Bortolotti verlässt Abt! | 20.02.2026
Grasser zeigt neuen Lamborghini und DTM-Duo 2026
DTM-Star Mirko Bortolotti verlässt Abt nach nur einem Jahr und gibt 2026 sein Comeback beim Grasser-Team: Wer im Temerario-Debütjahr sein Teamkollege wird
Was Motorsport-Total.com schon vor Monaten vermutete, ist jetzt offiziell: Ex-DTM-Champion Mirko Bortolotti kehrt 2026 zum Grasser-Team zurück! Das österreichische Lamborghini-Team hat bei der Vorstellung des Programms für die Saison 2026 offiziell verkündet, dass der 36-jährige Italiener, der als stärkster Lamborghini-Werksfahrer gilt, in der DTM und in der GT-World-Challenge Europe (GTWCE) für die Grasser-Truppe antreten wird.
Damit verabschiedet sich Bortolotti nach nur einer Saison vom Abt-Team, in der der Titelverteidiger nicht über einen sechsten Platz hinauskam und 14. in der Gesamtwertung wurde. Er kehrt zu dem Team zurück, mit dem er 2022 in seinem ersten DTM-Jahr um den Titel kämpfte und Vierter wurde - und das sich im Vorjahr als stärkste Lamborghini-Mannschaft herausstellte.
Bortolottis neuer Teamkollege wird der frischgebackene Lamborghini-Werksfahrer Maximilian Paul, dessen eigenes Team nicht mehr in der DTM startet. Die Grasser-Truppe geht also 2026 mit einer komplett neuen Fahrerkombination an den Start, nachdem Jordan Pepper zu BMW wechselte und Luca Engstler das Team in Richtung Abt verlässt. Durch die Grasser-Bekanntgabe sind sieben Boliden für die DTM-Saison 2026 bestätigt .
Neuer Temerario: Wird 2026 für Grasser ein "Lehrjahr"?
"Ich freue mich sehr, wieder bei GRT zu sein und die Herausforderung Temerario GT3 zusammen anzugehen", freut sich Bortolotti über sein Grasser-Comeback im Jahr des GT3-Modellwechsels. "Gemeinsam haben wir in der Vergangenheit unzählige internationale Erfolge gefeiert und in dieser Kombination auch in der DTM das bis dato beste Ergebnis des Teams erzielt."
Der Wahlwiener möchte 2026 an die DTM-Saison 2022, in der Bortolotti und Grasser lange an der Spitze lagen, anknüpfen. Man wisse "aber auch, dass die Prioritäten mit dem neuen Auto erstmal woanders liegen werden", rechnet Bortolotti mit einer Gewöhnungsphase an den neuen Temerario GT3. Interessant ist, dass auch Teamchef Gottfried Grasser von einem "Lehrjahr" spricht, obwohl man in Hinblick auf die Fahrer "perfekt aufgestellt" sei.
Der neue Turbobolide, der von Lamborghini erstmals ohne Audi-Vorarbeit entwickelt wurde und im März bei den 12h von Sebring sein Debüt feiert, löst nach elf Jahren den Huracan GT3 Evo2 ab. Mit dem 2015 eingeführten Boliden, an dessen Entwicklung Grasser sogar beteiligt war, gelangen dem Team insgesamt 27 Siege. Den neuen Temerario lernt die Truppe gerade bei von Lamborghini organisierten Tests kennen. Danach wird das Auto ausgeliefert.
Gerüchte um Grasser-Markenwechsel vom Tisch
Mit der Bekanntgabe sind auch die Gerüchte um einen Grasser-Markenwechsel vom Tisch. Der Name McLaren tauchte diesbezüglich immer wieder auf - womöglich auch, weil Ex-Lamborghini-Motorsportchef Giorgio Sanna seit November 2025 für den GT-Bereich der britischen Marke verantwortlich ist.
Grasser hat im Zuge der Bekanntgabe auch die Fahrzeugdesigns und Startnummern für die kommende Saison präsentiert: Bortolotti wird wie 2022 mit der Startnummer 63 antreten, sein Bolide erinnert optisch an Peppers Fahrzeug aus dem Vorjahr. Maximilian Paul erhält die Nummer 19, wodurch Grasser erneut mit den traditionellen Lamborghini-Nummern fährt, die auf das Gründungsjahr 1963 hinweisen.
Während das Engstler-Auto im Vorjahr wegen dessen Sponsor Liqui Moly deutlich mehr Weißanteil aufwies als das von Pepper, sehen die beiden Grasser-Boliden 2026 fast gleich aus. Das hat mit dem auf Goldanlage spezialisierten Hauptsponsor TGI zu tun, der auch wie 2025 für beide Designs verantwortlich zeichnet und sich bei Grasser in der DTM erneut auch in den Teamnamen eingekauft hat, wie der Name "TGI Team by GRT" beweist.
Bei Pauls Auto sind aber an der Front und vor dem Hinterrad die Logos seines persönlichen Sponsors Meyle auf blauem Grund zu sehen, wodurch die beiden Autos zumindest ein Unterscheidungsmerkmal aufweisen
Grasser verteidigt auch 24h-Spa-Sieg mit Bortolotti
Auch in der GTWCE-Langstreckenserie werden Bortolotti und Paul ein Team bilden. Als dritter Mann stößt der 41-jährige Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera zum Grasser-Team hinzu, das im Vorjahr die 24 Stunden von Spa gewann.
"Ich bin unbeschreiblich dankbar für die Möglichkeit, mit GRT in der DTM und in der GT-World-Challenge Europe anzutreten", freut sich der 25-jährige Paul über seine Rückkehr zum Grasser-Team, dem er 2023 auf dem Nürburgring als Ersatzmann sensationell den ersten DTM-Sieg bescherte. "Mit diesem Team und dazu noch an der Seite von Mirko in eine Saison zu gehen, sind für mich die besten Voraussetzungen."
Abgesehen davon sei es "etwas ganz Besonderes", wieder einen Grasser-Lamborghini zu fahren. "Wir haben damals in der DTM gemeinsam unseren ersten Sieg gefeiert und immer einen engen Austausch gepflegt", spielt Paul darauf an, dass sich die Paul- und die Grasser-Truppe in der Vergangenheit gegenseitig unterstützt haben.

















