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Lautere Formel-1-Motoren ab 2026? Klingen die Formel-1-Autos ab 2026 wirklich wieder lauter?
Motorsport Images

Lautere Formel-1-Motoren ab 2026? Fahrer zwischen Hoffnung und Skepsis

Die Formel-1-Piloten begrüßen den Plan, die Motoren ab 2026 wieder lauter zu machen - Allerdings gibt es auch Skepsis darüber, wie viel man tatsächlich tun kann

Seit dem Beginn der Hybridära im Jahr 2014 ist der Sound der Formel-1-Motoren ein großer Streitpunkt. Vor allem vielen älteren Fans der Königsklasse klingen die aktuellen Boliden nicht mehr aggressiv genug. Sie wünschen sich den Sound der alten Saugmotoren zurück.

Formel-1-Boss Stefano Domenicali kündigte nun jüngst in einem Interview mit dem australischen Radiosender '3AW' an, dass die neuen Motoren, die in der Formel 1 ab 2026 eingesetzt werden, in der Tat wieder lauter als die aktuellen Hybridantriebe klingen sollen.

"Natürlich müssen wir einen Hybrid verwenden", sagt Domenicali dort. "Aber die Absicht ist, in den neuen Regeln sicherzustellen, dass der Motorensound lauter sein wird", so der Formel-1-Boss. Keine große Überraschung: Die Piloten begrüßen diesen Vorstoß.

"Ich persönlich bin ein großer Fan davon", sagt zum Beispiel Charles Leclerc und verrät: "Ich weiß noch, wie ich in Monaco, als ich jünger war, den Grand Prix verfolgte. Der Lärm brachte etwas in die Veranstaltung. Ich würde es lieben, wieder lautere Autos zu haben."

Auch Esteban auch Ocon war als Kind beeindruckt vom Sound der damaligen Formel-1-Autos. "Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie diese Autos bis zu 19.000 Umdrehungen pro Minute erreicht haben. Es war einfach wunderbar, das zu hören", so der Franzose.

Bestimmt der Sound die Wahrnehmung?

Das Thema sei "sehr wichtig", so Ocon, der allerdings skeptisch ist, "ob [der neue Motor ab 2026] besser klingt." Doch er betont: "Ich glaube Stefano. Ich denke, dass er sehr, sehr gute Kenntnisse hat." Die Formel 1 sei mit dem Ansatz "auf dem richtigen Weg", betont er.

Bei den neuen Antrieben soll der elektrische Teil der Powerunit in Zukunft 50 Prozent der Gesamtleistung beisteuern. Außerdem wird die MGU-H abgeschafft und der Kraftstoff soll zu 100 Prozent nachhaltig sein. Grundsätzlich bleibt es aber bei 1,6-Liter-V6-Turbo-Motoren.

"Ich frage mich natürlich, wie viel getan werden kann", gibt sich daher auch Weltmeister Max Verstappen skeptisch. Auch er erinnert sich zurück und erklärt, früher habe man sich beim Sound der Formel-1-Boliden gedacht: "Wow, das ist unglaublich!"

Faktisch seien die Autos auf den Geraden damals aber langsamer gewesen "als die, die wir jetzt fahren", erklärt Verstappen. Das sei ein Beleg dafür, dass der Sound "einen sehr großen Einfluss" auf die Wahrnehmung habe. Das sieht auch George Russell so.

Hülkenberg: Sound löst Emotionen aus

"Ich glaube, dass die Wahrnehmung von Geschwindigkeit und Sound irgendwie zusammengehört", sagt der Mercedes-Pilot und erklärt: "Ich denke, wir alle würden [lautere Autos] begrüßen." Der Brite nennt ein Beispiel aus dem Straßenverkehr.

"Im Vereinigten Königreich gab es einmal ein Auto, einen Citroen Saxo, an dem die Leute einen riesigen Auspuff anbrachten, sodass man ihn schon von weitem hörte, und man dachte, es sei ein Ferrari. Aber es stellte sich heraus, dass es dieser Saxo war", grinst Russell.

Nico Hülkenberg sagt über den Sound: "Es ist eine Emotion, und ich glaube, davon hatten wir deutlich weniger. Es ist jetzt viel besser, als ich anfangs [der Hybridära] dachte. 2014 und 2015 waren nicht so toll, aber ich denke, es sind definitiv positive Nachrichten."

Früher sei es "Teil der Aufregung" gewesen, weil man die Autos schon aus einer großen Entfernung beim Weg an die Rennstrecke gehört habe. Aktuell bleibt noch abzuwarten, ob die Formel-1-Autos ab 2026 wieder ähnliche Gefühle bei den Fans auslösen werden.

Motorsport-Total.com

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