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GT World Cup: Macao

Werden die Amateure aus Macao geworfen?

Das Fiasko aus dem FIA-GT-Weltcup in Macao 2016 zeigt erste Wirkungen: SRO-Chef Stephane Ratel will für Amateure ein eigenständiges Weltfinale ausrichten.

GT3-Boliden und Macau, dazu der Status eines Weltfinals: In der Theorie stimmten die Zutaten für ein Motorsport-Spektakel der ganz besonderen Art. In der Praxis erwies sich die Idee leider als Reinfall: Das Fiasko mit nur einer einzigen Rennrunde und einem Sieger, der auf dem Dach landete, hatte mit einer sportlichen Veranstaltung nicht viel zu tun. Die SRO reagiert nun und überlegt, Macao den Profis zu überlassen und ein zusätzliches Pro-Am-Finale auf einer leichteren Strecke auszutragen.

Gänzlich fallen lassen möchte der GT-Papst die Idee eines Weltfinals auf dem Guia Circuit nicht, denn spektakulär sind die Boliden auf dem verrückten Stadtkurs allemal. "Ich denke, das ist der beste Ort für dieses Event", bestätigt Ratel im Gespräch mit Sportscar365. "Der Plan ist, es etwas professioneller zu gestalten. Jedes Jahr haben wir mehr Amateure und mehr Unfälle. In den vergangenen beiden Jahren wurde die Show von den weniger professionellen Fahrern gestört, die Unfälle auf einer äußerst herausfordernden Strecke hatten."

Daher sei der Plan, die sportlichen Regularien so zu ändern, dass sich das Rennen nur noch an professionelle Fahrer richtet (die auch nicht unfehlbar sind, wie Vanthoors Unfall zeigt). Doch dafür müssten erst einmal mehr Hersteller für das Rennen begeistert werden: Vergangenes Jahr standen lediglich 15 Fahrer mit den Einstufungen Gold und Platin am Start. Namhafte Hersteller wie McLaren, Aston Martin, Nissan oder Ferrari glänzten entweder ganz mit Abwesenheit oder ließen sich nur durch Amateurfahrer vertreten.

Dennoch will Ratel seinen Plan von einem eigenständigen Finale für Pro-Am-Teams möglichst ab 2018 durchziehen: "Da Pro-Am das Rückgrat der GT3-Szene ist, kam die FIA mit der Idee auf, einen eigenen Weltcup für Profis und Amateure zu implementieren. Ich unterstütze diese Idee voll und ganz." Dafür müssten sich jedoch zunächst ein Vermarkter und eine Strecke finden. Da der Weltcup am Ende der Saison ausgetragen werden würde, kämen nur Südeuropa oder die Golfregion in Frage (ein Rennen auf der Südhalbkugel ist aus logistischen Gründen unwahrscheinlich).

Zu schnell könnte jedoch Verwirrung aufkommen: Da Hersteller höchstwahrscheinlich auch versuchen werden, den Pro-Am-Weltcuptitel für sich zu reklamieren, gäbe es dann plötzlich zwei Weltcupsieger in einem Jahr. Und Ratel ist sich nicht einmal sicher, ob Macau als reines Pro-Rennen überhaupt tragfähig wäre: "Ich musste es auf die harte Tour in der FIA-GT1-Weltmeisterschaft lernen, dass es schwierig ist, GT3 mit reinen Profibesatzungen zu vermarkten. Es hängt immer vom Geld ab. Und die Hersteller haben manchmal Schwierigkeiten, Geld außerhalb der etablierten Rennen wie Nürburgring und Spa bereitzustellen."

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