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DTM-Rennen Lausitzring 1 Marco Mapelli (Abt-Lamborghini) gewinnt das erste DTM-Rennen am Lausitzring
ADAC Motorsport

Mapelli holt ersten Temerario-Sieg dank Boxenglück

Marco Mapelli hat im verrückten DTM-Rennen auf dem Lausitzring den ersten Sieg für den Lamborghini Temerario geholt - Ben Dörr und Ricardo Feller auf dem Podium

Der neue Stier aus Italien ist überraschend zu seinem ersten Sieg in der DTM gestürmt: Abt-Lamborghini-Pilot Marco Mapelli gewinnt das erste Rennen auf dem Lausitzring. Der 38-jährige Italiener, der von Startplatz 16 ins Rennen gegangen war, absolvierte seinen Pflichtboxenstopp während einer Full-Course-Yellow und profitierte dadurch von einem enormen Zeitvorteil.

"Ja, am Start haben wir gezockt, genauso wie andere auch, und ich habe dem Team vertraut", berichtet Mapelli bei ProSieben, denn trotz eines Regenschauers vor dem Start ging Abt mit Slick-Reifen in das Rennen. "Ich war mir aber nicht wirklich sicher, gerade in der ersten Runde. Aber manchmal musst du einfach auf Leute hören, die schon viel mehr gewonnen haben."

"Das hat gut geklappt", sagt der Italiener, der allerdings erst vom Boxenstopp während der Gelbphase profitierte. "Natürlich hatten wir Glück mit dem Full-Course-Yellow, das war ein Gamechanger. Ich glaube, dass es für alle, die an diesem Projekt arbeiten, eine schöne Belohnung ist. Ich bin glücklich."

Ben Dörr wiederholt sein Podium aus Zandvoort

Das gleiche Glück hatten auch Ben Dörr (Dörr-McLaren) und Manthey-Porsche-Pilot Ricardo Feller, die ebenfalls zum perfekten Zeitpunkt an die Box kamen und das Podium komplettieren. Polesetter Nicki Thiim (Comtoyou-Aston-Martin) hatte Pech: Der Däne belegt trotz eines mutigen Reifenpokers, der sich eigentlich schon ausgezahlt hatte, nur den vierten Platz.

"Damit hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet", sagt der zweitplatzierte Dörr bei ProSieben. "Ich bin eher davon ausgegangen, dass wir hier schlechte Karten haben. Aber Strategie und Wetter haben uns heute, wie auch den beiden anderen auf dem Podium, in die Karten gespielt."

"Ich glaube, wir haben heute alles richtig gemacht und können mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein", lobt der McLaren-Pilot sein Team. "Wir sind natürlich auf Slicks gestartet und haben damit ein bisschen gepokert, weil wir im Regen in der Vergangenheit immer wieder Probleme hatten."

Marco Wittmann (Schubert-BMW) wird Fünfter, gefolgt von Maximilian Paul (Grasser-Lamborghini) und Thierry Vermeulen im Emil-Frey-Ferrari. Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) belegt die achte Position, während Jules Gounon (Winward-Mercedes) und Matteo Cairoli (Emil-Frey-Ferrari) die Top 10 komplettieren.

Regenschauer sorgt für Reifenpoker beim Start

Die Teams und Fahrer standen bereits vor dem Rennen vor einer schwierigen Reifenentscheidung: Rund 15 Minuten vor dem Start ging ein heftiger Regenschauer nieder, der die Strecke innerhalb kürzester Zeit unter Wasser setzte und für eine fünfminütige Verzögerung sorgte.

Aufgrund der hohen Asphalttemperaturen, des starken Winds und der Tatsache, dass offenbar kein weiterer Niederschlag zu erwarten war, rechneten einige Teams mit einem schnellen Abtrocknen der Strecke. Mehrere Piloten entschieden sich deshalb für Slicks, darunter sogar Polesetter Thiim.

Nach zwei Einführungsrunden erfolgte der Start in der bekannten Zweierformation. Lucas Auer stürmte auf Regenreifen sofort an die Spitze, gefolgt von seinen beiden AMG-Markenkollegen Jules Gounon und Maro Engel. Der vierte AMG-Pilot Tom Kalender (Landgraf-Mercedes) wurde im Mittelfeld umgedreht.

Auch Bastian Buus kam nicht weit: Der Land-Porsche-Pilot drehte sich in Kurve 7 ins Kiesbett und blieb dort stecken, was die erste und einzige Safety-Car-Phase auslöste. Das spielte vor allem den Slick-Piloten in die Karten, die dadurch nicht noch mehr Boden verloren. Thiim war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits auf Rang 13 zurückgefallen.

Slick-Reifen werden zum entscheidenden Vorteil

Als das Safety-Car wenige Runden später wieder hereinkam, war die Strecke zwar deutlich trockener, die Piloten auf Slicks jedoch weiterhin im Nachteil. Auer verteidigte seine Führung gegen Gounon, während sich Engel dahinter mit Cairoli und Arjun Maini (HRT-Ford) geschlagen geben musste.

Bereits die zweite Runde nach dem Restart brachte die Wende: Die Rundenzeiten der Slick-bereiften Fahrzeuge wurden nun deutlich schneller. Thiim war zu diesem Zeitpunkt der bestplatzierte Pilot auf profillosen Reifen, fuhr rund zwei Sekunden schneller als die Spitze und begann, an den ersten Konkurrenten auf Regenreifen vorbeizuziehen.

Noch bevor sich das Boxenstoppfenster öffnete, hatte sich der Däne bereits an Auer vorbei an die Spitze geschoben. Entsprechend wenig überraschend war es, dass sämtliche Piloten auf Regenreifen bei erster Gelegenheit zum Wechsel auf Slicks an die Box kamen.

Eine Runde später absolvierten allerdings auch Thiim, Vermeulen und Paul ihren Pflichtboxenstopp, während Timo Glock seinen Dörr-McLaren aufgrund eines technischen Defekts auf der Strecke abstellen musste. Das wiederum führte zu einer Full-Course-Yellow-Phase, die zur rennentscheidenden Szene wurde.

Mapelli, Dörr und Feller mit Glück beim Boxenstopp

Zwar ist es nicht erlaubt, den Pflichtstopp während einer Full-Course-Yellow-Phase zu absolvieren, allerdings hatten Marco Mapelli, Ben Dörr und Ricardo Feller die Linie an der Boxeneinfahrt bereits überfahren, als die Gelbphase ausgerufen wurde. Deshalb wurde ihr Boxenbesuch als Pflichtstopp gewertet.

Nach dem Schließen des Boxenstoppfensters zeigte sich an der Spitze ein völlig anderes Bild: Mapelli lag plötzlich mit dem Abt-Lamborghini in Führung, dicht gefolgt von Dörr und Feller. Das Trio lag mehr als 20 Sekunden vor Thiim, der seinen gelungenen Reifenpoker beim Start trotz Aufholjagd nicht in einen Sieg ummünzen konnte.

Der Debüterfolg von Mapelli geriet in der Schlussphase nicht mehr in Gefahr. Der Italiener baute seinen Vorsprung auf Dörr in den letzten Runden sogar weiter aus und überquerte die Ziellinie schließlich als souveräner Sieger.

Maro Engel, der zuvor die DTM-Gesamtwertung angeführt hatte, erlebte dagegen ein schwieriges Rennen. Nach der Full-Course-Yellow rutschte der Winward-Mercedes-Pilot von der Strecke und rodelte durch das Kiesbett, was ihn weit zurückwarf. Am Ende landete Engel lediglich auf dem 15. Platz und sammelt dafür nur einen Zähler.

Der AMG-Pilot lieferte sich in der Schlussphase ein hartes Duell gegen Manthey-Porsche-Pilot Thomas Preining. Nach mehreren Positionswechseln, Kontakten und wütenden Funksprüchen behielt Preining letztlich die Oberhand. Engel muss seine Gesamtführung an Markenkollege Auer abgeben.

Für die Piloten bleibt kaum Zeit, die erhitzten Gemüter wieder abkühlen zu lassen: Bereits am Sonntag steht das sechste Rennen der DTM-Saison 2026 auf dem Programm. Nach dem morgendlichen Qualifying folgt um 13:30 Uhr der Start zur nächsten Hitzeschlacht auf dem Lausitzring.

Motorsport-Total.com

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