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Formel 1: News

Ron Dennis spricht Klartext

McLaren-Boss Ron Dennis fordert eine neue Herangehensweise und einen neuen Ablauf für das Rennwochenende, er beklagt sinkende TV-Zahlen…

Das Reglement 2014 ist trotz der zuletzt großartigen Rennen nicht nur auf Begeisterung gestoßen. Der leise Sound der neuen Turbo-Antriebseinheiten wurde teils heftig kritisiert, zudem gibt es Stimmen, wonach die aktuelle Formel 1 für den Zuschauer zu kompliziert sei. Auch die sinkenden TV-Zuschauerzahlen und die auf manchen Kursen leeren Ränge zeugen davon, dass es Optimierungsbedarf gibt.

Aus diesem Grund wurde von Bernie Ecclestone eine Arbeitsgruppe gegründet, um die Popularität des Sports zu verbessern - Teil dieses erlesenen Kreises sind neben dem Formel-1-Boss und FIA-Rennleiter Charlie Whiting die Teamvertreter Toto Wolff (Mercedes), Marco Mattiacci (Ferrari), Christian Horner (Red Bull) und Vijay Mallya (Force India).

Dennis lässt sich nicht mundtot machen

Nicht berücksichtigt wurde McLaren-Boss Ron Dennis - und das kam beim stolzen Briten gar nicht gut an. Dabei hat sich das Formel-1-Urgestein durchaus seine Gedanken zur Zukunft der Königsklasse des Motorsports gemacht. Während einige Teamvertreter davor warnen, das Rad neu erfinden zu müssen, fordert Dennis eine Revolution.

"Die Formel-1-Teams müssen sich neu erfinden", sagt er gegenüber Autosport. "Wir müssen uns verändern. Das aktuelle Modell haben wir über Jahre hinweg weiterentwickelt, aber eine Evolution ist nicht immer ein guter Weg, um weiterzukommen. Wir können also entweder die Veränderung durchziehen, oder sie auf eigene Gefahr ignorieren."

Woran es genau krankt und wo man ansetzen müsste, erschließt sich allerdings auch für die Dennis nicht - man müsse die Sache aber so rasch wie möglich anpacken. "Wenn man die TV-Zahlen analysiert, dann sieht man dass sie insgesamt um 40 bis 45 Prozent gefallen sind", sagt er. "Die Formel 1 hat sich zwar besser als viele andere Sportarten gehalten, aber trotzdem sind die Zahlen im Keller. Wir müssen analysieren, warum das so ist, und dann etwas auf Basis dieser Fakten tun."

Gesamtpaket zu wenig attraktiv

Noch eine weitere Anomalie ist Dennis aufgefallen: "Wie kann es sein, dass wir in Silverstone vor ausverkauftem Haus fahren, und dann nach Deutschland kommen, wo es nur halbvoll ist? Liegt es an den Ticketpreisen? An den Nationalhelden? Es muss auf jeden Fall einen Grund geben, und wir müssen uns der Sache annehmen. Ich möchte bei McLaren damit beginnen."

Dennis fordert bei den Verantwortlichen einen breiteren Horizont: "Wir dürfen nicht egoistisch sein und glauben, dass wir nur das Rennen im TV übertragen brauchen. Wir benötigen mehr Daten auf dem Bildschirm, und unsere Auseinandersetzung mit jüngeren Leuten muss tiefer gehen."

Er glaubt, dass das Gesamtpaket Formel 1 besser werden muss und bezieht sich dabei gar nicht so sehr auf den Grand Prix selbst: "Das Rennen ist ein bisschen wie ein Trapezakt am Ende einer Zirkusvorführung. Jeder freut sich auf diesen Höhepunkt, aber bei uns sind die anderen Nummern nicht gut genug - und der Ablauf, wie wir den Grand Prix selbst aufbauen." Um eine Verbesserung zu erreichen, sollten sich die Verantwortlichen laut Dennis von anderen Sportarten wie Kricket oder dem America's Cup inspirieren lassen.

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