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WRC Rallye Akropolis 2026 Sebastien Ogier (Toyota) gewinnt die Rallye Akropolis 2026
Jaanus Ree / Red Bull Content Pool

Sieg für Ogier nach Doppel-Plattfuß bei Neuville

Sebastien Ogier (Toyota) feiert bei der Akropolis-Rallye seinen zweiten Saisonsieg in der Rallye-WM - Kontrahent Thierry Neuville (Hyundai) verliert nach Reifenschaden

Toyota-Pilot Sebastien Ogier hat sich bei der Akropolis-Rallye in Griechenland, dem achten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2026, seinen zweiten Saisonsieg gesichert. Vorausgegangen war ein packender Zweikampf gegen Hyundai-Pilot Thierry Neuville, der durch ein bitteres Reifen-Drama beim Belgier jäh entschieden wurde.

Mit einem hauchdünnen Rückstand von 4,1 Sekunden auf das Hyundai-Duo Thierry Neuville und Martijn Wydaeghe waren der neunmalige Weltmeister Ogier und sein Beifahrer Vincent Landais in die entscheidenden vier Wertungsprüfungen am Sonntag gegangen.

Zuvor hatten sich die beiden Ausnahmekönner auf den unerbittlichen Schotterpisten am Freitag und Samstag ein episches Kopf-an-Kopf-Duell geliefert, bei dem sie nie mehr als elf Sekunden voneinander getrennt waren. Gleich auf der ersten Prüfung des Schlusstages blies Ogier zum Angriff und nahm Neuville 1,3 Sekunden ab.

Als beide dann auf der 15. WP bis auf die Zehntelsekunde exakt die gleiche Zeit in den Schotter brannten, war der Tisch für einen wahren Showdown auf den letzten beiden Prüfungen gedeckt. Während die Rally1-Konkurrenz reihenweise an der gnadenlosen Route verzweifelte, waren die beiden Führenden bis dahin von Reifenproblemen verschont geblieben.

Entscheidung fällt erst bei der vorletzten Prüfung

Doch auf der vorletzten Prüfung schlug das Schicksal erbarmungslos zu: Neuville handelte sich hinten gleich einen doppelten Plattfuß ein. Der Belgier verlor dadurch auf einen Schlag insgesamt 53,5 Sekunden - und damit nicht nur das mitreißende Duell gegen Ogier, sondern auch den Gesamtsieg bei der Akropolis-Rallye.

Genau auf dieser Prüfung, die Neuville zum Verhängnis wurde, flog Ogier mit einer absoluten Bestzeit förmlich über die Strecke. Sein Vorsprung wuchs vor der abschließenden Powerstage schlagartig auf satte 54,8 Sekunden an.

Auf der ohnehin schon extrem harten Loutraki-Schlussprüfung krönte der Franzose seine Leistung mit einer weiteren grandiosen Fahrt und brachte den Triumph mit 58,3 Sekunden Vorsprung sicher ins Ziel. Da er obendrein die "Super Sunday"-Wertung und die Powerstage für sich entschied, war es schlichtweg ein perfektes Wochenende.

"Die griechischen Götter waren endlich mal auf meiner Seite!", strahlte Ogier im Ziel. "Es war ein unfassbar langes Wochenende, an dem es keine Sekunde zum Durchatmen gab. Ich bin so sanft gefahren, wie es nur irgendwie ging, und habe wirklich versucht, jedem einzelnen Stein auszuweichen."

Toyota-Pilot Katsuta komplettiert das Podium

Kontrahent Neuville zeigte sich verständlicherweise zwiegespalten: "Ich schwanke gerade zwischen tiefer Enttäuschung und irgendwie auch ein bisschen Freude. Das Auto funktioniert hervorragend und wir fühlen uns richtig wohl darin. Dennoch: gemischte Gefühle."

"Ein großes Fair-Play an Ogier, er ist ebenfalls ein unglaubliches Rennen gefahren. Wer weiß, was ohne die Reifenschäden passiert wäre. Aber so ist eben der Rallyesport: In Portugal haben wir von seinem Reifenschaden profitiert, jetzt war er an der Reihe", erinnert Neuville.

Das Podium komplettierte Toyota-Pilot Takamoto Katsuta auf dem dritten Rang. Ein bemerkenswertes Resultat, bedenkt man, dass der Japaner am Freitag als Zweiter auf die Strecke musste und massiv unter dem Nachteil des "Straßenfeger-Effekts" litt.

Dennoch rettete er sich am Ende der ersten Etappe auf den sechsten Platz - und das trotz eines Reifenschadens auf WP4, bei dem sich hinten rechts die Lauffläche ablöste. Aus eigener Kraft pflügte Katsuta am Samstagmorgen dann auf der Strecke an dem M-Sport-Ford-Duo Josh McErlean und Martins Sesks vorbei und schnappte sich den vierten Platz.

Auch Fourmaux von mehreren Reifenschäden betroffen

Adrien Fourmaux im Hyundai lag am Samstagnachmittag noch aussichtsreich auf dem dritten Rang. Am Freitag hatte er sogar kurzzeitig das Klassement angeführt, ehe ihn ein Reifenschaden vorne rechts auf der vierten WP wieder hinter Neuville und Ogier zurückwarf.

Fourmaux befand sich in prominenter Gesellschaft: Viele Fahrer klagten über Plattfüße, weil die überarbeiteten, harten Hankook-Pneus den brutalen Bedingungen schlichtweg nicht immer gewachsen waren. Auf der zwölften Prüfung kassierte der Franzose seinen zweiten Plattfuß und musste den dritten Rang kampflos an Katsuta abtreten.

Am Ende reichte es für Fourmaux nur zum sechstne Platz, weil ihn der Sonntag mit zwei weiteren Reifenschäden drangsalierte. Josh McErlean (M-Sport-Ford) feierte als Vierter derweil das beste WRC-Ergebnis seiner Karriere. Dabei überstand der Ire auf der vorletzten Prüfung sogar noch einen späten Ausritt ins Unterholz.

Letztlich verteidigte er seine Platzierung mit 6,7 Sekunden Vorsprung auf Toyota-Nachwuchsmann Sami Pajari ins Ziel. Pajari selbst hatte auf WP5 fast zwei Minuten durch einen Radwechsel auf der Strecke verloren. Als WM-Spitzenreiter war Elfyn Evans in die Akropolis gestartet - mit der unliebsamen Aufgabe, am Freitag als Erster auf die Piste zu müssen.

Die schlechten Gripverhältnisse kosteten den Waliser prompt über zwei Minuten, was nach der Auftaktetappe nur für den siebten Platz reichte. Obwohl er sich zwischenzeitlich auf Rang fünf vorarbeiten konnte, warf ihn ein Plattfuß auf WP13 wieder zurück. Ein weiterer, schleichender Reifenschaden am Sonntag bremste seinen Vorwärtsdrang endgültig, sodass nur der siebte Gesamtrang blieb.

Elfyn Evans verteidigt seine WM-Führung

Zwar konnte Evans seine Führung in der Weltmeisterschaft verteidigen, sein ehemals komfortables Polster von 20 Punkten auf Katsuta ist nun jedoch auf magere sieben Zähler zusammengeschmolzen. Den achten Platz sicherte sich Martins Sesks im M-Sport-Ford.

Hyundai hatte vor der allerletzten Prüfung aus taktischen Gründen entschieden, das Auto von Dani Sordo aus dem Rennen zu nehmen. Sesks selbst war im Vorfeld durch technische Probleme aufgehalten worden, die zudem eine Strafe von 3:10 Minuten nach sich zogen, weil er den Service-Park am Samstag zu spät verlassen hatte.

Für eine der ganz großen Überraschungen des Wochenendes sorgte Jon Armstrong (M-Sport). Er glänzte am Freitag zeitweise auf einem sensationellen dritten Platz und markierte auf der fünften WP gar die erste WRC-Bestzeit seiner Karriere. Ein bitterer Turboschaden riss ihn am Freitagnachmittag jedoch unsanft aus allen Podiumsträumen.

Auch Oliver Solberg erlebte eine Rallye zum Vergessen. Nach einem frühen Plattfuß fand er nie wirklich seinen Rhythmus und flog auf der siebten Prüfung spektakulär ab. Der Monte-Carlo-Sieger verlässt Griechenland mit einer mageren Ausbeute von nur einem einzigen "Super Sunday"-Zähler.

Komplettiert werden die Top 10 durch den starken WRC2-Sieger Robert Virves und seinen Toksport-Skoda-Teamkollegen Andreas Mikkelsen.

Im WRC Masters Cup konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor trotz gerissenem Radträger gleich am Beginn der Rallye ihre Führung mit Platz fünf behalten.

Der nächste Lauf der diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft findet vom 16. bis 19. Juli 2026 in Estland statt.

Motorsport-Total.com

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