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WRC, Rallye Akropolis: Nach Tag 3 (SP13)
Foto: Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

Showdown am Sonntag: Ogier jagt Neuville!

Dramatische Rallye Akropolis mit vielen Reifenschäden: Nach zwei Etappen führt Neuville knapp vor Ogier. Keferböck schon früh technisch angeschlagen - doch die Zielankunft würde sich lohnen…

Noir Trawniczek

Zufrieden der Gesichtsausdruck von Thierry Neuville gleich am Freitagmorgen - endlich wieder Schotter, der dem Hyundai i20 N Rally1 ganz offensichtlich sehr viel besser schmeckt. So konnten der Belgier und sein Copilot Martijn Wydaeghe zwei höchst dramatische Etappen der bekannt Reifen mordenden Rallye Akropolis sogar als Führende überstehen.

Allerdings spürt der Weltmeister des Jahres 2024 den heißen Atem des Weltmeisters 2025, des Rekord-Champions Sebastien Ogier, dem vor den letzten vier Sonderprüfungen (84 SP-Kilometer, ein Viertel der Distanz) lediglich 4,1 Sekunden fehlen. Was der schnelle Teilzeitpilot am Samstagabend sagt, dürfte bedrohlich für Neuville klingen: „Ich bin noch immer nicht volles Risiko gefahren - wegen der vielen Reifenschäden.“ Ogier hat also noch etwas „im Köcher“, der Sonntag verspricht damit einen spannenden Showdown, ein Weltmeister-Duell um den Sieg…

WM-Leader Elfyn Evans war klar, dass er am ersten Tag den losen Schotter von den Pisten räumen muss - nachdem er am Freitag etwas mehr als zwei Minuten einbüßte, erklärte er: „Ich wusste, dass es hart wird und es wurde noch härter, als wir es erwartet haben.“ Am Samstag konnte Evans die nun bessere Startposition kaum nützen - vor der 13. SP lag er auf Platz fünf. Doch dann kam, was bei vielen kam: ein Reifenschaden. Der ihn auf Platz sieben zurückwarf…

Ziemlich dramatisch lief es auch bei Oliver Solberg. Gleich auf SP2 ein Reifenschaden - und auf SP7 ein Abflug, der ihm wohl selbst ein Rätsel war. Als ihn, neben dem auf einer Böschung gestrandeten Toyota stehend ein Reporter auf die „rutschige Strecke“ ansprach, murmelte der Schwede nur ein: „Ja, rutschig war es sicher…“ Am Samstag setzte Solberg die Rallye fort, mit zehn Strafminuten auf dem Konto ohne jede Punktechance…

Tragisch auch der Franzose Adrien Fourmaux - mit dem Hyundai auf Schotter konnte er bis zur vierten Prüfung sogar die Rallye anführen. Doch dann: Reifenschaden. Der Franzose kämpfte sich jedoch wieder vor auf einen stabilen dritten Platz, rund eine Minute vor Takamoto Katsuta. Doch auf SP12 erneut ein Reifenschaden. Was Katsuta auf Rang drei vorspülte und Fourmaux auf Platz vier zurückwarf - um den Podestplatz zurück zu erobern, müsste Fourmaux am Sonntag 43,6 Sekunden aufholen…

Aus Platzgründen können hier nicht all die Dramen dieser Akropolis Rallye 2026 aufgezählt werden. Doch besonders bitter lief es bei Jon Armstrong im Ford Puma Rally1. Der Ire fuhr eine starke Rallye, auf SP5 konnte er sogar eine Bestzeit markieren und lag auf dem tollen dritten Platz. Doch auf SP6 kam nicht nur der obligate Reifenschaden, sondern auch Verlust von Motorpower, letztendlich ein Turboschaden. Wie gewonnen, so zerronnen. Die Fahnen für M-Sport hält nun Josh McErlean im zweiten Puma auf dem guten fünften Platz liegend hoch….

In der WRC2 führt Skoda-Pilot Andreas Mikkelsen 13,9 Sekunden vor seinem Markenkollegen Robert Virves.

Gerissener Radträger bei Keferböck/Minor

Technikpech hatten auch Johannes Keferböck und Ilka Minor in ihrem Toyota GR Yaris Rally2, die als Tabellenleader des WRC Masters Cup nach Griechenland kamen. Keferböck erzählt: „Der Schaden dürfte schon auf SP2 passiert sein - ein Stein scheint den Radträger beschädigt zu haben. Das war ein schleichender Schaden - auf der dritten Prüfung hat es sich angefühlt wie ein Patschen, und dann dürfte der Träger ganz durchgerissen sein. Dann bewegt sich das Rad lose im Radkasten und da kannst du eigentlich nicht mehr fahren - reparieren haben wir in der nötigen Zeit leider nicht geschafft.“

Am Samstag konnten Keferböck/Minor die Fahrt fortsetzen, mit Unmengen an Strafminuten: „Jetzt heißt es Lernen mit dem Auto - es ist auf Schotter ja trotzdem eine andere Geschichte. Einmal gewinnst du, einmal verlierst du - so ist das halt.“

Allerdings: Nach derzeitigem Stand im WRC Masters Cup würden die beiden Österreicher die Führung im Masters Cup behalten. Der Punktestand bei den Fahrern wäre Keferböck 77, Granados 62, Lafaria 60, Soylu 38 und Vasilakis 35. Es lohnt sich also, am Sonntag ins Ziel zu kommen….

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