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Umsatzeinbruch von 58 Prozent Nach drei Monaten Pause startete bei KTM wieder die Vollproduktion
KTM AG/Felix Steinreiber

Pierer Mobility mit Umsatzeinbruch von 58 Prozent: KTM fährt Produktion hoch

Nach drei Monaten Stillstand startet KTM wieder Produktion - Trotz Umsatzeinbruchs im ersten Halbjahr 2025 stieg das Eigenkapital und die Verschuldung sank

Positive Nachrichten aus Oberösterreich: Die KTM AG hat am Montag (28. Juli) wie geplant die Motorradproduktion auf allen vier Linien in ihren Stammwerken Mattighofen und Munderfing wieder aufgenommen. Rund 1.000 Mitarbeiter kehren somit wieder in ihren regulären Arbeitsablauf zurück.

Nach Anmeldung des Insolvenzverfahrens der KTM AG sowie zweier Tochterfirmen im Herbst 2024 musste die Produktion zunächst für drei Monate heruntergefahren werden, konnte dann aber wieder aufgenommen werden.

Am 28. April wurden die Bänder aufgrund von Lieferengpässen erneut stillgelegt. Während des Sanierungsverfahrens, das mit finanzieller Unterstützung von Bajaj erfolgreich abgeschlossen wurde, konnten gegenüber Lieferanten keine neuen Verpflichtungen eingegangen werden.

Nun wurden die Lieferketten wieder vollständig reaktiviert, wie KTM in einer Aussendung bestätigt. Somit kann wieder in allen Produktionsbereichen in Tagschichten in einer Fünf-Tage-Woche in Vollzeitbeschäftigung gearbeitet werden.

"Das gesamte KTM-Team hat sehnsüchtig auf diesen Augenblick gewartet, in dem die Produktion wieder startet", sagt KTM-CEO Gottfried Neumeister. "Es liegen Wochen der intensiven Vorbereitung und Planung hinter uns."

"Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle unseren Mitarbeitenden, die in den vergangenen Monaten mit unglaublichem Einsatz, Flexibilität und Zusammenhalt wesentlich dazu beigetragen haben, dass dieser Neustart möglich ist."

"Wir freuen uns, ab heute wieder voll durchstarten zu können - sowohl als Arbeitgeber für unsere Kolleginnen und Kollegen als auch als verlässlicher Partner für unsere Händler und Lieferanten." Parallel zur Wiederaufnahme des Betriebs intensiviert KTM auch die Personalsuche.

Die vorläufigen Ergebnisse des ersten Halbjahres 2025

Denn im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 wurde die Mitarbeiteranzahl um 28,6 Prozent von 6.024 auf 4.303 Beschäftigte reduziert. Am 25. Juli hat die Pierer Mobility AG die vorläufigen Finanzzahlen für das erste Halbjahr 2025 veröffentlicht.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 sank der Absatz der gesamten Gruppe von 147.496 auf 85.284 Motorräder, was einem Minus von 42,2 Prozent entspricht. Die Absatzentwicklung spiegelte sich im Umsatz wider, der um 57,8 Prozent auf 425 Millionen Euro sank.

46,5 Prozent des Umsatzes wurden in Europa erwirtschaftet, 32,4 Prozent in Nordamerika und 21,1 Prozent in sonstigen Märkten. In Indien, dem Heimatmarkt von KTM-Partner Bajaj Auto, stiegen die Absätze im Vergleich zum Vorjahr um mehr als acht Prozent.

Die Endkundennachfrage lag mit über 100.000 verkauften Motorrädern über den Erwartungen. Deshalb wird in der Aussendung betont, dass dadurch Lagerbestände deutlich abgebaut werden konnten. Detaillierte Zahlen zu Lagerbeständen wurden nicht genannt.

Im Fahrradbereich setzte die Gruppe im ersten Halbjahr 50.107 Fahrräder ab (Elektrofahrräder und Fahrräder). Damit verläuft der geordnete Rückzug aus dem Geschäftsfeld Fahrrad deutlich schneller als geplant.

Die Fahrradmarken Husqvarna sowie GasGas werden bis Ende 2025 ausverkauft sein - sämtliche Garantie-, Service- und Ersatzteillieferungen werden gemäß den gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungserfordernissen weitergeführt. Die Marke Felt wird fortgeführt.

Trotz des starken Umsatzrückgangs konnte die Pierer Mobility AG ihre Bilanz wieder ins Plus drehen. Möglich machte dies ein Restrukturierungsgewinn von 1,187 Milliarden Euro. Dadurch stiegen die wichtigsten Kennzahlen deutlich.

Das operative Ergebnis (EBITDA) lag bei 1,003 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) bei 931 Millionen Euro und der Gewinn nach Steuern bei 740 Millionen Euro. Gleichzeitig wurde das Eigenkapital mit 533 Millionen Euro wieder positiv, und die Nettoverschuldung sank auf 756 Millionen Euro - mehr als eine Halbierung im Vergleich zum Vorjahr.

Motorsport-Total.com

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