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Lücke zwischen Realität und Simulation schrumpft

Goodyear und rFactor 2-Entwickler Studio 397machen in Sachen Authentizität und Realismus gemeinsam einen Schritt nach vorn. Für die Le Mans Virtual Series kommen durch Zusammenarbeit von Simulations-Entwicklern und Reifenhersteller hochmoderne Reifenmodelle zum Einsatz.

Das Streben nach Realismus ist das Nonplusultra im virtuellen Rennsport. Tausende von Berechnungen und Permutationen im Verlauf jeder Runde tragen dazu bei, eine Welt zu erschaffen, die die Realität nachahmt. Nur wenige Simulationen kommen an den Detailgrad heran, den rFactor 2 in seine Engine packt. Die Zusammenarbeit zwischen Goodyear und Studio 397, den Entwicklern der Simulation, hat zu einem bedeutenden Fortschritt bei der Nachbildung des Verhaltens von Rennreifenmodellen in der virtuellen Umgebung geführt. So können eSports-Racer in der Le Mans Virtual Series noch intensiver das Gefühl erleben, das die Piloten im realen Motorsport beim Kampf um den Ruhm antreibt.

Die Zusammenarbeit zwischen Goodyear und Studio 397 bietet eSports-Racern über das Physikmodell von rFactor 2 ein authentisches, immersives und datengesteuertes Erlebnis. Die Entwicklungsingenieure von Goodyear spielten eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Reifenmodells.

Jahrelange Erfahrung in neuen Dimensionen

Die langjährige Erfahrung von Goodyear im Endurancesport macht das Unternehmen zum idealen Partner, um die Höhen und Tiefen von Le Mans in die virtuelle Welt zu bringen. Goodyear sammelte bei den 24 Stunden von Le Mans 14 Gesamtsiege und ist derzeit offizieller Reifenlieferant für die LMP2-Kategorie in der FIA World Endurance Championship. In der European Le Mans Series werden sowohl die LMP2- als auch die LMGTE-Kategorie exklusiv von Goodyear beliefert. Bezeichnenderweise sind dies die beiden Kategorien, die den Teilnehmern auch in der virtuellen Serie zur Verfügung stehen, was die Beziehung zwischen eSport und Rennstrecke noch stärker macht.

Die Kombination aus echten FIA-Reifenoptionen für die Le Mans Virtual Series und realitätsgetreuen Strecken bedeutet für die eSports-Fahrer, dass sie mit den gleichen strategischen Dilemmas konfrontiert werden wie die Piloten bei den realen 24 Stunden von Le Mans.

Die Simulation ist so realitätsgetreu, dass die Entwickler feststellen, dass sich das fahrerische Können auf der Rennstrecke auf die virtuelle Welt überträgt, wie Dom Duhan, DMO von Studio 397, erklärt: „In den vergangenen Jahren haben wir festgestellt, dass die Erfahrung der Piloten aus dem realen Motorsport so hilfreich ist wie nie zuvor, die Herausforderungen im Spiel zu meistern. Zum Beispiel können sie bei nassen und wechselhaften Bedingungen viel mehr ausrichten, genau wie in der realen Welt.“

Für Goodyear eröffnen sich durch die Beteiligung am virtuellen Rennsport neue Möglichkeiten. „Reifen sind von Natur aus komplex zu simulieren, da viele Faktoren ihre Leistung beeinflussen“, erklärt Joao Coelho, Manager Testing & Track Support Car Motorsport EMEA bei Goodyear. „Dies ist eine Partnerschaft, von der beide Seiten profitieren und die rFactor 2 eine zusätzliche Ebene der Authentizität verleiht. Das Reifenmodell von Goodyear ist das vollständigste auf dem Markt, und Goodyear steht im Mittelpunkt des virtuellen Rennerlebnisses. Das Potenzial ist riesig.“

Der Wettbewerbsvorteil

Genau wie in der realen Welt sind Reifenverschleiß, Temperatur und Druck entscheidend für einen Wettbewerbsvorteil in der Le Mans Virtual Series. Da die Simulation die grundlegende Reifenphysik ständig verbessert und weiterentwickelt, müssen die Teams immer ausgefeiltere Einstellungen vornehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. So ist zum Beispiel das Aufwärmen der Reifen ein entscheidender Faktor, um nach einem Boxenstopp einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu haben. Mit der Anleitung von Goodyear haben Aspekte wie Streckentemperatur und Fahrereingaben einen realistischeren Einfluss auf das Auto. In der Simulation werden die Parameter für jeden dieser Aspekte berechnet, um eine dynamische virtuelle Welt zu schaffen.

Wie ein Fahrer die Reifen in der Simulation einstellt und die Leistung aus ihnen herauskitzelt, funktioniert wie im richtigen Leben. Neben der verbesserten Reifenmodellierung hat Studio 397 weitere zentrale Entwicklungen wie die Wärmeübertragung durch die Bremsen integriert. Das Verhalten der Reifen, das Fahrgefühl und die Entwicklung über eine Renndistanz werden schnell zu einem integralen Bestandteil des gesamten virtuellen Rennerlebnisses; das Management der Reifentemperaturen kurz nach einem Boxenstopp kann den Unterschied zwischen einem Vorsprung vor den Konkurrenten oder dem Verlust wertvoller Zeit ausmachen.

Das Streben nach Realismus

Studio 397 ist in der Lage, diesen Grad an Realismus zu erreichen, indem es zunächst Laserscans von jeder Strecke macht. So wird sichergestellt, dass die Proportionen der Strecke, Höhenunterschiede und Unebenheiten erfasst werden. Anschließend wird in Zusammenarbeit mit Goodyear ein Reifen entwickelt, der sich wie ein echter Reifen anfühlt, verhält und abnutzt. So entstehen Rennen, die sich sowohl für die Zuschauer als auch für die Teilnehmer authentisch anfühlen.

Duhan beschreibt, wie die Zusammenarbeit mit Goodyear funktioniert: „Wir beginnen mit der Frage 'Was passiert, wenn?', und wenn wir diese Frage mehrere tausend Mal beantwortet haben und wir zufrieden sind, weil die Simulation unseren Erwartungen entspricht, haben wir ein realistisches Modell. Aus diesem Grund war die Partnerschaft mit Goodyear so wichtig. Der Zugang zu denjenigen, die am nächsten an den echten Reifen dran sind, hat unsere Entwicklung und unser Verständnis in einer Weise beeinflusst, die sonst unmöglich gewesen wäre.

„Nur wenige Menschen können Ihnen sagen, welche Auswirkungen ein Anstieg der Streckentemperatur um ein Grad auf einen fünfundzwanzig Runden alten Goodyear-Reifen hat. Es sind diese Elemente des Simulators, die selbst für die Fahrer nicht wahrnehmbar sind, aber dennoch zum Gesamtgefühl der Authentizität beitragen. Die vielen hochkarätigen Rennfahrer, die uns ein überwältigend positives Feedback geben, sind ein Beweis dafür.“

Das Ergebnis dieses umfassenden Engagements für Perfektion ist ein virtuelles Rennerlebnis, das die Herausforderungen und das Prestige eines der berühmtesten - und schwierigsten - Rennen des Motorsports vermittelt. „Le Mans Virtual ist eine hervorragende Gelegenheit, sich im Bereich des eSports zu profilieren, einer Branche, die ein enormes Wachstum und eine große Popularität verzeichnet“, so Coelho abschließend. „Wir sind stolz darauf, mit dem engagierten Entwicklungsteam von Studio 397 zusammenzuarbeiten, um die jahrzehntelange Tradition von Goodyear im Langstreckenrennsport in neue Dimensionen zu führen.“

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