MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WEC Imola 2026 Das Duell des Rennens: Der Toyota #8 besiegte den Ferrari #51 durch schnellere Boxenstopps
FIA WEC/DPPI

Toyota schlägt Ferrari beim Heimspiel

Toyota verhindert einen zweiten Heimsieg von Ferrari bei den 6 Stunden von Imola in Folge - Großes LMGT3-Drama um McLaren

Die Tifosi mussten sich mit Platz zwei begnügen: Sebastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa haben dem Toyota TR010 Hybrid beim Debüt des Fahrzeugs unter diesem Namen mit seiner völlig neuen Optik gleich den ersten Sieg beschert. Der Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Giovinazzi; 2.) fiel in einem langen Zweikampf sukzessive vor allem durch Boxenstopps zurück.

Zunächst musste Toyota vor 92.175 Zuschauern einen Rückschlag einstecken, denn beim Start wurde Brendon Hartley fast schon erwartungsgemäß auf Platz drei zurückgereicht, als Miguel Molina im Ferrari #50 (Fuoco/Molina/Nielsen; 6.) den zweiten Platz übernahm und so eine Doppelführung herstellte. Das war für diesen Tag das höchste der Ferrari-Gefühle.

Schon beim ersten Stopp zeigte sich, dass Toyota an der Box einen leichten Vorteil gegenüber Ferrari hatte, als Hartley sich wieder auf die zweite Position schob. Für die #50 ging es ab diesem Zeitpunkt zurück, weil sie im Gegensatz zur #51 auf weichen Reifen gestartet war, für die es noch zu heiß war. Beim zweiten Stopp ging der Toyota dann auch am Ferrari #51 vorbei in Führung.

Boxenstopps machen den Unterschied

Im Rennen gab es zwei Safety-Car-Phasen, beide in der ersten Rennhälfte und unmittelbar nach einem Boxenstoppfenster. Nach 60 Minuten rollte der ASP-Lexus #87 (Umbrarescu/Schmid/Lopez; DNF) aus. In der dritten Stunde parkte Hypercar-Rookie Nick Cassidy den Peugeot #93 (di Resta/Vandoorne/Cassidy; 16.) im Kiesbett der Tamburello-Schikane.

Auch mit diesen Neutralisationen blieb es bei einem Duell um den Sieg zwischen dem Toyota #8 und dem Ferrari #51. Beide Fahrzeuge fuhren auf demselben Niveau, was zu einer spektakulären Hetzjagd nach dem zweiten Restart führte. Doch Toyota war an der Box immer ein Stück schneller und baute so den Vorsprung aus.

Beim vorletzten Boxenstopp kam es zur Vorentscheidung: Auch der Toyota #7 (Conway/Kobayashi/de Vries; 3.) zog am Ferrari #51 vorbei und konnte so der #8 ein noch größeres Polster verschaffen. Beim letzten Stopp brauchte die #7 dann neue Reifen und fiel wieder auf Platz drei zurück.

Eineinhalb Stunden vor Schluss kam es zu einem kurzen Regenschauer, der aber nicht ausreichte, um auch nur einen Gedanken an Regenreifen aufkommen zu lassen. Es war ein Streifschuss einer größeren Zelle, die größtenteils südlich vorbeizog. Eine noch größere Zelle mit sintflutartigem Regen verfehlte Imola nördlich.

Der Toyota #7 musste sich vom sechsten Startplatz aus nach vorne kämpfen. Eine große Hilfe bekam er, als sowohl der Ferrari #50 als auch der Cadillac #12 (Stevens/Nato; 13.), der zu Beginn um die Podiumsplätze kämpfte, eine Durchfahrtsstrafe auferlegt bekamen, weil sie unter gelber Flagge das Tempo nicht ausreichend verringert hatten.

Besonders bitter war in beiden Fällen, dass die Strafe unmittelbar nach dem letzten Restart abgesessen werden musste. Das warf beide Fahrzeuge ans Ende des Hypercar-Feldes zurück. So fand sich beim letzten Restart der Alpine #35 (da Costa/Milesi/Habsburg; 4.) kurz nach dem Restart auf dem dritten Platz wieder, wurde aber beim nächsten Boxenstopp vom Toyota #7 überholt.

BMW schien auf Kurs zu den Plätzen fünf und sechs zu sein, allerdings fiel die #15 (Magnussen/Marciello; 7.) noch dem Vorwärtsdrang des Ferrari #50 zum Opfer. Der BMW #20 (Frijns/Rast; 5.) hatte nur 1,1 Sekunden Rückstand auf den viertplatzierten Alpine.

Der Cadillac #38 (Bamber/Bourdais; 8.) rettete ein paar Punkte für General Motors an einem Tag, an dem mit dem anderen Fahrzeug so viel möglich gewesen wäre. Die Punkteränge komplettierten der Aston Martin #007 (Tincknell/Gamble; 9.) und der AF-Corse-Ferrari #83 (Ye/Kubica/Hanson; 10.), der im ganzen Rennen nie die Pace der Werkswagen hatte und sukzessive zurückfiel.

Ohne Punkte nach Hause gehen der Alpine #36 (Makowiecki/Gounon/Martins; 11.), der eine Durchfahrtsstrafe aufgrund zu schnellen Fahrens unter VSC absolvieren musste, der Peugeot #94 (Duval/Jakobsen/Pourchaire; 12.), der im Rennen nicht ansatzweise an seine Qualifying-Pace anknüpfen konnte, und der Aston Martin #009 (Riberas/Sörensen; 13.).

Für Genesis war es der Moment der Wahrheit: Nach 25.000 Testkilometern absolvierte der GMR-001 sein erstes Rennen. Während Daniel Juncadella den Genesis #19 (Jaminet/Chatin/Juncadella; 29.) nach nur einer Viertelstunde mit einem defekten Sensor zu einem Reparaturstopp über 20 Runden an die Box brachte, fuhr die #17 (Lotterer/Derani/Jaubert; 15.) ohne Probleme durch - mit einer anständigen Pace.

LMGT3-Drama um McLaren

Eigentlich schien der Garage-59-McLaren #10 (Au/Fleming/Kirchhöfer; 13. LMGT3) auf Siegkurs zu liegen, doch 33 Minuten vor Schluss gab es ein großes Drama: Der McLaren 720S LMGT3 Evo wurde langsam, führte mehrere Powercycles durch und musste letztlich für 15 Runden an die Box kommen.

So erbte der WRT-BMW #69 (McIntosh/Thompson/Harper; 1. LMGT3) den Klassensieg, gefolgt von der TF-Sport-Corvette #33 (McDonald/Edgar/Catsburg; 2. LMGT3) und dem Manthey-Porsche #92 (Shahin/Pera/Lietz; 3. LMGT3.)

Ex-Formel-1-Pilot Logan Sargeant fuhr bei seinem WEC-Debüt im Proton-Ford #88 (Gattuso/Levorato/Sargeant) auf den siebten Platz in der Klasse. Der Ford Mustang führte zwischenzeitlich die Klasse sogar an, weil er bei der ersten Gelbphase vom VSC profitiert hatte.

Der zweite Lauf der WEC findet vom 7. bis 9. Mai in Spa-Francorchamps statt.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Verstappen-Zukunft offener denn je

Verstappen-Zukunft: Was diesmal anders ist

Max Verstappen sagte in Japan, dass er "Lebensentscheidungen" zu treffen habe: Wie realistisch ist ein Abschied und was ist diesmal anders als in den Vorjahren?

F1-Pause: Wer profitiert

Neue Formel-1-WM ab Miami?

Die Formel 1 macht zwischen den Rennen in Japan und Miami eine fünfwöchige Pause: Welche Teams am meisten profitieren - und welche Teams darunter leiden

Toto Wolff gingen die Streitigkeiten zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg 2016 zu weit, sodass er beide Fahrer kurzzeitig freistellte und eine Warnung aussprach

Teamchef macht Druck

Die FIA muss endlich handeln!

McLaren-Teamchef Andrea Stella deutet an, dass der Unfall von Oliver Bearman in Suzuka vermeidbar gewesen wäre - Eine "einfache Lösung" gebe es jedoch nicht

FIA-Meeting am Donnerstag

Welche Optionen hat die Formel 1?

Am Donnerstag trifft sich die Formel-1-Elite, um über die neuen Regeln zu reden: Doch was kann überhaupt kurzfristig verändert werden?