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GP von Australien: Fr. Training Charles Leclerc sicherte sich die Bestzeit im ersten Freien Training in Melbourne
LAT Images

Nach Leclerc-Bestzeit am Freitag: Wurz "sehr beeindruckt von Ferrari"

Die beiden Superstars Lewis Hamilton und Max Verstappen waren nicht diejenigen, die dem Freitagstraining in Australien ihren Stempel aufgedrückt haben

Charles Leclerc und McLaren haben dem Freitagstraining beim Formel-1-Saisonauftakt 2025 ihren Stempel aufgedrückt. Nachdem Lando Norris (McLaren) in der ersten Session zu Mittag Bestzeit erzielt hatte, war im zweiten Freien Training Leclerc Schnellster, dicht gefolgt von Norris und dessen McLaren-Teamkollege Oscar Piastri.

Leclerc ist froh, dass Ferrari aus seiner Sicht "viel besser als beim Test" aufgestellt ist: "Es war ein solider erster Tag. Das Gefühl war gut. Es gibt ein paar Dinge, die wir verbessern müssen. Jetzt müssen wir schauen, ob wir das morgen wiederholen können, wenn wir mehr pushen."

Norris gilt trotzdem weiterhin als Topfavorit auf den Sieg, auch wenn er den ersten Trainingstag selbst als "so lala" empfunden hat: "Wir haben eine gute Basis, aber ich bin nicht zufrieden mit der Balance. Besonders mit wenig Benzin. Mit mehr Benzin fühlt es sich gut an. Ist ein bisschen wie beim Testen in Bahrain: einfach zu inkonstant, zu viele Probleme. Ich glaube trotzdem, dass wir stark sein werden."

Ferrari-Superstar Lewis Hamilton belegte am Ende von Tag 1 im Albert Park Platz 5, 0,420 Sekunden hinter Leclerc. Der siebenmalige Weltmeister klagte zu Beginn der zweiten Session über Untersteuern und musste sich teamintern klar geschlagen geben. Was Teamchef Frederic Vasseur keine Sorgen bereitet: "Ich habe absolut keine Zweifel daran, dass er sehr bald performen wird. Letztes Jahr war Carlos im ersten Training auch Elfter, und am Sonntag hat er das Rennen gewonnen."

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Es gab am Freitag aber auch positive Überraschungen. Den zweiten Platz von Carlos Sainz (Williams) im ersten Training zum Beispiel. Oder die Positionen 4 und 6 für die beiden Racing Bulls im FT2. Yuki Tsunoda lag kurzzeitig sogar in Führung. Am Ende fehlten ihm 0,345 Sekunden auf die Bestzeit, und auf Teamkollege Isack Hadjar hatte er 0,235 Sekunden Vorsprung.

Marko erwartet bestenfalls Podium für Verstappen

Immerhin also eine erfreuliche Nachricht für Red Bull. Denn beim A-Team rund um Weltmeister Max Verstappen lief es nicht so gut. Verstappen belegte mit 0,624 Sekunden Rückstand Platz 7. Selbst wenn er noch nicht alle Karten aufgedeckt haben sollte, scheint Red Bull derzeit nicht auf McLaren-Niveau zu sein.

"Es scheint, dass McLaren das stärkste Team ist", analysiert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Dahinter wird's eng zwischen Ferrari, Mercedes und uns." Für Red Bull sei das erste Training besser gewesen als das zweite: "Die Änderungen danach waren nicht erfolgversprechend. Ich schätze, dass wir zwei Zehntel zurück sind, und erwarte maximal die zweite Reihe. Ganz vorne sind wir nicht dabei. Ein Podium im Rennen ist unter normalen Verhältnissen das Maximum."

"Ich würde sagen, es ist knapp. Wenn die Tagesverfassung nicht passt, bist du Vierter oder Fünfter", analysiert ORF-Experte Alexander Wurz. "Ich bin sehr beeindruckt vom Ferrari. Mir kommt fast vor, das ist das beste Auto, das fahrbarste Auto, in dem sich die Fahrer am meisten wohlfühlen. Der McLaren scheint an der Hinterachse ein schmaler Grat zu sein."

Mit großer Spannung wurden am Freitag insbesondere die teaminternen Duelle beobachtet, die sich im Vergleich zu 2024 verändert haben. Verstappen behielt dabei klar die Oberhand: Er war um 0,577 Sekunden schneller als der Neuseeländer Liam Lawson, der 2025 Sergio Perez ersetzt und nicht über Platz 17 hinauskam.

Hülkenberg: Ausritt war "nicht optimal"

Hamilton war in beiden Sessions langsamer als Leclerc, und Nico Hülkenberg (Sauber) durch nach einem durchwachsenen Auftakt im zweiten Training überraschend auf Rang 8 - 0,722 Sekunden hinter Leclerc, aber 0,686 Sekunden vor Gabriel Bortoleto, also jenem Formel-1-Rookie, den Helmut Marko kürzlich sinngemäß als "B-Ware" bezeichnet hat.

"Der Ausritt in Highspeed-Kurve 6 war nicht optimal", räumt Hülkenberg ein, betont aber im Interview mit Sky, dass der erste gemeinsame Freitag mit dem neuen Team "ganz okay" gewesen sei: "Es ist noch alles frisch und neu. Hat sich ganz okay angefühlt. Wenn man reinkommt und sich die Rundenzeiten anschaut, war es vielleicht okay."

Mercedes: Mit harten Reifen schneller als mit weichen

Groß war der Rückstand von Mercedes. George Russell wurde Zehnter, 0,843 Sekunden hinter Leclerc. Und Rookie Andrea Kimi Antonelli 16. Letzterer war um 0,352 Sekunden langsamer als Russell, blieb aber, anders als bei seinem ersten Freitagstraining im vergangenen Jahr in Monza, fehlerlos.

Bei Mercedes herrscht trotzdem kein Frust vor: "Die Pace steckt im Auto", ist Russell überzeugt. "Ich war mit den harten Reifen schneller als mit den weichen. Wir müssen nur verstehen, warum das so ist, damit wir das Maximum aus den Reifen herausholen können."

Bearman nach FT1-Crash: "Geht auf meine Kappe"

Übrigens: Oliver Bearman (Haas) konnte am zweiten Freien Training im Albert Park nicht teilnehmen. Zwar versuchten seine Mechaniker, den Schaden nach dem FT1-Crash rechtzeitig zu beheben. Doch der 19-Jährige konnte nicht auf die Strecke gehen und blieb ohne Zeit. Sein Teamkollege Esteban Ocon (+1,595) wurde 19.

"Eigentlich hatte ich ein gutes Gefühl", sagt Bearman über sein Malheur. "Aber ich wollte zu früh zu viel. Ich habe in der Formel 2 gelernt, sofort auf Speed zu gehen, weil man da ja nur ein Training hat. Aber das ist für die Formel 1 nicht die richtige Herangehensweise. Der Crash geht total auf meine Kappe. Ich schulde den Jungs ein paar Bier."

Wo kann man den Grand Prix von Australien live sehen?

Ganz egal, ob ihr die Sessions zu nachtschlafender Zeit in Deutschland gesehen oder sie verschlafen habt: Auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de gibt's jeden Tag die F1-Show mit der Zusammenfassung und Analyse der Ereignisse in Melbourne. Die Livestreams mit Kevin Scheuren und Christian Nimmervoll sind jeweils für 13 Uhr deutscher Zeit geplant.

Wer das Wochenende in Melbourne wirklich live sehen möchte, für den gibt's in Deutschland aber nur eine Option: Sky. Der Free-TV-Provider RTL zeigt zwar das erste Qualifying der Formel-1-Saison 2025 live, das Rennen (Start: Sonntag um 5 Uhr) aber nicht.

Motorsport-Total.com

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