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Er wurde 80 Jahre alt Alan Jones, Formel-1-Weltmeister für Williams in der Saison 1980 (Archivbild von 2019)
Getty Images

Formel-1-Weltmeister Alan Jones ist tot: Er wurde 80 Jahre alt

Ferrari wollte ihn, Williams bekam ihn: Alan Jones wurde 1980 Formel-1-Weltmeister - Nun ist der Australier nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren gestorben

Der Formel-1-Weltmeister von 1980, der Australier Alan Jones, ist tot. In einer im Namen der Familie veröffentlichten Erklärung teilte seine Frau Amanda Butler-Davis mit, dass er nach kurzer Krankheit gestorben sei - wenige Tage nach seinem Geburtstag. Er wurde 80 Jahre alt und hinterlässt seine Frau sowie sechs Kinder.

"Die Menschen, die ihm am nächsten standen, werden ihn schmerzlich vermissen und liebevoll in Erinnerung behalten. Gleiches gilt für die vielen Fans, für deren Unterstützung er stets dankbar war", sagte Butler-Davis.

"Alan widmete sein Leben dem Motorsport und hinterlässt ein Vermächtnis, das durch die zahllosen Menschen weiterleben wird, die er auf seinem Weg berührt hat."

"Mit seinen Erfolgen, seiner Leidenschaft und seinem unverwechselbaren Charakter auf und neben der Rennstrecke hat Alan den Motorsport sowohl in Australien als auch weltweit nachhaltig geprägt."

"Als Familie möchten wir diese Gelegenheit nutzen, um allen zu danken, die Alan auf seinem Weg begleitet und ihm über viele Jahre Freundschaft, Liebe und Unterstützung entgegengebracht haben. Er hatte das große Glück, so viele wunderbare Menschen um sich zu haben."

Die Motorsport-Laufbahn von Alan Jones

Jones wurde 1946 in Melbourne als Sohn des Geschäftsmanns und Rennfahrers Stan Jones geboren. Als sein Vater 1959 den Grand Prix von Australien im Albert Park gewann, verfolgte Alan das Rennen noch als Zuschauer. 1980 wiederholte der jüngere Jones diesen Erfolg im Calder Park und ist bis heute der letzte australische Fahrer, der das Rennen gewonnen hat.

Jones versuchte sich in den 1960er-Jahren im britischen Motorsport, kehrte zwischenzeitlich jedoch nach Australien zurück, ehe er 1970 nach London zog. Es dauerte drei Jahre, bis er sich etablieren konnte: 1973 gewann er in Silverstone sein erstes Formel-3-Rennen und wurde im selben Jahr Zweiter in der britischen Formel-3-Meisterschaft.

1975 gab er beim Grand Prix von Spanien in einem Hesketh sein Formel-1-Debüt. Als das Team am Ende der Saison seinen Betrieb einstellte, wechselte er zunächst zum Team von Graham Hill und anschließend zum Rennstall von John Surtees. Auch dieses Team sollte schließen, und Jones' Karriere schien ins Stocken geraten zu sein.

Dann meldete sich Shadow, nachdem das Team seinen Stammfahrer Tom Pryce bei einem tragischen Unfall in Südafrika verloren hatte. In einem märchenhaften Rennen gewann Jones 1977 in Österreich nach einer herausragenden Fahrt auf nasser Strecke. Es war der erste Sieg eines Australiers seit dem Rücktritt von Jack Brabham sieben Jahre zuvor.

Ferrari hat Interesse an Alan Jones, aber ...

Ferrari bekundete für 1978 Interesse an Jones, und Jones glaubte, bereits eine Vereinbarung getroffen zu haben. Doch Enzo Ferrari machte einen Rückzieher und verpflichtete Gilles Villeneuve. Jones blieb damit nur ein Angebot des damals wenig erfolgreichen Williams-Teams, dessen Gründer Frank Williams und Patrick Head jedoch große Pläne hatten.

Jones hätte den Williams FW06 in Long Beach beinahe zum Sieg gefahren, doch ein gebrochener Flügel machte ihm einen Strich durch die Rechnung. In Brands Hatch war er erneut auf Siegkurs, ehe das Getriebe versagte. Beim Grand Prix der USA wurde er hinter dem Ferrari von Carlos Reutemann Zweiter. Bei Williams in Grove wurde derweil bereits der neue FW07 fertiggestellt.

Sobald Jones und sein neuer Teamkollege Clay Regazzoni den Wagen zur Verfügung hatten, waren sie praktisch auf Anhieb siegfähig. Jones führte in Silverstone mit großem Vorsprung, bis an seinem Auto die Wasserpumpe versagte und Regazzoni im Schwesterauto den ersten Grand-Prix-Sieg für Williams einfahren konnte. Anschließend übernahm Jones das Kommando: Er gewann vier der verbleibenden sechs Grands Prix und wurde hinter Jody Scheckter und Gilles Villeneuve Dritter in der Weltmeisterschaft.

1980: Alan Jones wird Weltmeister für Williams

1980 gewann Jones fünf Grands Prix - in Argentinien, Frankreich, Großbritannien, Kanada und den USA - und sicherte sich damit den Weltmeistertitel. Zum Abschluss des Jahres gewann er außerdem das nicht zur Weltmeisterschaft zählende Rennen im Calder Park.

Auch 1981 präsentierte er sich in starker Form: Er führte Williams zum Titel in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft und lieferte sich mit Nelson Piquet einen harten Kampf um den Fahrertitel. Jones gewann allerdings nur zweimal, in Long Beach und in Las Vegas. Eine Reihe von Ausfällen und die Belastungen durch die vielen Reisen führten schließlich dazu, dass er zum Saisonende seinen Rücktritt ankündigte.

Anschließend fuhr er in seiner Heimat GT- und Monoposto-Rennen, doch der Wunsch nach einem Formel-1-Comeback war zu groß: 1983 steuerte er in Long Beach einen Arrows, setzte 1984 aus und kehrte ein Jahr später mit dem Beatrice-Haas-Team zurück - zunächst für drei Grands Prix und anschließend für eine komplette Saison 1986. Weitere Siege kamen nicht hinzu, und am Ende der Saison trat Jones erneut zurück.

Alan Jones: Vom Renncockpit ans Mikrofon

Zurück in Australien startete er in der nationalen Tourenwagen-Meisterschaft, aus der später die V8 Supercars hervorgingen, und erzielte dort 1993 mit Rang zwei sein bestes Meisterschaftsergebnis. Außerdem bestritt er Sportwagenrennen - darunter die 24 Stunden von Le Mans - für Porsche und Toyota und trat mit Newman-Haas in der CART-Serie an. Seinen letzten Start im professionellen Motorsport absolvierte er 2002 als Co-Pilot beim Bathurst 1000.

Parallel zu seiner anhaltenden Motorsportkarriere baute sich Jones eine erfolgreiche Medienkarriere auf. Viele Jahre lang war er als Kommentator bei den australischen Formel-1-Fernsehübertragungen tätig. Wie schon im Cockpit hielt er sich auch dort nicht zurück und sagte offen, wie er die Dinge sah.

1980 wurde Jones für seine Verdienste um den Motorsport als "Member of the Order of the British Empire" ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um die fünfte und niedrigste Stufe des britischen Verdienstordens. 1989 wurde er in die "Hall of Fame" des australischen Sports aufgenommen.

Wie Williams auf die Todesnachricht reagierte

Formel-1-Team Williams gedachte seinem ersten Weltmeister mit einem Statement in den sozialen Netzwerken. Es lautete: "Wir sind zutiefst traurig über den Tod von Alan Jones."

"Als echte Williams-Legende verband Alan eine außergewöhnliche Beziehung mit Frank Williams und Patrick Head. 1980 schrieb er Geschichte, als er für uns die erste Fahrer-Weltmeisterschaft gewann. Er setzte den Maßstab für die Weltmeister von Williams: ein schneller, kompromissloser Rennfahrer mit der Mentalität eines Herausforderers, der den Motorsport liebte und ihm sein Leben widmete. Wir werden ihn schmerzlich vermissen."

Motorsport-Total.com

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