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VLN-Umbau: Mike Jäger neuer NLS-Chef, Karl Mauer wieder an Bord Mike Jäger ist neuer Geschäftsführer der VLN Sport GmbH & Co. KG und damit NLS-Chef
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VLN-Umbau: Mike Jäger neuer NLS-Chef, Karl Mauer wieder an Bord

Alles neu auf der Führungsebene der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS): Mike Jäger neuer NLS-Chef, Karl Mauer als Berater wieder dabei

Neuanfang und Rückbesinnung - so ungefähr lassen sich die ersten Maßnahmen nach dem Erdbeben zusammenfassen. NLS-Pilot Mike Jäger ist neuer Geschäftsführer der VLN Sport GmbH & Co. KG und folgt auf Ralph-Gerald Schlüter. Ihm zur Seite steht mit Karl Mauer ein alter Bekannter. Der 74-Jährige wird Jäger beraten.

Wie angekündigt, sind der bisherige Geschäftsführer Ralph-Gerald Schlüter - offiziell aus familiären Gründen - Michael Bork (Leiter Technik und Renndirektor) und Volker Strycek (Leiter Technik) zurückgetreten. Aber auch Frank Taller (Stellvertretender Leiter Sport und Rennleiter) hat seine Ämter in der VLN Sport GmbH & Co. KG mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Die weitreichenden Änderungen wurden auf der Jahreshauptversammlung der VLN Sport GmbH & Co. K am Mittwoch beschlossen. Zu dieser trafen sich die Gesellschafter der VLN Sport GmbH & Co. KG, also unter anderem die neun Vereine, die die acht NLS-Läufe veranstalten (das 12-Stunden-Rennen wird von zwei Ortsclubs durchgeführt).

Jäger kennt die Nürburgring-Langstrecken-Serie bestens. Das Mitglied des MSC Adenau ist seit 2006 in dem Nordschleifen-Championat als Teilnehmer am Start. Jäger errang 27 Klassensiege, zuletzt 2020 mit einem Ferrari 488 GT3 in der SP9 Am.

Kommen die Organisationsstrukturen auf den Prüfstand?

Sein momentan letzter Start datiert auf den 10. Juli 2021, als er ebenfalls auf dem Racing-One-Ferrari mit Christian Kohlhaas und Carrie Schreiner auf den dritten Platz in der SP9 Pro-Am bei sieben gestarteten Teilnehmern fuhr.

Hauptberuflich ist Jäger selbstständiger Unternehmensberater und gilt dabei als Restrukturierungsexperte. Auf der Homepage seiner Firma in Kaiserslautern wirbt er mit einem "hohen Maß an Empathie und Bodenständigkeit". Eigenschaften, die in der NLS nach den jüngsten Ereignissen von Vorteil sind.

Dass die VLN-Gesellschafter einen Experten in Sachen Restrukturierung und Organisationsstrukturen an die Spitze gewählt haben, deutet darauf hin, dass Reformen angestrebt werden. Mehrere Teilnehmer wünschen sich geglättete Strukturen und eine "Gesundschrumpfung" des gesamten Organisationsapparats. Vielleicht auch deshalb wurden noch keine weiteren neuen Personalien bekanntgegeben.

Jäger wird sich nun auf die Expertise Mauers stützen, der von 2011 bis 2017 als Chef der damaligen VLN Langstreckenmeisterschaft fungierte und diese durch die turbulenten Zeiten des Nürburgring-Verkaufs an russische Investoren führte.

Viele Herausforderungen

Unter Mauer wurde einst die VLN aus einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts in eine Offene Handelsgesellschaft (oHG) umgewandelt. Anfang 2022 wurde aus dieser wiederum eine GmbH & Co. KG, also eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Kombination mit einer Kommanditgesellschaft. Auch die Vermarktungsgesellschaft VLN VV wurde während Mauers Amtszeit gegründet.

Jäger blickt einer Reihe von Herausforderungen entgegen. Die Startzahl der in NLS ist zuletzt dramatisch zurückgegangen. Teilnehmer beklagten sich neben mangelnder Kundenfreundlichkeit vor allem über eine äußerst raue Gangart von schnellen Fahrzeugen, die sich mittlerweile nicht mehr nur auf die GT3-Klasse (SP9) beschränkt.

Starterfelder von unter 100 Autos bedeuten einen massiven Verlust für den Veranstalter. Eine Nenngelderhöhung würde bedingt Abhilfe schaffen, aber die Teamvereinigung ILN hat bereits Widerstand dagegen angekündigt.

Und über allem schweben Inflation, generelle wirtschaftliche Unsicherheit im Zuge des Ukrainekriegs, unterbrochene Lieferketten, Energiekrise und eine noch immer nicht vollständig überwundene Pandemie. Mittelfristig kommen Herausforderungen durch die Antriebsdiversifizierung im PKW-Bereich hinzu.

Um Jäger drehte sich im Jahr 2018 eine kuriose Geschichte: Eigentlich hatte er in den sozialen Medien seinen Rücktritt als Fahrer verkündet. Als er sich dann jedoch ein Motorrad kaufte, überredete ihn ein Sponsor, der sich Sorgen um seine Gesundheit machte, zum Comeback auf vier Rädern.

Motorsport-Total.com

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