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Motorrad-WM: Interview

Lin Jarvis für Rossis Rücktritt bereit

Mindestens ein Jahr bleibt Valentino Rossi der Motorrad-WM noch erhalten, der Yamaha-Teamchef ist auf seinen Rücktritt vorbereitet.

Bildquelle: Yamaha Racing

Die Motorrad-WM ohne Valentino Rossi ist für viele unvorstellbar. Der Italiener hat diese Rennserie geprägt wie kaum ein anderer, nicht nur wegen seiner neun WM-Titel und vielen Rekorde. Auch wenn sein letzter Sieg schon zwei Jahre zurückliegt, halten ihm seine Fans die Treue und sind an den Rennstrecken dieser Welt weiterhin klar in der Überzahl.

Wem werden sie zujubeln und wie wird sich die Motorrad-WM weiterentwickeln, wenn Rossi seine aktive Karriere beendet? Sein Yamaha-Vertrag läuft bis Ende 2020, dann wird der Italiener 41 Jahre alt sein. Ob er aufhören oder noch ein Jahr anhängen wird, ist derzeit offen. Selbst sein Yamaha-Teamchef Lin Jarvis hat zuletzt weder das eine noch das andere ausgeschlossen.

Auf die Frage, ob die Motorrad-WM für Rossis Rücktritt bereit sei, sagte er: "Ich denke schon. Wann immer ein großer Champion aufhört, hat das natürlich einen sofortigen Effekt; zum Beispiel in der Formel-1-WM, als Sennas tragischer Unfall passierte, aber trotzdem ging es weiter. Die Rennserie hat überlebt."

Jarvis ist deshalb aber nicht Bange: "Wenn man im Moment auf eine Rennstrecke irgendwo in der Welt kommt und die Anzahl der gelben T-Shirts zählt, könnte man denken, dass die Besucherzahl um 50 oder 60 Prozent sinken wird, sobald Valentino geht, aber ich glaube nicht, dass es so sein wird."

Er ergänzte: "In der Motorrad-WM ist die Qualität der Rennen aktuell sehr hoch. Es sind sechs Hersteller beteiligt, viele große Unternehmen, sodass der Sport weitergehen wird." Natürlich werde man Rossi vermissen: "Ohne Zweifel, absolut, aber das Leben wird weitergehen, und ich denke, er wird sich weiterhin mit dem Sport beschäftigen."

Immer wieder ist Rossi als potentieller Teamchef, etwa eines Yamaha-Satellitenteams, im Gespräch. In Moto2 und Moto3 engagiert er sich ja bereits mit dem VR46-Team. Deshalb ist Lin Jarvis auch zuversichtlich: "Er wird nicht bei jedem Rennen dabei sein, aber er wird sich weiterhin mit der Marke beschäftigen. Er hat seine eigenen Rennteams."

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