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DTM: Assen

Wittmann feiert Regensieg

Marco Wittmann siegt für BMW im Regenrennen. Philipp Eng sicherte als Vierter seinen dritten Tabellenrang.

Foto: DTM

Marco Wittmann hat die DTM-Premiere in Assen (Niederlande) gewonnen. Im verregneten Samstagsrennen behielt der BMW-Pilot zunächst gegen Rene Rast (Audi) die Oberhand. In der Schlussphase schnappte sich Wittmann noch den Audi von Nico Müller, der seinen Boxenstopp sehr lange hinausgezögert hatte. Somit gewann Wittmann nach Lauf 1 in Hockenheim auch das zweite Regenrennen der Saison 2019. Müller fuhr schließlich vor seinem Markenkollegen Rast ins Ziel

Nach Hockenheim und Misano war es Wittmanns dritter Saisonsieg: "Vor allem nach dem Dämpfer bei meinem Heimrennen, bei dem ganz wenig ging, jetzt mit Pole und Sieg zurückzukommen und die volle Punktezahl am Samstag zu holen, ist natürlich genial. Es war nicht so einfach, wie es aussah. Klar, zuerst die Bedingungen, die keiner kannte - zum erste Mal im Regen hier in Assen. Und dann muss ich sagen, dass die Audis vor allem in der Anfangsphase sehr stark waren."

Da vor dem Rennstart Regen eingesetzt hatte, wurde zunächst hinter dem Safety-Car losgefahren. Am Ende der dritten Runde gab die Rennleitung die Strecke frei, doch nach dem Start rollte weiter hinten im Feld der Aston Martin von Daniel Juncadella aus. Außerdem schickte Bruno Spengler (BMW) Sheldon van der Linde (BMW) in einen Dreher. Dafür musste Spengler später eine Durchfahrtsstrafe antreten.

Um den gestrandeten Aston von Juncadella abzuschleppen, fuhr das Safety-Car nach nur einem Umlauf erneut auf die Strecke. Trotz Gischt und rutschigen Verhältnissen sollte es der letzte Einsatz des Sicherheitsfahrzeugs sein. Beim Neustart setzten sich an der Spitze Wittmann und Rast vom Rest des Feldes ab. Rast attackierte und machte Druck, aber Wittmann behauptete die Führung.

22 Minuten vor Rennende bog Rast in Runde 16 zum Boxenstopp ab. Wittmann reagierte und steuerte seine Crew einen Umlauf später an. Die Reihenfolge blieb gleich: Wittmann lag knapp vor Müller. Aber eine Handvoll Fahrer zögerte den Pflichtboxenstopp sehr lange hinaus. Darunter war auch Müller, der die schnellsten Rundenzeiten fuhr und auf einer Aufholjagd war.

Der Schweizer machte einen Rückstand von acht Sekunden auf das Duo Wittmann/Rast wett und übernahm nach deren Boxenstopps die Spitze. Müller zögerte seinen Boxenstopp bis Runde 25 hinaus. Nach dem Service kehrte Müller wieder vor Wittmann/Rast auf die Strecke zurück. Obwohl der Regen nachgelassen hatte, dauerte es, bis die Regenreifen auf optimale Betriebstemperatur kamen. Wittmann nutzte das aus und setzte das entscheidende Überholmanöver gegen Müller.

Keine Stallorder: Müller bleibt vor Rast

Müller seinerseits konnte Rast die letzten Runden bis ins Ziel in Schach halten und wurde für seine Aufholjagd mit Platz zwei belohnt. "Das Stichwort heißt Reifenaufwärmen", sagt der Schweizer über seine Taktik. "Der Asphalt ist extrem fein. Heute ist es auch nicht so warm. Deshalb braucht es schon eine Weile, um einen ganz neuen Regenreifen zum Arbeiten zu kriegen. Vielleicht hätten wir noch später stoppen können, dann hätten wir vielleicht überlebt. Aber hätte, wäre, wenn ... "

Müller musste zwar Wittmann ziehen lassen, aber seinen Markenkollegen Rast hielt er hinter sich. "Ich glaube, es war alles sehr fair", sagt Müller über das Stallduell. "Er hat sich dazu entschlossen früher zu stoppen, ich später. Unsere Strategie war dann noch, am Ende noch einmal anzugreifen, wenn der Reifen dann kommt. Darum war unsere Pace gut. Ich glaube, es war alles so, wie es sein soll."

Mit Rang drei behauptete Rast seine Meisterschaftsführung. "Platz drei bedeutet gute Punkte für die Meisterschaft", sagt Rast, der nun 24 Punkte Vorsprung auf Müller hat. "Er war auf kalten Reifen. Ich habe gehört, dass ich noch vorbeirutschen kann und habe deswegen zu diesem Zeitpunkt meine Reifen noch ein bisschen geschont, um dann noch Marco zu attackieren."

"Dann hat mich Nico in der Outlap so viel Zeit gekostet, dass Marco schon weggefahren ist", sagt Rast über das Duell mit seinem Markenkollegen. "Das hat mich in dem Moment natürlich frustriert, aber seine Reifen waren dann irgendwann auch auf Temperatur. Und dann ist er weggefahren. Klar, das Rennen war nicht optimal, weit weg von optimal, aber ich bin trotzdem am Podium." (zur Gesamtwertung)

Eng auf Platz vier - Habsburg 13.

Vierter wurde der Österreicher Philipp Eng (BMW), der ebenfalls erst in Runde 22 seinen Boxenstopp absolvierte. Eng ist in der Gesamtwertung weiterhin Dritter. Als Fünfter feierte Timo Glock (BMW) wieder ein Erfolgserlebnis, obwohl der ehemalige Formel-1-Pilot in der Anfangsphase im Duell mit Müller von der Strecke gerutscht war und durchs Kiesbett fahren musste.

Jonathan Aberdein folgte mit dem privaten Audi des WRT-Rennstalls als Sechster. Auf den Positionen sieben bis zehn nahmen Loic Duval (Audi), Mike Rockenfeller (Audi) und van der Linde die letzten Punkte mit. Der beste Aston Martin belegte mit Jake Dennis Rang zwölf. Der Österreicher Ferdinand Habsburg (Aston Martin) fuhr dahinter als 13. ins Ziel.

Neben Juncadella gab es nur einen zweiten Ausfall. Robin Frijns kam in Runde 22 am Ausgang einer Linkskurve außen zu weit über den Randstein. Der Audi drehte sich nach innen über die Strecke und schlug auf der anderen Seite mit dem Heck in die Reifenstapel. Da Frijns selbst zurück an die Box fahren konnte, wurde keine Safety-Car-Phase ausgelöst.

Für BMW war es insgesamt der 86. DTM-Sieg und der fünfte in der laufenden Saison. Wittmann feierte bei seinem 103. Start seinen 14. Triumph. Damit rückt der Deutsche in die Top 10 der ewigen Bestenliste vor und liegt nun gemeinsam mit Johnny Cecotto und Alessandro Nannini auf Rang neun. Das BMW-Team RMG konnte seinen 20. Sieg in der DTM erringen.

Das zweite Rennen ist für Sonntag um 13:00 Uhr angesetzt.

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