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Formel 1: News

Jerez wird ein Zuverlässigkeitstest

Der Mercedes-Motorsportchef Tot Wolff glaubt nicht, dass beim ersten Test der Formel 1 in Jerez mit Motorschäden zu rechnen ist.

Wenn am 28. Januar in Jerez die Boliden einer neuen Formel-1-Generation erstmals auf die Strecke gehen, weiß niemand so genau, was die Königsklasse erwartet. Während manche Beobachter mitunter Kinderkrankheiten leidenden Turbomotoren und mehr Reparaturen als Fahrbetrieb rechnen, glauben andere Experten an Wagen, die definitiv keinen Schönheitspreis gewinnen. Toto Wolff ist optimistischer: "Ich denke nicht, dass es ein Blutbad wird", orakelt der Mercedes-Motorsportchef gegenüber Autosport.

Der Österreicher rechnet nach eigener Aussage mit Autos auf der Strecke und nicht mit zusammenbrechenden Konstruktionen. Nach der Absage der finanziell angeschlagenen Lotus-Mannschaft hatte deren Teamchef Eric Boullier angedeutet, dass weitere Teams fehlen könnten. Auch die Zuverlässigkeit der 1,6-Liter-Aggregate mit erheblicher KERS-Power war in Zweifel gezogen worden. Wolff beschwichtigt Schreckensszenarien, erwartet aber keinen Routinebetrieb: "Es wird kein gewöhnlicher Test, wo Regeln ausgelotet und 100 Runden am Tag abgespult werden."

Vielmehr würde es darum gehen, Zuverlässigkeit zu gewährleisten. "Das ist Teil der Entwicklung", spielt der Mercedes-Boss auf die größte Regelnovelle der vergangenen Jahre an und meint weiter, dass das Sondieren der eigenen Probleme der Sinn des Testens sei. Wolff ist sich sicher, dass die neue Formel-1-Saison die Fans in ihren Bann zieht: "Was wir in der kommenden Saison sehen werden, ist einfach 'Wow'!" Er spricht über die Einsparung von rund einem Drittel an Benzin bei gleichem Leistungsniveau, unter der Haube eines nach Rennwagen aussehendem Fahrzeug.

Allerdings werden die Temperaturfühler und die Tanknadel deutlich wichtiger als noch in den Jahren zuvor. "Die Kühlung ist ein Thema", räumt Wolff ein und wähnt die größten Siegchancen beim cleversten Sparfuchs: "Mit dem Treibstoff zu haushalten wird der Schlüssel sein, wenn zur gleichen Zeit weniger aerodynamischer Abtrieb zur Verfügung steht." Ihre Lektionen bei Strategie und Renneinteilung müssten die Teams aber lernen, wenn die Ampel im Ernstfall auf Grün springt. "Wer auch immer das schneller hinbekommt, wird auf der Höhe sein", blickt der 42-Jährige voraus.

Während tiefe Einschnitte in die technischen Grundlagen der Königsklasse immer eine Kontroverse bieten, erkennt er darin die Identität der Formel 1: "Es ist eine große Herausforderung mit einem Wettbewerb der Ingenieure. Das ist ein essenzieller Teil", findet der Wolff, der als Jugendlicher selbst eine Rennfahrer-Laufbahn einschlagen wollte. "Sie war immer erfolgreich und wurde die Nummer eins im Motorsport, weil es um Innovation und Konkurrenz der Piloten geht, aber auch der Teams."

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