MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

TCM mit Rekordfeld beim Grande Finale
Foto: Peter Tomschi

TCM mit Rekordfeld beim Grande Finale

Von der Pandemie betroffen war und ist beinahe alles, so auch die Planung/der Kalender der Touring Car Masters - die Rennserie schließt in Spielberg diese letztendlich fünf Rennwochenenden beinhaltende verrückte Saison 2020 mit satten 24 PilotInnen ab. Ein starkes Zeichen! Das Motto bleibt „WeAreRacing“

24 Pilotinnen und Piloten haben sich für das am kommenden Wochenende im Rahmen des Histo Cup Austria steigende große Finale der Touring Car Masters angemeldet - das ist Rekord in dieser unberechenbaren, völlig von der Coronavirus-Pandemie gesteuerten Saison 2020. „Das sind unter diesen Umständen eigentlich extrem viele Starter“, freut sich Ernst Kirchmayr, der die vor drei Jahren aus der „Artbauer Familie“ heraus entstandene Rennserie von Beginn an tatkräftig unterstützt hatte. Für Kirchmayr ist das großartige Nennergebnis der endgültige „Beweis dafür, dass sich das Format bestens durchgesetzt hat“.

Clemens Stadler: Titel abholen & trotzdem racen...

Weil Ernst Kirchmayr, seit er in einen knallgelben Ferrari wechselte, auch das Format der Ferrari Challenge kennen und lieben gelernt hat, muss er dieser Tage Abschied nehmen vom Prädikat „regierender TCM-Champion“: Seine „Fremdgänge“ in der besagten internationalen Rennserie hatten heuer nämlich zur Folge, dass Kirchmayer gleich drei TCM-Weekends aussetzen musste, wodurch es ihm freilich nicht mehr möglich war, seinen im Vorjahr erkämpften Sprint-Titel zu verteidigen. Dass dieser aller Wahrscheinlichkeit nach an einen Jungpiloten der TCM geht, stört Kirchmayer ganz und gar nicht, im Gegenteil - schließlich hat Clemens Stadler heuer jeden Sprint, bei dem er am Start war, auch gewonnen. Kirchmayr nickt: „Clemens ist heuer eine ganz besonders starke Saison gefahren - ich kann ihm also nur von ganzem Herzen gratulieren!“

Ungeachtet der Streichresultate und des ziemlich deutlichen Tabellenstands lautet das Motto der Touring Car Masters nicht ohne Grund „We are racing“ - womit zum Ausdruck gebracht werden soll, dass es selbst Clemens Stadler wenig interessiert, ob er nun bereits Champion ist oder ob es noch im Falle eines Ausfalls Restchancen für den Tabellenzweiten John Ford gibt. Stadler wird sich wohl verdientermaßen zum Meister küren und hat schon mehrmals zu erkennen gegeben, dass er kein großer Freund von Taktikspielchen ist. Viel lieber würde der frühere Kartrennfahrer, der viele Jahre später in der TCM im Team von Klaus Klaffenböck ein Motorsportcomeback wagte, den ersten TCM-Titel mit Lauf-Gesamtsiegen manifestieren.

Dass dieser Wunsch zu einem frommen wird, gebietet das Papier: Bernhard Löffler zündet wieder den wunderschönen, pechschwarzen Lamborghini Huracan GT3, der jedoch von seiner technischen Performance her in die stärkste Klasse TCM6 einzuordnen ist (Stadler wird in Klasse TCM5 geführt). Das Gleiche betrifft Löfflers HB Racing -Teamkollege Andreas Keplinger, der ebenfalls einen solchen Lambo zum Einsatz bringen wird. Clemens Stadler weiß ganz genau: „Die Lambos zu schlagen wird unter normalen Bedingungen nicht möglich sein. Das liegt einfach auch an der Streckenführung des Red Bull Rings.“

Zwar startet Ernst Kirchmayr in der gleichen Klasse wie Stadler - dennoch ist der Ferrari Challenge in Spielberg im Vorteil. Wobei Stadler einräumt: „Nur wenn es bei mir total gut laufen sollte, traue ich es mir zu, dass ich mich vielleicht ein wenig mit dem Ferrari von Ernst matchen kann...“ Wer nun befürchtet, Clemens Stadler müsse seinen Titel ganz ohne ehrgeizige Ziele einfahren, wird lachend eines Besseren belehrt: „Ich habe da in punkto Rundenzeit ein ganz spezielles Ziel!“ Augenzwinkernder Nachsatz: „Die exakte Delta-Time behalte ich wohl lieber für mich...“

Stadlers stärkster Tabellenverfolger im Sprint in diesem Jahr, John Ford, der heuer bereits fünfmal auf dem Sprint-Podium gelandet ist, wenngleich kein einziges Mal auf dem obersten Treppchen, sieht für sich so gut wie keine Chancen auf den Titel: „Ich denke, dass der Punkteabstand dafür einfach zu groß ist - Clemens ist für mich de facto uneinholbar.“

Dreikampf um den Endurance-Titel

Ganz anders sieht die Lage in der Endurance-Tabelle aus: Dort führt John Ford punktegleich mit seinem Partner Dieter Svepes die Tabelle an, doch Bob Bau liegt nur einen Zähler zurück. Vor dem „Grande Endurance Finale“ also können noch drei Fahrer den Titel holen. Ernst Kirchmayr sagt: „Die Langstreckenrennen sind auch für die Fans immer mehr zu einem interessanten Bewerb geworden. Die Fahrerwechsel sind spannend mitzuverfolgen - manche unserer Gentlemandriver haben ja bekannte und/oder erfahrene Rennfahrer als Coaches und zweite Pil+++oten engagiert. Anhand der immer besser werdenden Rundenzeiten der Gentlemandriver und der ebenso steigenden Sicherheit kann man den Einsatz dieser Coaches also nur begrüßen. Ich persönlich habe zwar keinen Coach , muss zudem diesmal wegen einer Verletzung von Philipp Baron das gesamte Einstundenrennen alleine bestreiten - aber prinzipiell bin ich ein ganz großer Fan der Coach-Einsätze.“

Bob Bau, der zuletzt auf dem Salzburgring mit seinem heftigen Abflug am Ende der Zielgeraden dafür sorgte, dass der Langstreckenlauf nach nur zwei Runden abgebrochen und schließlich auch nicht mehr fortgesetzt wurde, sieht seine Chancen gering - zumindest wenn es um jene Chancen geht, die er aus eigener Kraft heraus, also ohne Ausfall der Mitbewerber umsetzen kann: „Schade, dass wir nicht in Rijeka fahren konnten, da wäre die Streckenführung dem PS-schwächeren X-Bow entgegengekommen. Auf dem Red Bull Ring jedenfalls bin ich aufgrund der niedrigeren Höchstgeschwindigkeit chancenlos im direkten Kampf gegen den Porsche von John Ford und Dieter Svepes.“ Doch für Bob Bau gibt ohnehin etwas völlig Anderes Grund zur Freude: „Nach meinem schweren Unfall freue ich mich wirklich sehr, dass ich hier wieder im Auto sitzen und mich am Racing erfreuen darf...“

Erste TCM-Pilotin & emsiger „Missionar“

Die Freude am Racing verbindet jene 24, die bei diesem stark besetzten Saisonabschluss an den Start gehen. Schön ist, dass Neu- und Quereinsteiger wie Angela Koch oder der international mit seinem Projekt „Mission Possible“ bekannt gewordene Gustav Engljähringer auch am Schluss wieder ins Lenkrad greifen werden. Vor allem letzterer stieg am Beginn der Saison mit ehrgeizigen Zielen in die TCM ein - schön ist es zu verfolgen wie dieser an den Rollstuhl „gefesselte“ weltweite Entfächer von Hoffnung den ersten Dämpfer wegstecken konnte und nunmehr Schritt für Schritt an möglichen Optimierungen arbeitet...

Wenn sich sein Pilot Clemens Stadler zum neuen TCM-Sprint-Champion krönt, klettert auch Klaus Klaffenböck, früher Seitenwagenweltmeister und nunmehr Teamchef und Isle of Man-Reiseleiter wieder ins Cockpit eines PS-schwächeren Klasse 4-Porsche. Schon zwei Gesamtwertungs-Podestplätze konnte der Vollblutracer heuer einfahren - doch ohne Ausfälle ist eine Wiederholung dieser Heldentaten angesichts der PS-starken Konkurrenz so gut wie unmöglich. Wer zuletzt die rasante Aufholjagd des Stefan Fuhrmann in einem Jaguar V8 sehenswert fand, darf erfreut zur Kenntnis nehmen, dass Fuhrmann erneut je einen Porsche und einen V8 genannt hat.

Regen- statt Zu-Schauer - doch es gibt LIVESTREAM!

Wie meinen es der „Wettergott“ oder auch „Frau Holle“ mit dem Grande Finale der Touring Car Masters? Am Samstag könne es vereinzelte Regenschauer geben, auch am Sonntag - doch die Häufigkeit der Schauer (leider keine Zuschauer erlaubt, Regenschauer sind gemeint) soll sich an diesem Tag bereits deutlich reduziert haben, prognostiziert werden rund 10 Grad Lufttemperatur und leichte Bewölkung - optimale Voraussetzungen also für den Genuss des TCM-Livestreams...

Dieser wird wieder im Rahmen des Histo Cup LIVESTREAMS zu sehen sein - gesendet wird jeweils am Samstag und am Sontag ab 8.30 Uhr:
livestream.com/kart-data/histocup-2020-03

Zeitplan :

Samstag, 10. Oktober 2020:
10.15 - 10.35 Uhr Qualifying (gemeinsam mit TCO +3000)
14.30 - 14.55 Uhr Rennen 1 (gemeinsam mit TCO +3000)
17.30- 18.00 Uhr Rennen 2 (gemeinsam mit TCO +3000)

Sonntag, 11. Oktober 2020:
08.00 - 08.20 Uhr Qualifying 1h Endurance Rennen
11.00 - 12.00 Uhr 1h Endurance Rennen

Die Punktestände 2020:

Sprint gesamt:
Clemens STADLER 150 Punkte
2 John FORD 114 Punkte
3. Bob BAU 92 Punkte
4. Ernst KIRCHMAYR 86 Punkte
5. Franz LAHMER 65 Punkte
6. Georg KARNER 52 Punkte
7. Manuel SÜSSENGUTH 48 Punkte
8. Klaus KLAFFENBÖCK 46 Punkte
9. Gustav ENGLJÄHRINGER 36 Punkte
10. Stefan FUHRMANN 30 Punkte

Sprint Klassen-Führende:
TCM2: Bob BAU
TCM3: Christian MÜLLER
TCM4: Klaus KLAFFENBÖCK
TCM5: Clemens STADLER
TCM6: Bernhard LÖFFLER

Endurance gesamt:
1. John FORD 49 Punkte
=. Dieter SVEPES 49 Punkte
3. Bob BAU 48 Punkte
4. Max GRIP 34 Punkte
5. Martin KOCH 28 Punkte
6. Ernst KIRCHMAYR 27 Punkte
=. Philipp BARON 27 Punkte
=. Christoph DOPPLER 27 Punkte
9. Angela KOCH 24 Punkte
10. Manuel SÜSSENGUTH 19 Punkte

Endurance Klassen-Führende
TCM2: Bob BAU
TCM3: Christian MÜLLER
TCM4: Manuel SÜSSENGUTH
TCM5: John FORD & Dieter SVEPES

Ähnliche Themen:

Weitere Artikel:

Mehr Technik und Luxus für das SUV-Flaggschiff

Skoda wertet den Kodiaq auf

Vier Jahre nach der Markteinführung verpasst Skoda dem Kodiaq ein umfassendes Facelift. Dazu gehören nicht nur LED-Scheinwerfer, sondern auch neue Materialien im Innenraum und ein neuer Benzinmotor.

ÖAMTC-Test widerspricht Hersteller-Empfehlungen zur Demontage

Kopfstützen im Auto verbessern Sicherheit von Kindersitzen bei Heckaufprall

Laut Info vieler Fahrzeughersteller soll vor dem Einbau eines Kindersitzes die jeweilige Auto-Kopfstütze entfernt werden. Ein ÖAMTC-Test zeigt nun, dass die montierte Kopfstütze die Sicherheit für das Kind bei einem Heckaufprall erhöht.

Lamborghini Urus mit Topspeed auf zugefrorenem Baikalsee

Stier auf Eis prescht zum Rekord

Gewertete 298 km/h, im Training sogar 302 km/h: An den Days of Speed fügte Rekordhalter Andrey Leontyev seinem Konto eine weitere Bestmarke mit dem Super-SUV hinzu.

Besondere Vorsicht bei Fahrbahnschäden

So gefährlich sind Schlaglöcher für Zweiräder

Gerade im Frühling treten sie vermehrt auf, die gemeinen Schlaglöcher. Hier sollten vor allem Motorrad- und Fahrradfahrer besonders aufpassen.