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Top 10 der größten Dramen in Le Mans - Platz 6 Ralf Kelleners, Thierry Boutsen, Geoff Lees (Toyota GT-One) bei den 24h Le Mans 1998
Motorsport Images

Top 10 der größten Dramen in Le Mans - Platz 6: Ralf Kelleners 1997/98

100 Jahre 24 Stunden von Le Mans, 10 Dramen - Herzzerreißende Geschichten vom Circuit de la Sarthe - Heute: Ralf Kelleners und sein doppeltes Pech

Ralf Kelleners mag vielleicht nicht unbedingt der erste Name sein, der einem einfällt, wenn man an Pechvögel bei den 24 Stunden von Le Mans denkt. Tatsächlich aber hatte der Deutsche zweimal - noch dazu in aufeinanderfolgenden Jahren - derart Pech, dass er in unsere Liste der größten Le-Mans-Dramen gehört.

Da wäre zunächst das Jahr 1997 mit Porsche. Der 911 GT1 Evo, den sich Kelleners mit Yannick Dalmas und Emmanuel Collard teilte, fuhr vom Start weg in der Spitzengruppe mit. Gegenüber dem offenen Porsche von Joest TWR, der im Vorjahr gewonnen hatte, besaßen die geschlossenen Werks-Porsche einen kleinen, aber nicht unwesentlichen Vorteil.

Nachdem Bob Wollek im anderen 911 am Sonntagmorgen einen Unfall hatte, führten Kelleners/Dalmas/Collard das Rennen an. Weniger als zwei Stunden vor Schluss das Drama: Nach einem routinemäßigen Boxenstopp reihte sich Kelleners mit einer Runde Vorsprung wieder auf der Strecke ein, als der Porsche wenige Kilometer später auf der Hunaudieres-Gerade plötzlich Flammen schlug.

Kelleners konnte sich auf dem brennenden Auto befreien, aber das Rennen war gelaufen. Ursache war ein Ölleck. Der Sieg ging an den damals 29-jährigen Tom Kristensen.

Für die 24 Stunden von Le Mans 1998 wechselte Kelleners ins neue Toyota-Werksteam. Er teilte sich das Cockpit eines der beiden brandneuen GT-One mit 3,6-Liter-V8-Twinturbo mit Thierry Boutsen und Geoff Lees. Als am Schwesterauto von Martin Brundle, Eric Helary und Emmanuel Collard eine ganze Reihe technischer Probleme auftrat, übernahmen Kelleners und Co. die Führung.

In der Nacht gab es auch am anderen Toyota Getriebeprobleme, weshalb Porsche das Kommando übernahm. Die 911 GT1-98 bekamen aber ihrerseits technische Probleme. Und so lag der vom siebten Startplatz ins Rennen gegangene Toyota von Kelleners/Boutsen/Lees am Sonntagmorgen doch wieder in Führung.

Weil aber das Getriebe weiterhin Sorgen bereitete, wurde die Übersetzung ein zweites Mal geändert. So kam erlangte der Porsche von Allan McNish, Laurent Aiello und Stephane Ortelli wieder Anschluss und es kündigte sich ein Duell Toyota vs. Porsche an.

1:20 Stunden vor Schluss lag Boutsen an der Spitze, verfolgt von McNish, als das Getriebe des Toyota endgültig versagte. Dem enttäuschten Boutsen blieb nur festzuhalten: "Porsche hätte uns nie und nimmer eingeholt."

Kelleners wurde so ein weiteres Mal um den Le-Mans-Sieg gebracht. Einen Klassensieg (GT2) hatte er im Jahr 1996, direkt bei seinem Debüt an der Sarthe, errungen. Ein Gesamtsieg aber sollte ihm nie gelingen.

Motorsport-Total.com

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