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Macao-Grand-Prix versinkt im Chaos

Ein Organisator, der sich nach 33 Jahren zurückzieht und zahlreiche offene Fragen: Um das größte Formel-3-Rennen steht es schlimm wie noch nie.

Der Macau Grand Prix ist über mehr als drei Jahrzehnte stets ein Selbstläufer gewesen, doch die Situation anno 2016 nimmt dramatische Ausmaße an: Etwas mehr als zwei Monate vor dem prestigeträchtigsten Formel-3-Rennen der Welt hat sich Organisator Bary Bland mit sofortiger Wirkung zurückgezogen. Von seinem Unternehmen Motor Race Consultants wurde der Grand Prix seit 1983 ausgerichtet. Nennungsschluss ist am heutigen Freitag, doch es fehlt den Teams an sämtlichen Informationen.

Die jüngsten Änderungen in der Organisation des Macau Grand Prix scheinen sich fatal auszuwirken: Für das vom 17. bis 20. November stattfindende Rennen wurden bislang weder ein sportliches Reglement noch ein Logistikplan an die Teams versendet. Diese müssen ihre Nennung aber spätestens heute einreichen. Das Macau Grand Prix Committee, mit dem Bland sich in der Vergangenheit blind verstanden hatte, ist 2016 aufgelöst worden. Es wurde vom Macau Sports Bureau, das sämtliche Sportarten in der Metropole koordiniert, und dem Motorsportclub ASN/AAMC, der zuvor Teil des Komitees gewesen ist, abgelöst.

Da sich auch noch die FIA verstärkt einmischt, um ihre Pläne für einen Formel-3-Weltcup, dessen Highlight der Macau Grand Prix werden soll, voranzutreiben, wirft Bland nun das Handtuch. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und wettert gegenüber Autosport: "Das, was man neuerdings von uns verlangt, ist für uns nicht zufriedenstellend. Wir sind mit allem zu spät dran, es gibt einen Haufen offener Fragen. Da will ich nicht unsere Reputation aufs Spiel setzen für etwas, womit wir nicht glücklich sind."

Kein Reglement, keine Logistikpläne

Bland hatte den Grand Prix 1983 aus der Krise geholt, als die Formel Pazifik aufhörte zu existieren. Mehr aus der Not heraus machte Bland den Grand Prix zu einem Formel-3-Event. Seitdem hat der völlig verrückte Stadtkurs, der mit keiner anderen Formel-3-Strecke der Welt auch nur ansatzweise vergleichbar ist, Jahr für Jahr die besten Formelpiloten rund um den Globus angelockt. Fahrer wie Ayrton Senna und Michael Schumacher stehen in den Siegerlisten des Rennens. Mit Bland fehlt plötzlich die zentrale Figur schlechthin.

Es müssen nun schnellstmöglich Lösungen gefunden werden: Gut zwei Monate vor Beginn des Rennens wissen die Teams weder über das sportliche Reglement Bescheid, noch darüber, wie die Boliden nach Macau gelangen sollen. Das Reglement soll laut Bland schon seit April fertig sein, ist aber bis heute nicht an die Teams verschickt worden. Die FIA kann Fahrern einen Start untersagen, wie jüngst bei Nelson Piquet jun. in Pau. Deshalb wissen manche Teams bis heute nicht, ob ihr Fahrer überhaupt starten darf. Der Macau Grand Prix hat in der Vergangenheit immer wieder Fahrer aus höheren Kategorien zurück ins Formel-3-Cockpit gelockt.

Die Teams sind geschockt vom Aus Blands. Mehrere Teamchefs bedauern bei Autosport den Abgang zutiefst. "Er ist derjenige gewesen, zu dem man hingegangen ist, wenn es Probleme gab", sagt Russell Eacott von T-Sport. "Da gilt es, große Fußstapfen zu füllen. Bis die Fracht verladen werden soll, sind es nur noch wenige Wochen, das wird wirklich knapp." Prema-Teamchef Rene Rosin fügt hinzu: "Das war ein Schock - er war immer die Schlüsselfigur, die alles zusammengebracht hat. Wir haben schon bemerkt, dass da etwas im Busch gewesen ist, weil wir noch keinerlei Informationen erhalten haben."

Die europäischen Formel-3-Teams hoffen, am Nürburgring etwas mehr Klarheit zu bekommen. Aktuell ist nämlich Frederic Bertrand von der FIA Monoposto-Kommission in Macau. Da die Schiffsroute von Europa nach Macau stark frequentiert ist, ist es noch nicht zu spät, die logistischen Fragen in den Griff zu bekommen. Doch ohne die Schlüsselfigur Bland hinterlässt die Organisation des Macau-Rennens einen chaotischen Eindruck. Beispielsweise weist die offizielle Webseite zum jetzigen Zeitpunkt noch immer das 2015er-Rennen aus.

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