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Erster Blick auf den neuen Vollcarbon-Rennwagen

Das ist er also in all seiner Pracht: der neue KTM GTX mit seinem beeindruckenden Leistungsgewicht von 1,98 kg durch 1.048 Kilogramm und 530 PS aus einem Audi-Fünfzylindermotor.

Johannes Posch

Schon der "ordinäre" KTM X-Bow ist ja ein echter Hingucker. Doch der GTX setzt da doch nochmal ordentlich einen drauf. Aber gut: Er ist ja auch entgegen seines Oben-Ohne-Brüderchens nicht für die Straße gedacht, sondern ausnahmslos für Rennstrecken. Konkret richtet sich der Wagen an "ambitionierte Track-Day-Piloten ebenso wie an den semi-professionellen und professionellen Rennfahrer", lässt KTM Sportcar GmbH Geschäftsführer Michael Wölfling verlautbaren. Wölfling weiter: "Neben dem Verlangen nach der schnellsten Rundenzeit steht für alle Piloten aber wohl immer der Wunsch nach größtmöglicher Sicherheit ganz oben auf der Prioritätenliste. Mit dem KTM X-BOW GTX können wir diese beiden Wünsche bestmöglich vereinen."

In Sachen Sicherheit setzt KTM dabei für den GTX auf das tausendfach bewährte und auf einem Formel 3 basierende Monocoque des KTM X-BOW, das aber die Sicherheit eines vollwertigen, nach FIA Anhang J homologierten GT-Überrollkäfigs bietet. Zudem sitzt der Fahrer in einem nach „Advanced-Seat“ Kriterien entwickelten Competition-Sitz von Recaro.

Doch reden wir mal "Performance": Im Zentrum des nur 1.048 kg "schweren" GTX arbeitet ein 2,5 Liter Turbo-Fünfzylinder von Audi, der hier maximal 530 PS leistet. Dadurch wird die magische 2-Kilogramm-Grenze in Sachen Leistungsgewicht geknackt. Gleichzeitig verspricht diese Kombination aber auch hohe Effizienz, was den Wagen gemeinsam mit dem 120 Liter-Tank auch bei Langstrecken-Rennen in eine gute Ausgangslage stellt. Zudem meint KTM, dass das geringe Gewicht sich zudem positiv auf Verschleiß und laufende Kosten auswirkt. Apropos Kosten: ab 230.000 Netto werden für den GTX fällig.

Hier noch weitere Details zum Auto im O-Ton:

Carbon-Monocoque:

Die seit 2008 dutzendfach bewährte und mehr als 1.300 Mal gebaute Überlebenszelle des KTM X-BOW ist extrem stabil und sicher, wiegt dabei aber gerade einmal rund 80 Kilogramm.

GT-Käfig:

Neu konstruiert und nach FIA Anhang J homologiert, hält der GT-Käfig im Überschlag-Drucktest dem mehrfachen Fahrzeuggewicht stand und verfügt jetzt über seitliche Verstrebungen im Monocoque sowie ein Kreuz hinter dem Fahrersitz.

Competition-Sitz:

Gemeinsam mit Partner Recaro hat KTM einen aus Carbon-Kevlar gefertigten Competition-Sitz entwickelt, der in Kombination mit GT-Käfig und Carbon-Monocoque den enorm hohen Sicherheitsstandard des KTM X-BOW GTX begründet. Dank individuell anpassbarer Paddings wird die Schale an den Fahrer angepasst, dazu ist ein homologierter Sechspunkt-Rennsportgurt von Schroth Standard.

Canopy:

Das spektakuläre „Jetfighter-Canopy“ des KTM X-BOW GT4 wird auch am KTM X-BOW GTX für Aufsehen sorgen. Allerdings wurde die Ausführung komplett überarbeitet, das ehemals einteilige Plexiglas-Canopy wird durch einen Carbon-Rahmen mit eingesetzter Frontscheibe und separat öffnenden Glastüren links und rechts ersetzt, wobei zum Ein- und Ausstieg natürlich nach wie vor das komplette Canopy geöffnet werden kann. Die Frontscheibe ist in Makrolon ausgeführt und kann bei Verschleiß dementsprechend günstig und schnell ausgetauscht werden.

Lenkrad:

Das optisch, haptisch und ergonomisch völlig neue Rauleder-Rennlenkrad des KTM X-BOW GTX bietet ein integriertes Display, das die wichtigsten Informationen immer im Blickfeld des Fahrers hält. Dazu befinden sich alle wichtigen Bedienelemente im aus Carbon gefertigten Zentralteil. Selbstverständlich ist die Lenksäule und damit die Position des Lenkrads nach wie vor in Höhe und Tiefe verstellbar.

Pedalerie:

Passend zu der in diesem Fahrzeug-Segment eher ungewöhnlich variablen Verstellmöglichkeit des Lenkrades gibt es natürlich auch im KTM X-BOW GTX die bewährte, um rund 30 Zentimeter verstellbare Pedalerie, welche gerade bei Langstreckenrennen eine sekundenschnelle Anpassung an verschieden große Fahrer ermöglicht.
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Elektrische Servolenkung

Die elektrische Servolenkung ersetzt die bislang im KTM X-BOW GT4 verwendete hydraulische Servolenkung und bietet gleich mehrere Vorteile. Sie ist in der Entwicklungsphase völlig frei programmierbar, die Endkunden können sich auf zumindest drei verschiedene Set-Up-Varianten freuen, die je nach Vorlieben bzw. Bedürfnissen der Fahrer ausgewählt werden können. Zudem spart die elektrische Servolenkung Gewicht.

Elektrische Schaltung

LMP-Technologie im KTM X-BOW GTX: Le Mans Prototypen fahren schon seit längerem mit elektrisch betätigten Schaltungen, für die breite Anwendung war die Technologie bislang aber zu teuer. SaReNi, Technologie-Dienstleister aus dem Umfeld von Reiter-Engineering, hat für den neuen Leichtgewichts-Rennwagen von KTM nun eine solche Schaltung entwickelt. Die Schaltvorgänge erfolgen noch präziser (es wird immer bei der richtigen Anschlussdrehzahl geschaltet), das Material (vor allem Zahnräder und Wellen) wird geschont, und durch den Entfall von Hydraulik-Kompressor, Druckspeicher und Leitungen werden rund sieben Kilogramm eingespart. Zudem ist die Konstruktion hochintegriert, Ölpumpe, Ölfilter sowie Öl-Wasser-Wärmetauscher sitzen direkt im Getriebegehäuse.

Kamera-Rückspiegelsystem

Anstelle von klassischen Seitenspiegeln setzt KTM im neuen KTM X-BOW GTX auf ein High-Tech-System mit zwei Kameras und zwei Bildschirmen jeweils rechts und links am Fahrzeug bzw. im Cockpit. Die neue Technologie ist technologisch auf Letztstand und dürfte sogar für den Straßenverkehr zugelassen werden.

120 Liter Tank

Dank 120 Liter Fassungsvermögen ist der FT3-Sicherheitstank für alle Anforderungen gerüstet. Serienmäßig mit VLN-Ventil ausgerüstet kann der Tank aber auch auf eine Schnellbetankungsmöglichkeit links oder rechts oder beidseitig umgerüstet werden.

Innenraumbelüftung

Luftführung und Ventilation wurden überarbeitet, auch die Luftausströmdüsen sind neu und neu positioniert. Dank höherem Luftdurchsatz und stärkerem Ventilator wird das Cockpit deutlich effektiver belüftet, auch die Belüftung der Scheibe wurde verbessert.
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Traktionskontrolle und Rennsport-ABS

Sowohl die Traktionskontrolle als auch das Rennsport-ABS sind manuell einstellbar. Für optimale Beschleunigung aus den Kurven und für mehr Sicherheit bei nasser Strecke sorgt die achtfach einstellbare Traktionskontrolle. Das Typ-3-Rennsport-ABS von Continental kann in zehn Stufen an die Fahrbahnbedingungen angepasst werden bzw. kann die Fahrzeugbalance je nach Fahrer-Wunsch beim Einlenken in Richtung Untersteuern oder Übersteuern verschoben werden. Beide Wählhebel sitzen direkt am Lenkrad und sind dort intuitiv zu bedienen.

Aero-Profil-Radaufhängungen, Alu-Radträger mit Sturz-Schnellverstellung

Die Radaufhängungen aus hochfestem Stahl sind in Aero-Profil-Form ausgeführt, was vor allem an der Vorderachse wichtig ist, da dort die Zuführung der Luft zu den hinteren, seitlich angeordneten Kühlern an den Radaufhängungen vorbei passiert. Kombiniert sind sie mit aus dem Vollen gefrästen Aluminium-Radträgern, die dank ausgeklügelter Mechanik eine Sturz-Schnellverstellung integriert haben, wodurch aufwändige Umbauarbeiten bei Änderungen am Sturz entfallen und vor allem die Spur-Werte unbeeinflusst bleiben.

MoTec Motorsteuerung und MoTec Datenlogger

Die serienmäßige MoTec Motorsteuerung beinhaltet einen MoTec Datenlogger und erlaubt somit die vollumfängliche Datenanalyse im Renneinsatz.

Power Distribution Unit

Der KTM X-BOW GTX verfügt über einen elektronischen Sicherungskasten von SaReNi. Dabei sind die Sicherungen nicht mehr physisch vorhanden, sondern einzeln programmiert. Dies reduziert die Fehleranfälligkeit und letztlich die Ausfallswahrscheinlichkeit im Renneinsatz, da bei kurzen Spannungsspitzen keine physische Sicherung „fällt“ (und das Auto oder ein System lahmlegt). Vielmehr „legt“ sich die elektronische Sicherung von selbst wieder ein, das Auto fährt ohne Probleme weiter. Und das – individuelle einstellbar – sogar mehrere tausend Mal hintereinander.

Audi 2,5 Liter Fünfzylinder TFSI

Der Motor mit dem Kürzel DNW ist die neueste Variante des legendären Fünfzylinder-Aggregats von Audi, das seit den 1980er-Jahren im Motorsport für Furore gesorgt hat, egal ob im Audi S1 in der Rallye-Weltmeisterschaft oder im Audi 80 IMSA GTO auf der Rundstrecke. Der Urenkel dieser legendären Antriebe ist ein technologisch unglaublich hochwertiges Triebwerk mit unzähligen raffinierten Detaillösungen, welche das Herz jedes Motorenspezialisten hochschlagen lassen. Für die 500-PS-Leistungsstufe, die ein Drehmomentmaximum von 650 Nm entwickelt, konnten die „Innereien“ des Motors mit luftgekühltem Ladeluftkühler dementsprechend unberührt bleiben, lediglich die Einspritzventile, das Wastegate, der Ansaugtrakt sowie die Auspuffanlage und die Software wurden angepasst.
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Sequentielles Getriebe

Das sequentielle Sechsgang-Getriebe ist das bewährte MF-Modell von Holinger, das eine Dauerbelastbarkeit von 750 Newtonmeter und eine Spitzenbelastbarkeit von 1.000 Newtonmeter aufweist. Damit ist es ideal geeignet, um den druckvollen Schub des über 500 PS starken Audi-Motors in effektiven Vortrieb umzusetzen. Behilflich sind dabei eine Sintermetall-Rennsportkupplung, ein erleichterter Schwung sowie ein Sperrdifferential.

Lufthebeanlage

Im Rennsport kommt eine Lufthebeanlage standardmäßig zum Einsatz, bereits der KTM X-BOW GTX ist mit dem „Airjack“ System von Krontec ausgestattet, was auch auf Track-Days das Reifenwechseln beschleunigt und kleinere Service- oder Reparaturarbeiten erleichtert.

Sachs Rennsportdämpfer

Das einstellbare Fahrwerk von Sachs ist sowohl auf der Vorder- als auch auf der Hinterachse in Zug- und Druckstufe sowie in der Höhe einstellbar. Auf der Vorderachse ist es in Pushrod-Anordnung inklusive einstellbarem Stabilisator verbaut.

Endurance Bremsanlage

Die Bremssättel am KTM X-BOW GTX und GT2 sind bereits auf den Langstrecken-Einsatz ausgelegt. Vorne packt eine 6-Kolben-Endurance-Bremsanlage mit 378 mm Scheibendurchmesser zu, hinten eine 4-Kolben Bremsanlage mit 355 mm Scheibendurchmesser.

Hinterwagen aus hochfestem Stahlrohrrahmen

Der hintere Rahmen ist aus hochfesten Stahlrohren ausgeführt. Er beherbergt zum einen den 2,5 Liter Fünfzylindermotor von Audi, zum anderen das sequentielle Sechsgang-Getriebe von Holinger, stellt die Aufnahme für die Hinterradaufhängungen dar und bietet die Befestigung für die Hochleistungskühler. Am Hinterwagen wird durch zahlreiche Crash-Elemente sichergestellt, dass im hitzigen Rennbetrieb auch bei gröberen Auffahr-Unfällen die wertvolle Technik nach Möglichkeit unbeschädigt bleibt.

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