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Hockenheim: Die große DTM-Galerie

Porsche Pilot Preining schaffte im badischen Motodrom von Hockenheim am vergangenen Wochenende mit einem weiteren Podiumserfolg den Sprung an die Spitze. Seine fünf Mitbewerber, die vor dem großen Showdown auch noch Chancen auf den Titel hatten, mussten sich mit den weiteren Plätzen begnügen.

Rund 112.000 Zuschauer verfolgten bei wechselnden Wetterbedingungen den spannungsreichen letzten Auftritt der GT3 Boliden in der jetzt abgeschlossenen Saison 2026. Vor den beiden Läufen hatten noch sechs Piloten mit ihren Boliden von fünf Herstellern rechnerisch die Chance auf den Titel – faktisch wurden aber nur die in der Fahrerwertung führenden Drei als die aussichtsreichsten Kandidaten angesehen. Allen Voran Thomas Preining im Manthey Porsche. Der Österreicher hatte vor den Finals exakt 23 Zähler Vorsprung auf seine beiden schärfsten Verfolger Maro Engel im AMG-Mercedes und deren 24 Points auf Marco Wittmann im Schubert BMW. Aufgrund der am Samstag und Sonntag noch zu vergebenen 56 Zähler konnten sich auch noch der Kufsteiner Lucas Auer – ebenfalls AMG-Mercedes – Matteo Cairoli im vom Schweizer Frey Team eingesetzten Ferrari und Nicki Thiim mit Aston Martin des belgischen Comtoyou Racing Teams nach der Fahrerkrone greifen, nämlich dann, wenn die vor ihnen liegenden, besser platzierten Kollegen ein rabenschwarzes Wochenende gehabt hätten.

Nichts anbrennen lassen!

Preining machte bereits beim Auftakt, den beiden freien Trainings am Freitag ausgesprochen deutlich klar, dass er „nichts anbrennen“ lassen will. Im Trockenen ersten Durchgang, wie im Nassen zweiten Aufschlag, setzte er die jeweiligen Bestzeiten.
Im Quali für das Samstags-Rennen hatte zwar Luca Engstler in einem Abt-Lambo die Nase vorn, aber Preining lauerte in der zweiten Startreihe, weil Lucas Auer sich neben Engstler platzieren konnte. Das Rennen verlief dann aber nicht wie vom Tabellenführer gewünscht. Infolge der in den ersten Runden nahezu obligatorischen hautnahen Fights kam Preining auf den Grünstreifen und verlor einige Plätze. Dem nicht genug. Der Abflug von Luca Engstler hatte eine Rot-Phase - wegen verschobener Beton-Elemente - mit Neustart zur Folge. Und dann kämpfte sich der Linzer bis zur Zielflagge auf Platz 5 nach vorn. An der Spitze der Kufsteiner Auer keine Mühe und schaffte den Sprung nach ganz oben aufs Podium. Auer und Engel verkürzte so zwar ihre Rückstände, aber nicht gravierend.
Die Ausgangssituation für Preining am Sonntag war demzufolge vielversprechend. 20 Punkte Vorsprung auf Wittmann und deren 22 auf Engel – bei noch 28 am Sonntag zu vergebenen Zählern. Eindeutig Advantage Preining. Denn zusätzlich zu seinem Fight sprach auch seine Formkurve und damit die Ergebnisse in der zweiten Saisonhälfte Bände: Sechs Podiumsbesuche und fünf Starts aus der erste Reihe waren eindeutige Belege, die zudem von seinen vorherigen Hockenheim Resultaten quasi zusätzlich gestützt wurden. Bereits drei Mal stand er zuvor dort ganz oben auf dem Podium. Vor dem Lauf meinte er lässig: „Wenn man Meister werden will, hat man immer Druck. Aber auf diese Situation haben wir hingearbeitet und können damit umgehen.“ Auch Nicki Thiim der vor dem Samstagsrennen mit 50 Punkten auch noch theoretische Chancen hatte, sah Preining im Vorteil: "Preining wird das schon nach Hause bringen. Mit dem Vorsprung muss man das machen - und das wird er auch", meinte der gebürtige Däne. Preinings schärfster Verfolger Maro Engel dominierte dagegen die erste Saisonhälfte, schwächelte dann aber, gab sich aber optimistisch: „Es ist ein gutes Gefühl, in Hockenheim zum dritten Mal hintereinander am Meisterschaftskampf beteiligt zu sein. Ich mag diese wichtigen Momente und kann mit dem Druck gut umgehen. Unser gesamtes Team ist für das Finale bereit.“ Nur einen Punkt dahinter Wittmann. Der Fürther gewann vor dem Finale zwei von drei Rennen. Zu seinen Chancen meinte er vorab befragt: „Wir sind in der Jägerposition und haben nichts zu verlieren, sondern können nur gewinnen. Ich muss am Samstag vor Thomas Preining ankommen, dann ist im letzten Rennen am Sonntag einiges drin.“ Er sollte mit dieser Einschätzung recht behalten. Preining hielt sich aus allen Zweikämpfen heraus. Engel ging am Polesetter Buus vorbei und holte einen Laufsieg. Aber zu mehr reichte es nicht. Denn Preining wurde hinter seinem Team-Kollegen Ricardo Feller Dritter und holte so nach 2023 mit 12 Punken Vorsprung seinen zweiten Meistertitel. Engel wurde Zweiter, Wittmann Dritter. Samstags-Sieger Auer blieb nur der undankbare vierte Gesamtrang.
Völlig offen dagegen die Team-Wertung, in der noch 90 Zähler zu vergeben waren. Beste Ausgangsposition – parallel zur Fahrerwertung – Manthey (Porsche) mit 20 Punkten von Winward (AMG-Mercedes) und Schubert (BMW) weitere 13 Points zurück. Durch das Doppelpodium am Sonntag ging dieser Titel an Manthey.
Bei den Herstellern hatte Mercedes einen ausgesprochen komfortablen 68 Punkte Vorsprung auf Porsche. Die beiden „Schwaben“ machten die Entscheidung unter sich aus - mit dem besseren Ende für die Zuffenhausener. Auch das Samstagsergebnis – der Sieg von Auer und selbiger von Engel am Sonntag – brachten keine Änderung. In der Endabrechnung hatte Mercedes AMG sogar 84 Zähler Vorsprung.

Was gibt es sonst noch zu berichten?

*Aufgrund des noch nicht zugestellten Urteils im Radlager-Fall des Bortolotti Grasser Lambos sind die Platzierungen von Engel und Wittmann noch verschieben, wenn die FIA für Grasser entscheidet.
*Der Land Porsche präsentierte sich im Super Bowl Outfit – im Design der New England Patriots.
*Apropo Design: Auch bei Manthey modifizierte man die Optik der Renner von Preining und Feller. Auslöser für das Retro ist das 30jährige Bestehen des von Olaf Manthey gegründeten Teams
*Abt geht 2027 mit „Lambo“ im Design von Red Bull an den Start und will versuchen, den Titel wieder nach Kempten zu holen
*Das belgische Comtoyou-Team hält den absoluten GT3-Boxenstopp-Rekord mit exakt 5,51 Sekunden.
*Die erwarteten Verkehrsprobleme blieben weitgehend aus – eine Einbahnstraßen-Regelung – wie in den goldenen Jahren der Serie, als regelmäßig das Motodrom voll war, entschärfte die Situation merklich.
*Aston Martins dritter Mann in der Formel 1, Jak Crawford, wird nach seinem DTM-Test in Hockenheim als potentieller Fahrer für die Saison 2027 gehandelt.
*Die Motorworld beginnt Anfang 2027 mit dem Bau einer weiteren Destination – sie wird in die zwischen Süd- und Haupttribüne bestehende Infrastruktur so integriert, dass sie sich optisch harmonisch einfügt.
*Maro Engel hätte am letzten DTM-Wochenende auch IGTC-Meister werden können – ohne selbst vor Ort zu fahren. Als Führender rangierte er einem Punkt vor seinem dortigen Marken-Kollegen Maxime Martin aus Belgien und Luca Stolz in einem weiteren AMG-Mercedes. Zahlenspiele, bei dem am Ende der Begier die Nase vorn hatte. Beim 8 Stunden Rennen in Indianapolis holte er als Fünfter den vorherigen Rückstand auf und wurde neuer Titelträger und Engel vor Luca Stolz Zweiter, sodass die ersten drei Positionen der interkontinentalen Langstrecken Meisterschaft an Mercedes-AMG Piloten gingen.

* Die DTM-Saison 2027 beginnt in rund sechs Monaten – Ende April finden die Auftakt-Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg statt.

Die Übersicht:

* Termine und Strecken 2027
23.04. – 25.04.2027: Red Bull Ring
07.05. – 09.05.2027: Motorsport Arena Oschersleben
18.06. – 20.06.2027: DEKRA Lausitzring
02.07. – 04.07.2027: Norisring
06.08. – 08.08.2027: Circuit Zandvoort
20.08. – 22.08.2027: Nürburgring
24.09. – 26.09.2027: Sachsenring
08.10. – 10.10.2027: Hockenheimring

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