MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
DTM: Lucas Auers perfekter Tag in Assen Lucas Auer feierte in Assen nach Durststrecke seinen ersten Saisonsieg
DTM

Lucas Auers perfekter Tag in Assen: "Am Ende war alles fertig"

Erst die überraschende Poleposition, dann der erste Saisonsieg: Lucas Auer landete beim DTM-Rennen in Assen einen Befreiungsschlag, den er selbst nicht ganz versteht

Seinen ersten Saisonsieg in der DTM kündigte Lucas Auer quasi schon vor einigen Tagen an. Im Rahmen der Automobilmesse IAA in München in der vergangenen Woche zeigte sich der Österreicher mit seiner bisherigen Saison nicht zufrieden und stellte klar, dass er endlich wieder Rennen gewinnen wolle. Rund eine Woche später grüßte Auer nun nach dem Sonntagsrennen in Assen vom obersten Podest.

"Vielleicht muss ich es häufiger ankündigen, dass ich Rennen gewinne", scherzt Auer. Der 27-Jährige feierte in den Niederlanden nicht nur seinen ersten Sieg in diesem Jahr, sondern überhaupt erst seinen zweiten Podestplatz 2021. Für Auer, der als einer der Titelanwärter in die Saison gegangen war, ist das eine maue Ausbeute. Doch wieso ist der Knoten jetzt plötzlich geplatzt?

"Schwierige Frage. Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich es schon früher anders gemacht", sagt Auer. Eine Erklärung sieht der nun sechsmalige DTM-Sieger in den besonderen Umständen im Qualifying am Sonntagvormittag. Denn dieses wurde durch eine rote Flagge kurzzeitig unterbrochen und ließ den Fahrern danach nur noch wenig Zeit, eine schnelle Runde zu fahren.

Auer: Bei roter Flagge im Qualifying hat es Klick gemacht

"Heute war es schwierig mit der roten Flagge. Nicht jeder hat eine Runde zusammenbekommen, manche ja, manche nicht. Für mich war diese rote Flagge gut in Sachen Reifen aufwärmen, Reifentemperaturen", erklärt Auer und resümiert: "Es gab heute einiges zu lernen, besonders vom Qualifying. Den Rest müssen wir analysieren, um es wirklich zu verstehen."

Auer fuhr überraschend auf die Poleposition und verteidigte die Spitzenposition auch im Rennen. Nach dem Start flog er regelrecht davon. Als erster Fahrer kam er an die Box und hielt sich auch danach schadlos. "Das Rennen mit der Strategie und dem Boxenstopp war einfach perfekt", schildert er. Doch es sollte noch einmal brenzlig werden. Denn je länger das Rennen dauerte, desto näher kam Liam Lawson hinter ihm heran.

"Am Ende war alles fertig. Die Reifen waren komplett am Ende und der Liam hat richtig Druck gemacht", sagt er in 'Sat.1'. Der Meisterschaftsführende habe "etwas mehr Pace im letzten Renndrittel" gehabt, schildert Auer: "Aber ich konnte ihn hinter mir halten und bin einfach glücklich."

Auer lobt Mechaniker: "Absolute Legenden"

Dabei begann das Rennwochenende am Samstag mal wieder überhaupt nicht nach Wunsch. Im Chaos der Startphase wurde auch der Mercedes von Auer in Mitleidenschaft gezogen, was seine Mechaniker zu einer Nachtschicht zwang. Umso überschwänglicher fiel dann auch Auers Lob für seine Crew aus.

"Bei meinen Mechanikern muss man sich keine Sorgen machen. Sie sind absolute Legenden", stellt er klar. Das Auto habe nach der Kollision am Samstag "ziemlich schlimm" ausgesehen, betont Auer. "Umso glücklicher war ich nach dem Qualifying und nun auch nach dem Rennsieg. Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt", jubelt er.

Sein Winward-Rennstall reihte sich damit in einen exklusiven Kreis der diesjährigen DTM-Teams ein. Neben AF Corse ist Winward erst das zweite Team, das mit zwei Fahrern jeweils mindestens ein Rennen gewinnen konnte. Schon mit dem Erfolg von Philip Ellis am Lausitzring trug sich die Truppe als erstes siegreiches US-Team in die DTM-Geschichtsbücher ein.

Auer und Winward: Das passt

"Es zeigt einfach, wie gut das Team ist, wie gut wir als Team arbeiten. Sie machen einen tollen Job", sagt Auer über den früheren HTP-Rennstall, mit dem er erstmals in seiner Karriere zusammenarbeitet. Wenngleich Winward in der DTM Neuling ist, so profitierte Auer wiederum von der Erfahrung des Teams mit GT3-Boliden.

"Ich konnte mit ein paar Sachen helfen, aber mit den neuen Autos haben sie mehr Erfahrung als ich. Da konnte ich mehr von ihnen lernen als sie von mir", sagt Auer und stellt klar: "Wir als Team haben einfach einen tollen Job gemacht." Möglicherweise mündet diese Zusammenarbeit ja noch in weiteren Siegen.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

DTM-Zusammenfassung Lausitzring

Wasserschlacht & Kaiserwetter

Auf dem Lausitzring hatten die 20 Piloten mit maximal unterschiedlichen Wetterbedingungen zu kämpfen: Im Samstagsrennen bestimmten Regenmassen das Geschehen während am Sonntag die besten Motorsportbedingungen vorherrschten

Buchrezension “Helden der Ringe“

Österreichs F1-Piloten in kompakter Form

Wer fuhr für Österreich Formel-1-Rennen (oder versuchte sich zumindest, dafür zu qualifizieren)? Harold Ian Miltner hat die Antwort in ein Buch verpackt, im Juni kann man es bei einem F1-Event in der Lugner City in Wien deutlich günstiger erstehen.

Zusammenfassung: 24h Rennen Nürburgring

24 minus 1

Das Rennen zweimal rund um die Uhr stand ganz im Zeichen des Eifelwetters und ging eine Stunde früher als geplant zu Ende. Der Nebel führte zu einem Rennabbruch per roter Flagge, weil die Sichtweite nur noch ungefähr 100 Meter reichte

24h Le Mans: Testtag

Test as test can

Nach der technischen Abnahme der letzten beiden Tage bestand heute für die 23 HyperCars, 16 LMP2 Renner und 23 LMGT3 die Möglichkeit, auf der Strecke zu checken, ob in der eigentlichen Vorbereitung alle Varianten von Einstellungen auch auf der Strecke unter den aktuellen Gegebenheiten wie gewünscht funktionieren.

24h Le Mans: Quali I

Le Mans: der besondere Dienstag

Der Dienstag vor dem Rennwochende ist ganz besonders: Man trifft sich in der Boxengasse vor den einzelnen mit High Tech hochgerüsteten „Garagen“ – die Piloten treffen sich mit den bereits an der Strecke befindlichen Zuschauern zur Pit-Stop-Challenge der Mechaniker-Crews.