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Formel 1: Analyse Die Formel 1 ist 2026 erst einmal langsamer geworden
Sutton Images

Analyse: Wie langsam ist die neue Formel 1 wirklich?

Einige Beobachter befürchteten 2026 einen deutlichen Einbruch der Formel-1-Rundenzeiten - Der Wintertest in Bahrain zeigt, dass diese Sorge unbegründet war

Noch bevor die Formel-1-Autos der neuen Generation auch nur einen Meter gefahren waren, gab es unter einigen Fans Befürchtungen, dass die Königsklasse durch das neue Reglement deutlich langsamer als in den vergangenen Jahren werden könnte.

Teilweise war sogar die Rede davon, dass die Formel 1 kaum noch schneller als die Formel 2 sein werde. Nach den beiden Testwochen in Bahrain steht nun fest, dass zumindest die Worst-Case-Szenarien, die von einigen gezeichnet wurden, nicht eintreffen.

Denn die Zeiten in Sachir waren zwar langsamer als in den Vorjahren, jedoch nicht in einem dramatischen Ausmaß. Ferrari-Pilot Charles Leclerc setzte am letzten Tag des Tests die Bestzeit in 1:31.992 Minuten. Zum Vergleich: Die Pole-Zeit der Formel 2 in Bahrain lag 2025 bei 1:44.008 - also zwölf Sekunden darüber.

Interessant ist zudem ein Vergleich mit den Winterbestzeiten der Formel 1 in den Vorjahren. 2025 hatte Carlos Sainz die überraschende Bestzeit in Bahrain in 1:29.348 gesetzt. Der Williams-Pilot war damit rund 2,6 Sekunden schneller als Leclerc in diesem Winter.

Warum ein Vergleich zwischen 2025 und 2026 unfair ist

Das deckt sich fast mit den Prognosen der FIA im vergangenen Jahr. Formelsport-Leiter Nikolas Tombazis hatte damals erklärt: "Laut unseren Simulationen werden die neuen Autos zu Saisonbeginn zwischen einer und zweieinhalb Sekunden langsamer sein."

Der genaue Wert wird von Strecke zu Strecke unterschiedlich sein, doch zumindest im Hinblick auf die Testfahrten in Bahrain lag die FIA nicht weit daneben. Wichtig bei diesem Vergleich zwischen 2025 und 2026 ist zudem die Tatsache, dass das Formel-1-Reglement zwischen 2022 und 2025 vier Jahre lang mehr oder weniger stabil war.

Während sich die Boliden im vergangenen Jahr also bereits am Ende ihres "Lebenszyklus" befanden, stehen die Autos 2026 noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung - und haben somit bei der Performance noch deutlich Luft nach oben.

Fairer wäre daher ein Vergleich der Winterzeiten von 2026 und 2022, als die damaligen Bodeneffektautos noch komplett neu waren. Damals setzte Max Verstappen die Bestzeit in 1:31.720 Minuten. Der Red-Bull-Pilot war damit also lediglich knapp 0,3 Sekunden schneller als Leclerc in diesem Jahr.

Natürlich muss man bei einem Direktvergleich vom Testzeiten immer vorsichtig sein, weil nie ganz klar ist, wie sehr Fahrer und Auto bereits am Limit waren. Dazu kommen möglicherweise weitere Faktoren wie unterschiedliche Streckenbedingungen.

Langsamere Autos unter neuem Reglement normal

Bekannt sind allerdings die Reifenmischungen, und da setzte Verstappen seine 2022er-Bestzeit auf der weichsten C5-Mischung. Leclerc war dagegen in diesem Jahr "nur" auf C4-Reifen unterwegs, wodurch sich die Bestzeiten aus 2022 und 2026 in der Theorie sogar noch mehr annähern.

Nach den Eindrücken aus Bahrain sind die neuen Formel-1-Autos also mit Sicherheit nicht dramatisch langsamer als die Vorgängergeneration. Zwar gibt es Unterschiede dabei, wie die Rundenzeiten zustande kommen. Unterm Strich stehen aber zumindest nach den Wintertests recht ähnliche Werte.

Und geht man nun davon aus, dass die Entwicklungskurve bei den neuen Boliden ähnlich verläuft, dürften diese in den kommenden Jahren noch um mehrere Sekunden schneller werden, sodass auch die Zeiten der 2025er-Autos irgendwann wieder erreicht werden.

Dass Formel-1-Autos bei einem komplett neuen Reglement erst einmal deutlich langsamer werden, zeigt sich beispielsweise auch an einem Vergleich der Winterbestzeiten in den Jahren 2021 und 2022. 2021 war Max Verstappen mit einer 1:28.960 der schnellste Mann in Bahrain.

Ein Jahr später fuhr er die bereits angesprochene Bestzeit in 1:31.720, war also knapp 2,8 Sekunden langsamer. Der Unterschied war damals also sogar noch größer als in diesem Testwinter (rund 2,6 Sekunden). Um eine "zu langsame" Formel 1 muss sich in diesem Jahr also niemand Sorgen machen.

Motorsport-Total.com

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