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WEC: Interview

Reduzierte LMP1-Komplexität gefordert

Fahrer wie Sébastien Buemi oder Lucas di Grassi fordern eine weniger komplexe LMP1-Kategorie – kommt der rein elektrische Antrieb?

Nach dem Ausstieg von Porsche wird Toyota in der LMP1-Klasse der Langstrecken-WM bald ohne adäquate Konkurrenten dastehen. Wie es mit der Serie und auch mit dem Engagement der Japaner weitergehen wird, ist derzeit ungewiss. Sicher ist: Die Verantwortlichen von ACO und FIA werden sich etwas einfallen lassen müssen, um die Topkategorie des Langstreckenchampionats zu erhalten.

Das in Le Mans vorgestellte Reglement ab 2020, das unter anderem die Einführung eines Plug-in-Hybridsystems vorsieht, hat bisher kaum neues Interesse bei Werken erzeugt. Auch Peugeot hat bislang kein klares Bekenntnis zu einem Comeback abgegeben – es herrscht eine große Flaute. "Die Regeln müssen angepasst werden", sagten Sébastien Buemi und Lucas di Grassi unisono im Gespräch mit Autosport.

"Vor fünf Jahren waren alle der Meinung, dass man Hybridautos bauen muss. Was dabei herausgekommen ist, ist wirklich beeindruckend", so der Schweizer. "Das Reglement war damals topaktuell, aber jetzt ist es schon wieder veraltet. Man muss sich etwas neues überlegen, um neuen Schub zu erzeugen", erklärte der Toyota-Werksfahrer.

"Aus meiner Sicht haben die Langstrecken-WM und Le Mans eine positive Zukunft vor sich", sagte Lucas di Grassi, "aber man muss sich anpassen. Le Mans wäre die ultimative Herausforderung für ein rein elektrisches Fahrzeug. Dort wirklich 24 Stunden lang rein elektrisch um den Sieg zu fahren – das wäre etwas!", so der Brasilianer.

"Es muss auch alles viel günstiger werden", meinte Buemi. "In der Formel E besteht ein komplettes Team aus gerade einmal 30 Leuten. In der LMP1 musst du das zehnfache an Personal haben, sonst geht gar nichts. Die Langstrecken-WM ist zu komplex. Man muss das komplette Auto entwerfen und bauen, was unglaubliche Mengen an Geld verschlingt. Das schreckt potenzielle Interessenten logischerweise ab."

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