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GP der Niederlande: Fr. Training Oscar Piastri war in der Boxengasse in einen kuriosen Zwischenfall verwickelt
LAT Images

Kuriose Kollision zwischen Piastri und Russell

Fernando Alonso sorgt auch im zweiten Training beim Grand Prix der Niederlande für eine Sensation, während Lance Stroll einen schweren Crash baut

Lando Norris (McLaren) hat sich im zweiten Freien Training zum Grand Prix der Niederlande 2025 in Zandvoort die Bestzeit gesichert. Die Session, in der es trotz schlechter Wettervorhersage nie regnete, war aber durch eine ganze Reihe von Zwischenfällen geprägt - darunter auch eine ziemlich kuriose Kollision zwischen WM-Leader Oscar Piastri (McLaren) und George Russell (Mercedes).

Der Zwischenfall ereignete sich rund 20 Minuten vor Schluss des Trainings, und zwar in der Boxengasse, als Piastri vor der McLaren-Garage zunächst nach rechts abbog, dann aber merkte, dass die wartende Crew jene von Norris war, also nochmal nach links ausscherte, auf die sogenannte "Fast-Lane" - wo es zu einem zwar harmlosen, aber doch spürbaren Zusammenstoß mit Russell kam, der naturgemäß davon ausging, dass ihm Piastri nicht im Weg stehen würde.

"Fucking Jesus! Oh mein Gott!", fluchte Russell am Boxenfunk. Dann erkundigte sich sogar Toto Wolff: "Was ist passiert, George?" Worauf der antwortete: "Piastri bog an die Box ab, ich überholte links, und dann lenkte er einfach in mich rein." Eine Szene, bei der sich ORF-Experte Alexander Wurz "gut vorstellen" kann, "dass McLaren dafür eine Geldstrafe bekommt". Die FIA kündigte jedenfalls an, sich nach dem Training mit dem Fall auseinandersetzen zu wollen.

So blieb Norris in der durch zwei rote Flaggen und eine VSC-Phase zerrupften Session am Ende Schnellster, mit einer Bestzeit von 1:09.890 Minuten. Zweiter wurde Fernando Alonso, der die starke Form von Aston Martin aus dem ersten Training bestätigen konnte, und Dritter Piastri. Der Australier hatte gerade mal 0,089 Sekunden Rückstand auf Norris.

Alonso, findet Wurz, sei am Freitag "ein Ausreißer" mit einer "sehr schnellen und starken Runde" gewesen. "Allerdings das Training mit dem leichten Nieseln am Anfang und dann dem stärker werdenden Wind auch nicht einfach zu deuten. Die Longruns kann man auch nicht wirklich heranziehen, denn da waren unterschiedliche Spritmengen im Spiel."

Bestätigt habe sich die Vormachtstellung von McLaren, meint Wurz, "aber es ist eine Spur knapper, als es noch im ersten Training der Fall war. Ich denke, wir werden auch morgen im dritten Training wieder ganz genau hinschauen müssen. Es bleibt irgendwie ein bisschen undurchsichtig, wie die exakte Performance-Hackordnung ist. Nicht vorne in der ersten Reihe, sondern dahinter."

Russell wurde am Ende Vierter, ihm fehlten allerdings schon 0,384 Sekunden; vor Lokalmatador Max Verstappen (Red Bull) und Lewis Hamilton (Ferrari). Letzterer war auf weichen Reifen gerade drauf und dran, seine schnellste Rundenzeit der Session zu fahren, als er ausgangs Kurve 9 seinen zweiten 360-Grad-Dreher des Wochenendes fabrizierte.

Wurz: "Er geht früh ans Gas, das Auto hat hinten überhaupt keinen Grip mehr, er versucht es durchzuziehen, ist dann am Dreck draußen und dreht sich. Unterm Strich ein Fahrfehler." Hamilton blieb trotzdem in der Ergebnisliste vor Yuki Tsunoda (Red Bull) und 0,096 Sekunden vor seinem Teamkollegen Charles Leclerc (8./+0,944), der bereits im ersten Training geraunt hatte, Ferrari sei "meilenweit weg" von der Spitze.

Für Lance Stroll (18./+2,085), im ersten Freien Training noch sensationell Dritter, war die Session schon nach gut zehn Minuten vorbei. Der Aston-Martin-Pilot nahm laut Wurz "eine extrem hohe Linie" in die Hugenholtzbocht (Steilkurve), "war um einiges zu schnell - und findet dann den Grip nicht mehr".

Ein Unfall, der eine zehnminütige Unterbrechung nach sich zog, den Mechanikern eine Menge Arbeit bescherte - und dem vorbeifahrenden Verstappen erschrecken ließ: "Sind seine Hände okay? Ich habe gesehen, wie er in die Mauer eingeschlagen hat!" Doch Stroll überstand den Crash ohne nennenswerte Verletzungen.

Verstappens Sorge wurde möglicherweise durch die Erinnerung an seinen ehemaligen Red-Bull-Kollegen Daniel Ricciardo hervorgerufen. Der flog 2023 im zweiten Freien Training ebenfalls in der Hugenholtzbocht ab, auf ganz ähnliche Art und Weise, und zog sich dabei mehrere Brüche seines Mittelhandknochens zu, was ihn wochenlang außer Gefecht setzte.

Kaum war die Session wieder freigegeben, kickte ein virtuelles Safety-Car ein. Diesmal rollte Isack Hadjar (20./Racing Bulls/ohne Zeit) mit einem technischen Defekt aus, kurz nach einem Wechsel der Powerunit in der Pause nach dem ersten Training. "Ich habe keine Power", meldete er am Boxenfunk. "Das war's. Halte auf der Strecke an, am besten vor einem Notausgang", antwortete sein Renningenieur.

Teamchef Peter Bayer erklärt nach der Session im Interview mit dem ORF: "Soweit wir sehen, hat es mit der Batterie zu tun. Da war irgendetwas nicht hundertprozentig verbaut, deswegen war auch das Auto nicht hundertprozentig sicher. Das heißt, Isack musste rausspringen, ohne den Boden oder einen Stewart zu berühren."

22 Minuten vor Schluss kam es dann ein zweites Mal zu einer roten Flagge. Alexander Albon (Williams) passierte in der Tarzanbocht ein ähnliches Malheur wie Verstappen am Ende des ersten Trainings, als er geradeaus untersteuerte (laut Wurz "zu schnell") und sich den Frontflügel an den Barrieren lädierte.

Albon versuchte noch, rückwärts wieder auf die Strecke zu schieben, grub sich bei dem Versuch aber ins Kiesbett ein und musste aussteigen. Bis zu dem Zeitpunkt hatte er 16 Runden absolviert, und am Ende belegte er mit 1,866 Sekunden Rückstand den 17. Platz.

Dass es am ersten Tag so viele Fehler gab, erklärt Wurz so: "Einerseits ist die Strecke nicht einfach, aber wir haben auch wechselhafte Bedingungen. Zuerst kein Wind, dann wieder stärkerer Wind wie im ersten Training, und so passieren dann diese kleinen Fehler. Da sehen die Fans zu Hause, wie schwierig die Autos zu fahren sind und wie schmal der Grat ist, auf dem sich die Fahrer bewegen."

Motorsport-Total.com

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