RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC Kroatien: Nach Tag 3 (SP16) Hyundai-Pilot Thierry Neuville hat bei der Kroatien-Rallye die Spitze übernommen
Hyundai

Neuville profitiert von Reifenschäden - Keferböck P1 Masters

Hyundai-Pilot Thierry Neuville führt die Kroatien-Rallye vor dem Schlusstag an, nachdem sich die Zwischenfälle im Toyota-Team am Samstag fortgesetzt haben

Thierry Neuville (Hyundai) geht bei der Rallye Kroatien, dem vierten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC), als Spitzenreiter in die Schlussetappe am Sonntag. Auf der Samstagsetappe, die aus acht Wertungsprüfungen (WPs) bestand, verwaltete am Vormittag zunächst Sami Pajari (Toyota) seine Führung vom Freitag.

Auf der zweiten Nachmittagsprüfung (WP14) aber erlitt Pajari in Führung liegend einen Reifenschaden. Der notwendig gewordene Radwechsel kostete knapp zwei Minuten. "Ich habe keine Ahnung, wo ich mir den [Reifenschaden] eingefangen habe. Aber es lässt sich jetzt nicht ändern", sagte Pajari im Ziel von WP14.

Mehr noch: Pajaris Toyota-Teamkollege Takamoto Katsuta, der als Dritter in die Samstagsetappe gegangen war und am Vormittag kurzzeitig die zweite Position von Neuville übernommen hatte, erlitt auf WP14 seinerseits einen Platten. "Auf der Innenseite einer Kurve lag ein Stein. Der hat mir den Reifen aufgeschlitzt. Das ist echt nervig", so Katsuta.

Profiteur der beiden Reifenschäden (es waren nicht die einzigen im Toyota-Team am Samstag) war Hyundai-Pilot Neuville. Der Belgier markierte am zweiten Tag der Kroatien-Rallye zwar keine einzige WP-Bestzeit, geht aber mit einem Vorsprung von 1:14 Minuten auf Katsuta in die Schlussetappe am Sonntag. Pajari liegt knapp 32 Sekunden hinter Katsuta zurück.

"An diesem Wochenende läuft es einfach", so die Aussage von Neuville im Ziel der Samstagsetappe. "Wir haben etwas gefunden, womit wir uns wohlfühlen. Und siehe da, wir sind in der Lage, an der Spitze mitzukämpfen. Ich habe an diesem Wochenende wirklich ein gutes Gefühl im Auto und genieße es." Hyundai hat für die Kroatien-Rallye Veränderungen an den Dämpfern und am Differenzial vorgenommen.

Auch hinter den Top 3 hat es am Samstag Verschiebungen gegeben. Neuvilles Hyundai-Teamkollege Adrien Fourmaux, als Fünfter in den Tag gegangen, beschädigte sich bei einem Zwischenfall auf der letzten Vormittagsprüfung (WP12) die Radaufhängung seines i20 N und musste aufgeben.

Hayden Paddon (Hyundai) ist weiterhin Vierter im Klassement. Neuer Fünfter nach Fourmaux' Ausfall ist nun der Spitzenreiter in der WR2-Wertung, nämlich Leo Rossel im Lancia Ypsilon HF. Der Franzose führt das WRC2-Feld mit einer Minute Vorsprung auf seinen jüngeren Bruder Leo Rossel (Citroen) an.

Oliver Solberg mit Frust im Bauch: Sechs WP-Bestzeiten, zwei Platten

Toyota-Pilot Oliver Solberg, der am Freitag direkt auf der ersten Wertungsprüfung in einen Graben gerutscht war und den Tag vorzeitig hatte aufgeben müssen, war am Samstag mit umgekehrter Startreihenfolge derjenige, der als Erster auf die Strecke ging.

Davon machte er vor allem am Vormittag Gebrauch, denn alle vier WP-Bestzeiten vor dem Mittagsservice (WP9-12) gingen an Solberg. "Mit meiner Performance heute bin ich zufrieden, aber natürlich noch immer extrem enttäuscht wegen gestern", sagte Solberg am Mittag im Service-Park.

Am Nachmittag erlitt aber auch Solberg einen Platten vorne links, und zwar auf WP13 und somit eine Prüfung früher als es die Reifenschäden an den Autos seiner Toyota-Teamkollegen Pajari und Katsuta gab. Das Ziel von WP13 erreichte Solberg mit großem Rückstand in langsamer Fahrt. Für WM-Punkte kommt der Schwede aber ohnehin nur noch am Sonntag infrage. Gleiches gilt für seinen in der WM führenden Teamkollegen Elfyn Evans, der seinerseits am Freitag einen Unfall hatte.

Nachdem sich Solberg am Samstag vor seinem Reifenschaden alle vier WP-Bestzeiten des Vormittags gesichert hatte, gingen am Nachmittag noch zwei weitere WP-Bestzeiten an ihn. Die anderen zwei Bestzeiten holten sich Katsuta und Evans. Auf WP16 hatte Solberg abermals einen Reifenschaden, nachdem der linke Vorderreifen langsam Luft verloren hatte. "Das war schon ein bisschen seltsam, aber es ist okay. Immerhin habe ich die anderen Prüfungen gewonnen", sagte Solberg im Etappenziel.

Feuer im M-Sport-Ford von Josh McErlean

Auch das Ford-Team M-Sport kam am Samstag nicht ohne Probleme über die acht Asphaltprüfungen des Tages. Sowohl Jon Armstrong, der am Freitag einen Unfall hatte, als auch Teamkollege Josh McErlean fingen sich am Samstagnachmittag ihrerseits Reifenschäden ein. McErlean kämpfte zudem mit einer beschädigten Felge, nachdem seine Ersatzräder allesamt schon aufgebraucht waren.

Der größte Zwischenfall im M-Sport-Team war am Samstag aber ein Feuer, das auf WP10 im Ford Puma von McErlean züngelte. Ursache war ein Kabelbrand. Während McErlean und Beifahrer Eoin Treacy das Feuer löschten, vergingen sieben Minuten. Im Klassement liegen McErlean und Teamkollege Armstrong nach der Samstagsetappe im hinteren Bereich der Top 20.

Keferböck/Minor weiter auf Platz 1 im WRC Masters Cup

Johannes Keferböck und Ilka Minor liegen weiterhin auf Kurs und führen im WRC Masters Cup rund sechs Minuten vor dem Türken Ugur Soylu. Das K4 Rallye Team belegt im Toyota GR Yaris Rally2 aber auch den guten 23. Gesamtrang bzw. in der WRC2 Platz 13 von 20 Teams in der Wertung.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

AARC, Rally Zelezniki: Vorschau

Regner kann Führung im Alpe Adria Cup erobern!

3 Teams aus Österreich, 3 Teams aus Italien, 3 Teams aus Ungarn und 2 Teams aus Tschechien werden am kommenden Wochenende nördlich von Laibach bei der vierten AARC/AART Rallye in Slowenien erwartet.

TEC7 ORM Rallye Backstage - Podcast #4

Gespräch mit Manfred Stohl: Von heiter bis düster

Eine Stunde mit Manfred Stohl - Österreichs WM-Vierter 2006 und nunmehrige Betreiber der Stohl Group ist eines ganz sicher: Geradlinig - und oft auch recht heiter. Seine Prognosen für die Zukunft der Rallye-Weltmeisterschaft sind hingegen düster, seine Aussagen zu Österreichs aktuellen Rallye-Hoffnungen markig.

ARC, ET König Rallye: Bericht Friedl

„Big moments“ aber auch heikle Situationen

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten sowohl mit einigen kniffligen Situationen als auch mit emotionalen Highlights ein gutes Ergebnis einfahren.

ARC, Mühlstein Rallye: Startklar!

SG Toolbox Mühlstein Rallye startet durch!

Am 7. und 8. August steigt die SG Toolbox Mühlstein Rallye 2026 mit Zentrum in Schwertberg / Novum ist ein spektakulärer Shakedown am Freitagabend / Der neue Namens-Sponsor SG Toolbox ist ein oberösterreichisches Unternehmen mit hoher Motorsport-Affinität.

Rallye Weiz: Vorschau EHRC

Historic pur mit Latvala und Delecour

Die beiden Lichtgestalten der internationalen Rallye-Szene stehen nächste Woche im Rahmen der Historischen Europameisterschaft am Start des fünften ORM-Saisonlaufs in der Oststeiermark

WRC, Rallye Akropolis: Nach Tag 3 (SP13)

Showdown am Sonntag: Ogier jagt Neuville!

Dramatische Rallye Akropolis mit vielen Reifenschäden: Nach zwei Etappen führt Neuville knapp vor Ogier. Keferböck schon früh technisch angeschlagen - doch die Zielankunft würde sich lohnen…