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WRC, Kanaren: Bericht K4
Fotos: photobenc

Keferböck überzeugt bei Ilkas 150er mit gutem Speed

Die Rally Gran Canaria war Ilka Minors 150. WM-Rallye - Johannes Keferböck erfreute seine Copilotin mit gesteigerten Speed-Werten und einer zugleich souveränen Fahrt. Mit dem zweiten Platz im WRC Masters Cup konnte man die Tabellenführung weiter ausbauen.

Das K4 Rally Team kann aus vielerlei Gründen mit großer Freude auf das vergangene Wochenende, auf die Rally Gran Canaria zurückblicken. Zum einen konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor mit dem zweiten Platz im WRC Masters Cup ihre Tabellenführung weiter ausbauen, zum anderen konnte man auch mit den gefahrenen Zeiten sehr zufrieden sein. Und: Ilka Minor fuhr auf den Kanaren ihre 150. Weltmeisterschafts-Rallye….

150. WM-Rallye für Ilka Minor - Copilotin mit den meisten WM-Einsätzen

150 WM-Starts - Ilka Minor ist seit 1997 immer wieder in der Rallye-Weltmeisterschaft angetreten, an der Seite von bekannten Größen wie Achim Mörtl, Manfred Stohl, Evgeny Novikov oder Henning Solberg, um nur ein paar zu nennen. Zu ihren größten Erfolgen gehört sicher der mit Stohl errungene vierte WM-Platz im Jahr 2006, aber auch zahlreiche Podiumsplätze konnten mit Stohl und Novikov eingefahren werden.

Johannes Keferböck ist sich bewusst, welchen Erfahrungsschatz Ilka in das K4 Rally Team einbringt: „Ich bekomme von Ilka ein unverblümtes Feedback und meine Lernkurve ist an ihrer Seite stets gestiegen. Wir optimieren auch jetzt noch laufend unseren Aufschrieb. Wir sind jetzt auf einem Level unterwegs, auf dem wir den Schrieb immer mehr verfeinern.“

150 WM-Rallyes - nur zwölf Copiloten waren weltweit öfter bei einer WM-Rallye im Einsatz. Damit ist Ilka Minor mit Abstand die Copilotin mit den meisten WM-Einsätzen in der bisherigen Geschichte der Rallye-Weltmeisterschaft.

Angeführt wird die Liste der fleißigsten WM-CopilotInnen ausgerechnet von jenem Marc Marti, der 222 WM-Rallyes auf dem Konto hat und der am vergangenen Wochenende mit dem Mexikaner Miguel Granados den Sieg im WRC Masters Cup feiern konnte.

„Miguel Granados hat den Sieg verdient“

Dabei war der Sieg des Mexikaners am Beginn der Rallye noch nicht so klar, wie er am Ende schien. Auf der Superspecial am Donnerstagabend eröffneten Keferböck/Minor im von Gazoo Racing France eingesetzten Toyota GR Yaris Rally2 mit der Bestzeit im vier Teams umfassenden WRC Masters Cup-Feld. Am Freitag hatte dann Granados vornehmlich die Nase vorne - doch der Rückstand hielt sich mit 23,8 Sekunden noch in Grenzen. Am Samstagabend konnte man auf der 28 Kilometer langen SP „Moya“ eine Bestzeit in den Asphalt brennen - doch der Gesamtrückstand betrug bereits 46,6 Sekunden. Ilka Minor: „Wir haben zweimal bei der Reifenwahl daneben gegriffen.“

Keferböck nickt: „Wenn du da einmal mit dem Setup in die falsche Richtung gehst, hast du gleich einmal 20 Sekunden verloren. Ein Bisschen Pech war auch dabei. Vor den Superspecial-Prüfungen zum Beispiel gab es jeweils eine Unterbrechung, sodass unsere Reifen auskühlten. Auch am Sonntagmorgen haben wir harte Reifen gewählt und dann hat es reingeregnet. Auf der zweiten 25 Kilometer-SP am Sonntag waren wir vor dem Abbruch wegen des Unfalls von Allen rund 25 Sekunden schneller. Aber das ist alles ‚Hätte, hätte, Fahrradkette‘ - am Ende war Granados an diesem Wochenende einfach schneller als wir. Er ist gut gefahren und hat den Sieg verdient.“

Rückstand auf die WRC2-Spitze reduziert

Dennoch kann man gerade auch in punkto Performance zufrieden sein. Ilka Minor erklärt: „Es macht sich bezahlt, wenn man öfter fährt. So konnten wir unseren Rückstand auf die WRC2-Spitze auf durchschnittlich 2,5 Sekunden pro Kilometer verringern.“ Keferböck nickt: „Phasenweise betrug der Rückstand sogar nur 1,7 Sekunden. Und man muss schon anmerken: Hier in Spanien gegen erfahrene Piloten und die Local Heroes anzutreten ist wie wenn du einem Spanier sagst, er soll bei der Jännerrallye an den Start gehen. Da bekommst du schnell mal deine Watschen.“

Die Sonderprüfungen der Rally Gran Canaria sind äußerst anspruchsvoll - schnelle Asphaltstraßen, oft sehr eng, die Leitplanken sind da schnell einmal „geküsst“, wie man am Abflug von Oliver Solberg auf der vorletzten Prüfung sehen konnte. Johannes: „Auf diesen Prüfungen hast du einen Mörder-Gripp - da kannst du das Auto mit vollem Hurra durchprügeln. Aber wehe du machst auch nur einen kleinen Fehler - dann ist es schnell vorbei. Das verlangt natürlich höchste Konzentration und ich war nach der Rallye richtig ausgelaugt. Mein Kopf war leer.“

Nächster Einsatz: die legendäre Akropolis Rallye

Ausgelaugt, aber zufrieden kann man mit dem zweiten Platz im WRC Masters Cup durchaus sein. Denn so konnten Johannes Keferböck und Ilka Minor ihren Vorsprung in der WRC Masters Cup-Tabelle weiter ausbauen. Keferböck liegt in der Fahrerwertung nun 30 Punkte vor Miguel Granados sowie 32 Zähler vor dem Griechen Georgios Vasilakis - wie auch immer die nächste WM-Rallye, die Portugal Rallye ausgeht: Keferböck bleibt in Führung. Ilka Minor führt in der Beifahrerwertung 25 Punkte vor Marc Marti sowie 27 Zähler vor Allan Harryman. Die beiden kommenden Rallyes in Portugal und Japan wird das K4 Rally Team auslassen - der nächste Einsatz ist die weltberühmte Akropolis Rallye.

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