Rechbergrennen 2026: Bericht | 28.04.2026
Wochenende voller Rekorde
Der Rechberg erlebt ein Wochenende voller Rekorde…auch bei der 52. Auflage. Christian Merli und Ronnie Bratschi sind die Dominatoren des Berg-Klassikers. Christoph Lampert bester Österreicher. Neuer Streckenrekord bei den Tourenwagen und Höchstleistungen im Almenland
Dem Trio an der Organisationsspitze fällt ein Riesenstein vom Herzen: „Wir haben zwar mit einem enormen Zuspruch gerechnet, aber was von Freitag bis Sonntag hier am Rechberg los war, übertraf unsere kühnsten Erwartungen!“
Peter Eibisberger: „Wir können nur Danke sagen. An die Behörden – allen voran die steirische Landesregierung und Landeshauptmann Mario Kunasek. Die Bezirkshauptmannschaften, die beiden Gemeinden Fladnitz an der Teichalm und Semriach. Die unterstützenden Vereine KDW Motorsport und Auer Power Motorsport mit all ihren Helfern, die Feuerwehren mit ihrem großen, privaten Engagement und die Blaulicht-Organisationen – sie alle haben zum Gelingen dieser Veranstaltung wesentlich beigetragen. Und an alle Grundeigentümer, die maßgeblich dafür gesorgt haben, dass wirklich jeder seinen Platz hatte – egal ob Teilnehmer oder Besucher.“
Mario Klammer: „Ich kann Peter nur zustimmen. Von der FIA – der obersten Motorport-Föderation weltweit, kamen wieder extrem lobende Worte, die uns für die nächste Auflage im Jahr 2027 noch mehr motivieren. Mein persönlich größter Dank gilt den Fans, die diesmal in Scharen zu uns gekommen sind. So diszipliniert, mitdenkend und damit auch hilfreich für den gesamten Ablauf, kennt man das halt nur im Motorsport. Wir haben von unserer Polizei nur beste Rückmeldungen erhalten – danke dafür!“
Christian Ferstl: „Ich kenne jetzt jeden Kieselstein am Rechberg beim Vornamen, weil ich die letzten zwei Wochen quasi am Berg gewohnt habe. Unsere Zusammenarbeit mit der Straßenmeisterei, den Unterstützungsvereinen und allen Grundbesitzern war grenzgenial! Überall wurden wir mit offenen Armen empfangen und wirklich jeder hat mitgeholfen, wo er konnte. So macht arbeiten Spaß und ich ziehe den Hut vor der ganzen Bevölkerung von Tulwitz bis Rechberg-Dorf! Sie leben mit den natürlich entstehenden Einschränkungen, die dieses Mega-Event mit sich bringt, und nutzen gleichzeitig jede Möglichkeit, sich irgendwo hilfreich einzubringen.“
Zum Sportlichen: Auf der 4.440 Meter langen Rennstrecke war einiges los an diesem Wochenende. Schon der Samstag mit seinen zwei Trainingsläufen bot den Fans einen Einblick, was sie am Sonntag erwarten können – nämlich Bergrennsport vom Allerfeinsten.
251 Starter (darunter 11 Damen!) nahmen den Rechberg am Samstag in Angriff. Viele arrivierte Rechberg-Kenner matchten sich mit „Erstbesteigern“, die zum ersten Mal in die Oststeiermark gekommen waren, um die besten Trainingszeiten. Wobei die Top-Piloten allesamt noch nicht das zeigten, was sie wirklich draufhaben. Einige technische Ausfälle gab es zu vermelden, ansonsten aber ein faszinierender Trainingstag, der um 17.30 Uhr endete.
Der Vorjahressieger bei den Tourenwagen, Reto Meisel (SUI), wollte natürlich eine Wiederholung seines Erfolges. Aber einer hatte was dagegen: Ronnie Bratschi (auch ein Schweizer, fährt aber mit tschechischer Lizenz) zeigte schon am Samstag, dass er das Maß der Dinge sein wird. Und tatsächlich: Bratschi setzte seine Trainingsergebnisse am besten um und sicherte sich mit einer Zeit von 1:53,954 im ersten Lauf die Basis für den Gesamtsieg und fuhr damit gleichzeitig einen neuen Streckenrekord bei den Tourenwagen.
Zweitschnellster war Nikolay Zlatkov (AUT, Audi S1 Pikes Peak) (1:58,974), die dritte Zeit gab’s für Igor Stefanovski (MKD, Ferrari 488 Challenge Evo) (1:59,187).
Schnellster Steirer in der Kategorie 1 war Rupert Schwaiger mit seinem Porsche 911 Bi Turbo, der sich hervorragend gegen die starke Konkurrenz aufbäumte und nur knapp hinter den Stockerlplätzen abschloss.
Ein Blick zu den Proto-Typen zeigt uns, wie ungemein schnell die Spitzenpiloten agieren. Christian Merli (1:44,602) auf einem Nova NP 01-2 Cosworth holte sich den obersten Platz vor dem Franzosen Kevin Petit (FRA) mit seinem Nova NP 01-2 Honda Turbo mit 1:44,909, der dritte Zwischenrang gehörte dem Tschechen Petr Trnka auf Nova NP 01-2 Honda Turbo (1:45,805).
Hier war wieder einmal Christoph Lampert das österreichische Aushängeschild. Er trieb sein Arbeitsgerät (Nova NP 01-2 Honda Turbo) mit einer Zeit von 1:47,397 ins Ziel. Und dass, obwohl Christoph Lampert fast ein Jahr Renn-Pause hatte. Der sympathische Vorarlberger nahm’s aber locker: „Es war mein erstes Rennen am Berg nach echt langer Zeit. Wir haben also noch wenig Erfahrung und müssen erst wieder in den Flow kommen. Deswegen zählt jeder Kilometer – ich bin sehr zufrieden.“
Für atemberaubende Spannung für den zweiten Sturm auf den Rechberg war also gesorgt und die Fans konnten diesen kaum erwarten. Schließlich dauerte der erste Lauf etwas mehr als 3 Stunden, weil einige der Lenkrad-Artisten die Tücken des Rechbergs unterschätzten und der Berg sie gnadenlos bestrafte. Zwar nur wenige Blechschäden und Kaltverformungen, aber mehrere technische Ausfälle, die für viel Arbeit für die Streckenmannschaft sorgten, aber die Damen und Herren zeichneten sich durch schnelle und professionelle Handlungsweise aus. Allein die Anzahl der Einsätze war mächtig hoch und damit verfloss die Zeit rasend schnell.
Schon vorweg: Christian Merli dominierte auch den zweiten Lauf und zauberte wieder eine Fabelzeit von 1:44,002 auf den Berg – das ist eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 153,7 Stundenkilometer.
Höchstgeschwindigkeit: 246,7 Km/h
Bei den Tourenwagen war Ronnie Bratschi nicht zu schlagen. Er trieb seinen Mitsubishi Lancer Evo 7 RS auch im zweiten Lauf mit einer Zeit von 1:54,260 gnadenlos zur Passhöhe und sicherte sich damit seinen ersten Rechberg-Sieg.
Der alles entscheidende zweite Rennlauf wurde wie üblich mit den Teilnehmern der historischen Klassen gestartet. Heuer war das Rechbergrennen wieder das erste Rennen zur historischen Europameisterschaft 2025 und die vielen Fans erlebten ein wahres Feuerwerk an verschiedenen Fahrzeugen – von den Tourenwagen bis hin zu den offenen „Oldies“, die aber schon mächtig Gas gaben.
Die Gesamt-Ergebnisse nach zwei Renndurchgängen:
HHC (Historische Europameisterschaft)
Alessandro Bertanza (ITA – Breda BRP 5C) 4:11.840
Josef Cermak (CZE – Osella PA 20/S) 4:13.717
Franz Guggemos (AUT – Osella PA 4/5) 4:37.571
EHC (Moderne Europameisterschaft) – Category 2
Christian Merli (ITA – Norma NP 01-2 C Cosworth) 3:28.604
Kevin Petit (FRA – Norma NP 01-2 C Honda Turbo) 3:28.951
Petr Trnka (CZE – Nova NP 01-2 C Honda Turbo) 3:32.299
EHC (Moderne Europameisterschaft) – Category 1
Ronnie Bratschi (CZE – Mitsubishi Lancer Evo 7 RS) 3:48.214
Nikolay Zlatkov (AUT – Audi S1 Pikes Peak) 3:56.897
Reto Meisel (SUI – Mercedes-Benz SLK 340 Judd V8) 3:57,906
Slowenische Meisterschaft
Milan Bubnic (SLO – Lancia Delta HF Integrale) 4:06,957
Matevz Cuden (SLO – Porsche 991.2 GT3 Cup) 4:11.944
Anze Dovjak (SLO – Hyundai i30 N TCR) 4:14.103
Slovakische Meisterschaft
Matej Homola (SVK – Hyundai I30 N TCR) 4:10.557
Bartlomiej Madziara (POL – Lamborghini Huracan ST Evo2) 4:20.921
Michael Tautscher (AUT – Mitsubishi Lancer Evo 9) 4:27.633
ÖBM Historisch (Österreichische Bergmeisterschaft)
Franz Guggemos (AUT – Osella PA 4/5) 4:37.571
Gerald Glinzner (AUT – Porsche 911 Carrera SC) 4:49.920
Reinhold Prantl (AUT – Porsche 911 Carrera RS) 5:02.037
ÖBM Modern (Österreichische Bergmeisterschaft)
Christian Merli (ITA – Norma NP 01-2 C Cosworth) 3:28.604
Kevin Petit (FRA – Norma NP 01-2 C Honda Turbo) 3:28.951
Petr Trnka (CZE – Nova NP 01-2 C Honda Turbo) 3:32.299
Schnellster Österreicher: Christoph Lambert (Gesamtplatz 6) 3:33.972
Schnellster Steirer: Kevin Raith (Gesamtplatz 15)
Schnellste Steirerin: Kerstin Taus (Gesamtplatz 29)
In Wertung: Gesamt 222
Ausgefallen/Nicht gestartet: 29














