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Indy Autonomous Challenge: Countdown läuft
TUM

Das erste fahrerlose Autorennen steht an

Auf dem Indianapolis Motor Speedway findet in diesem Jahr, am 23. Oktober 2021, das erste fahrerlose Rennen der Welt statt: die Indy Autonomous Challenge. Das Team der TUM gewährt Einblicke.

Johannes Posch

Autofahren ist schon an sich eine recht komplexe Angelegenheit. Vor allem natürlich im Grenzbereich eines Fahrzeugs; vulgo Rennsport, bei dem man dann ja zudem noch selten allein unterwegs ist. Dementsprechend ist die Entwicklung von Autos, die ohne Fahrer über eine Strecke heizen und um Podiumsplätze fighten können, alles andere als leicht. Die Technische Universität München (TUM) stellt sich dem dennoch. Konkret ein Team aus 13 Doktoranden und 30 Studierenden von den Lehrstühlen für Fahrzeugtechnik und für Regelungstechnik, die beim kommenden, ersten offiziellen Rennen rein autonomer Autos um den Sieg kämpfen wollen.

Die Daten im Überblick:
• Vom 8. bis 12. Januar findet der 3. Hackathon statt, bei dem die Teams in Zweier-Gruppen gegeneinander antreten.

• Am 27. Februar haben die Teams ein letztes Mal Gelegenheit, ihre Software beim 4. Hackathon zu testen. Bei diesen virtuellen Vorab-Rennen werden nur wenige Rennwagen gleichzeitig auf der Strecke sein.

• Am 27. Mai findet ein Simulation Race statt, bei dem die Rennwagen aller Teams gleichzeitig an den Start gehen. Das virtuelle Rennen findet in einer Simulationsumgebung statt, welche die Verhältnisse auf dem Speedway in Indianapolis exakt wiedergibt.

• Vom 27. bis 29. Mai werden die Fahrzeuge übergeben. Alle Rennwagen sind baugleich. Die Teams dürfen nun ihre Software installieren und testen.

• Vom 5. bis 6. Juni, 4. bis 6. September und 19. bis 20. Oktober finden gemeinsame Testfahrten auf dem Indianapolis Motor Speedway statt. Zwischen diesen Terminen wird das Team an der Verbesserung ihrer Software arbeiten.

• Am 23. Oktober findet auf dem Indianapolis Motor Speedway das finale Rennen statt. Auf den Sieger wartet ein Preisgeld von 1.000.000 US-Dollar.

„Die Anforderungen, die bei der Indy Autonomous Challenge an ein Fahrzeug gestellt werden, sind enorm“, erklärt Alexander Wischnewski, Teammanager des TUM Autonomous Motorsport Teams. „Anders als im normalen Straßenverkehr gibt es so gut wie keine Regeln, das Verhalten der anderen Fahrzeuge ist daher schwer vorhersehbar. Bei Geschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern muss der Software-Rennfahrer extrem schnell auf Veränderungen reagieren.“

Und das TUM-Team ist alles andere als ein Neuling auf dem Gebiet. Es hat bereits 2018 bei den Roborace-Demonstrationen beim Formula-E Event in Berlin und 2019 auf der Rennstrecke im spanischen Monteblanco erste Erfahrungen gesammelt. Allerdings, so stellt das Team fest, sind diese nur schwer übertragbar: In Monteblanco gab es noch strikte Abstands- und Überholregeln, in Indianapolis hingegen ist alles erlaubt, was auch bei einem normalen Autorennen nicht gegen die Regeln verstößt. „Wir haben daher die Software völlig neu konzipiert“, sagt Wischnewski.

Aber bei der IT-Entwicklung geht es um mehr, als "nur" das Rennen zu gewinnen, betont Wischnewski: „Wir können im Rennen die schnelle Reaktion eines autonomen Fahrzeugs auf unvorhergesehene Ereignisse bei hohen Geschwindigkeiten testen und optimieren. Von diesen Erfahrungen kann dann auch die Automobilindustrie profitieren.“

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