöpfe und "Lex Rene Rast"

So sieht das neue DTM-Reglement aus

Die DTM hat kurz vor dem Auftakt das Reglement 2026 veröffentlicht: Wie die Teams jetzt strategisch gefordert werden und was es mit der Lex Rene Rast auf sich hat

Mick Schumacher im Interview

"Großartige Dinge am Horizont"

Nach den ersten vier Rennwochenenden seiner ersten IndyCar-Saison spricht Mick Schumacher über Herausforderungen, Hoffnungen, Pläne und die Formel 1

Marko jetzt RB Ring Botschafter

Helmut Marko erklärt fehlenden "Max-Faktor"

Helmut Marko kennt Max Verstappen besser als fast jeder andere - Und er weiß genau, warum er mit dem aktuellen Red Bull nicht den Unterschied machen kann

Rechbergrennen 2026: Bericht

Wochenende voller Rekorde

Der Rechberg erlebt ein Wochenende voller Rekorde…auch bei der 52. Auflage. Christian Merli und Ronnie Bratschi sind die Dominatoren des Berg-Klassikers. Christoph Lampert bester Österreicher. Neuer Streckenrekord bei den Tourenwagen und Höchstleistungen im Almenland