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Domenicali nennt Perspektive Fotomontage: Startszenen der Formel 1 am Nürburgring und am Hockenheimring
Getty Images/KI-bearbeitet

Formel 1 vor Deutschland-Comeback?

Die Formel 1 prüft eine Rückkehr nach Deutschland: Doch zwischen ersten Gesprächen und einem tatsächlichen Comeback liegen noch erhebliche Hürden

Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali sprach kürzlich in einer Pressekonferenz davon, den Grand Prix von Deutschland wiederzubeleben. Er sagte: "Wir denken erstmals über die Möglichkeit nach, das Rennen mittelfristig zurückzubringen."

Von den beiden aktuellen FIA-Grad-1-Rennstrecken in Deutschland nannte Domenicali jedoch nur eine direkt: den Hockenheimring. "Dort verfolgt man derzeit eine etwas andere Ausrichtung im Motorsport", erklärte Domenicali. "Wenn wir ernsthaft über eine Rückkehr sprechen wollen, wären allerdings andere Investitionen erforderlich, denn unsere Plattform stellt hohe Anforderungen."

In Hockenheim hält man sich dazu bislang bedeckt. Die Hockenheimring-Geschäftsführer Jorn Teske und Jochen Nerpel erklären auf Nachfrage von Motorsport-Total.com lediglich, man stehe "in regelmäßigem Austausch mit der Formel 1", könne derzeit jedoch "keine neuen konkreten Ergebnisse oder Perspektiven kommunizieren".

Nürburgring: Unveränderte Haltung zur Formel 1

Der Nürburgring als Ausrichter des bislang letzten Grand Prix auf deutschem Boden scheint in den aktuellen Überlegungen der Formel 1 hingegen keine Rolle zu spielen. Nürburgring-Geschäftsführer Christian Stephani erklärte auf Nachfrage von Motorsport-Total.com: "Auf uns ist niemand zugekommen." Umgekehrt sei der Nürburgring auch nicht auf die Formel 1 zugegangen.

"Wir stehen einem Austausch zwar jederzeit offen gegenüber, sind aber für die kommende Saison bereits komplett ausgelastet. Unser Fokus liegt auf der Planung unseres besonderen 100-jährigen Jubiläums, im Rahmen dessen es im Juni 2027 ein großes Fan-Event geben wird", sagte Stephani.

Darüber hinaus hat sich die Haltung des Nürburgrings zur Formel 1 nicht verändert: "Wir stehen einer Rückkehr der Formel 1 weiterhin offen gegenüber - vorausgesetzt, die finanziellen Rahmenbedingungen passen."

Wie ein Formel-1-Comeback in Deutschland gelingen könnte

Vor allem, weil die finanziellen Rahmenbedingungen nicht mehr gepasst haben, gab es seit 2020 kein Formel-1-Rennen mehr in Deutschland. Der Nürburgring richtete damals als Ersatzstandort während der Corona-Pandemie einmalig den Grand Prix der Eifel aus. Im Jahr zuvor hatte der Hockenheimring den bisher letzten Grand Prix von Deutschland veranstaltet.

Zwar ist der Wille zu einer Neuauflage da. Doch Hockenheimring-Geschäftsführer Teske sagte noch im April der Hockenheimer Tageszeitung: "Es braucht auf jeden Fall finanzielle Unterstützung von außen - große Partner und Sponsoren oder die öffentliche Hand. Auch Motorsportverbände und Hersteller könnten einen Beitrag leisten. Das Ganze würde nur als Gemeinschaftsprojekt funktionieren."

Selbst dann wäre ein Formel-1-Comeback in Hockenheim laut Teske "perspektivisch nur im Wechsel mit anderen europäischen Standorten umsetzbar" - also als ein Rotationsrennen, das zum Beispiel alle zwei Jahre im Formel-1-Kalender auftaucht. Als Vorbild dienen Barcelona und Spa-Francorchamps, die sich künftig jährlich abwechseln.

Die Formel 1 wäre für den Hockenheimring nach den Vorstellungen der Betreiber aber selbst dann nur ein Baustein von vielen. "Wir wollen vor allem dauerhaft wachsen, investieren und uns mit den besten Rennstrecken weltweit vergleichen können", sagte Teske im April. "In erster Linie geht es darum, den Hockenheimring fit für die Zukunft zu machen: als Industrie-Standort, als Event-Location und als Plattform für Innovation."

Motorsport-Total.com

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