MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Großer Fehler von Marko Red-Bull-Sportchef Helmut Marko im Formel-1-Fahrerlager 2025
circuitpics.de

Großer Fehler von Helmut Marko: Nun folgt die prompte Entschuldigung

Eine Fehldeutung nach dem Rennen führte zu heftigen Online-Reaktionen: Mit Abstand räumt Red Bull die Vorwürfe gegen Antonelli nun offiziell aus

Wenige Stunden, nachdem Äußerungen von Helmut Marko zu einem gegen Mercedes-Fahrer Andrea Kimi Antonelli gerichteten Shitstorm geführt hatten, ruderte der Red-Bull-Sportchef zurück. Marko sagte im Gespräch mit F1-Insider.com: "Es tut mir leid, dass Antonelli so viel Ärger im Netz bekommen hat."

Red Bull hatte diesen Ärger durch vorschnelle Aussagen heraufbeschworen: Verstappen-Renningenieur Gianpiero Lambiase hatte direkt nach der Zieldurchfahrt an Max Verstappen gefunkt, Antonelli habe dessen WM-Rivalen Lando Norris "vorbeigelassen". Marko griff diese These wenig später auf und sagte bei Sky, das Vorbeilassen sei "so offensichtlich" gewesen.

Mit etwas Abstand bewertet Marko die Situation jedoch anders: "Ich habe mir die Aufnahmen noch mal genau angeschaut. Es war ein Fahrfehler und keine Absicht. Um das noch mal klarzustellen: Antonelli hat Norris nicht mit Absicht vorbeigelassen", erklärte Marko bei F1-Insider.com.

Auch Red Bull meldet sich - aber ohne Entschuldigung

Auch Formel-1-Team Red Bull gab eine Stellungnahme heraus, um die Sache klarzustellen - ohne aber Lambiase oder Marko zu nennen. Der Rennstall verwies lediglich auf "Äußerungen vor dem Ende und unmittelbar nach dem Grand Prix" und erklärte diese Äußerungen für "eindeutig falsch". Denn: "Die Wiederholungen zeigen, dass Antonelli für einen Moment die Kontrolle über sein Auto verlor und Norris ihn daher überholen konnte."

Das kurze Statement schließt jedoch nicht mit einer Entschuldigung. Red Bull erklärte lediglich, es sei "sehr bedauerlich, dass Kimi dadurch online Anfeindungen erfahren hat". Der Mercedes-Fahrer ersetzte als Reaktion auf den Online-Hass zwischendurch sein Profilbild in den sozialen Netzwerken durch ein komplett schwarzes Bild.

Antonelli-Teamchef Toto Wolff hatte sich bereits direkt nach dem Rennen entsetzt gezeigt über die Aussagen aus dem Red-Bull-Lager und die Äußerungen als "totalen, völligen Unsinn" bezeichnet. Angesprochen auf die Theorie von Marko, hatte Wolff gesagt: "Wie hirnlos muss man sein, um so etwas überhaupt zu behaupten?"

FIA veröffentlicht Statement

Am Montagnachmittag schaltete sich auch der Automobil-Weltverband (FIA) ein und versandte eine Mitteilung, in der er "jede Form von Missbrauch und Belästigung" verurteilte. Weiter hieß es: "Es bleibt von entscheidender Bedeutung, dass alle Beteiligten in unserem Sport in einem sicheren und respektvollen Umfeld arbeiten können."

"Wir stehen hinter Andrea Kimi Antonelli und rufen die gesamte Gemeinschaft - online wie offline - dazu auf, Fahrer, Teams, Offizielle und das gesamte sportliche Umfeld mit dem Respekt und der Anteilnahme zu behandeln, die sie verdienen."

Mit unbedachten Äußerungen kennt sich Marko aus ...

Marko ist in der Vergangenheit schon mehrfach mit seinen Kommentaren in die Kritik geraten, zum Beispiel im Herbst 2023, als er die Formschwankungen von Red-Bull-Fahrer Sergio Perez an dessen Herkunft festmachte. Marko sagte damals bei ServusTV: "Er ist Südamerikaner, und er ist halt im Kopf nicht so völlig fokussiert, wie es beispielsweise Max oder wie es Sebastian war." Das löste große Proteste vor allem in spanischsprachigen Medien aus.

Später entschuldigte sich Marko für seine Formulierung und nannte es "falsch, einen Bezug zu seiner Herkunft herzustellen. Ich möchte klarstellen, dass ich felsenfest davon überzeugt bin, dass man Menschen [...] nicht generalisieren kann."

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Trotz Gerüchten um einen vorzeitigen Abgang von Red Bull wird Gianpiero Lambiase auch 2026 an Bord sein und Renningenieur von Max Verstappen bleiben

WEC Hypercar und IMSA GTP

Wer für 2026 Updates bringt und wer nicht

Vollständige Übersicht, welche Hypercar- und GTP-Hersteller für das Langstreckenjahr 2026 Upgrades an ihren Boliden planen und welche nicht

Suzuka verkauft Asphalt

Wenn Formel-1-Geschichte greifbar wird

Ein Stück Rennstrecke für zuhause: Warum Suzuka seinen Asphalt zum Verkauf anbietet und was erste Bilder über die Sammlerobjekte verraten

Wirbel vor den F1-Tests: Ein Schlupfloch im 2026er-Reglement sorgt für Streit - Mercedes und Red Bull stehen im Fokus, die FIA ruft zum Krisentreffen