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Formel 1: Analyse

FIA: Ausritte automatisch bestrafen

Slalom durch die Auslaufzone: So stellt sich Rennleiter Charlie Whiting das Ende der Diskussionen um das Verlassen der Strecke vor.

Die FIA will die Diskussion um das Verlassen der Rennstrecke (also das Überschreiten der sogenannten "track limits") beenden, indem sie die Auslaufzonen der Formel-1-Kurse so gestaltet, dass die Piloten sie nur mit Inkaufnahme von Zeitverlust passieren können. Rennleiter Charlie Whiting hält die Vorgehensweise für erprobt und einen gangbaren Weg für die Zukunft. "Wir haben Möglichkeiten entwickelt, bei denen die Fahrer auf einem bestimmten Weg zurück auf die Strecke müssen, der sie automatisch langsamer macht", erläutert der Brite seine Idee.

Mögliche Hilfsmittel könnten Kerbs in den Auslaufzonen sein, die mit den Boliden nicht überfahren werden können, ohne diese zu beschädigen. Ergo müsste ein zeitintensiver Slalom um sie herum bestritten werden. "Wir haben es schon auf einigen Strecken getan, auf denen die Situation ähnlich ist wie jene in Mexiko", sagt Whiting über das dortige Rennen vor knapp zwei Wochen. "Ich denke da an die zweite Schikane in Monza und auch an die letzte Schikane in Montréal."

Im Anschluss hätte es keinerlei Diskussion über das Verlassen der Rennstrecke mehr gegeben. Dass im Autódromo Hermanos Rodríguez nicht vor dem Rennen gehandelt worden sei, begründet Whiting damit, dass bei der Premiere 2015 das Abkürzen der Kurvenkombination nach der Start- und Zielgerade nicht vorgekommen sei: "In Mexiko gab es im vergangenen Jahr kein Problem. Damals war der Rasen aber noch ganz neu, und es war viel feuchter. In diesem Jahr war es viel einfacher, querfeldein zu fahren."

Mercedes-Pilot Nico Rosberg würde solche Maßnahmen begrüßen: "Es wäre gut, wenn wir etwas hätten, das uns in den Auflaufzonen einbremst." Slalomkurse bedeuteten aber eine Absage an die von vielen Aktiven geforderten Kiesbetten. "Das wäre nicht schlecht, und ich würde es unterstützen; dann wäre es wie in Suzuka – das perfekte Beispiel", meint Toro-Rosso-Pilot Daniil Kvyat und nennt ein weiteres Problem: "Je mehr Auslaufzonen es gibt, umso eher will man sie nutzen."

Im Umkehrschluss erhöhe sich die Sicherheit durch ein Kiesbett, das seit geraumer Zeit im Verdacht steht, für Überschläge zu sorgen, weil es Autos bei hohen Geschwindigkeiten aushebelt. Hinzu kommt, dass die Streckenbetreiber ihre Anlagen auch für Motorradrennen attraktiv machen wollen, was mit Kunstrasen nicht möglich ist. "Ein Kiesbett ist da ein guter Kompromiss", sagt Kvyat, dem auch hohe Randsteine nicht schmecken – in Spielberg wurde er heuer ein Opfer der sog. "Baguette"-Kerbs.

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