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"Nicht erlaubt, nicht ermöglicht" Marco Wittmann kämpfte gegen Arjun Maini und Matteo Cairoli um Platz sieben
ADAC Motorsport

"Nicht erlaubt, nicht ermöglicht": Wurde BMW um seine Titelchance gebracht?

Marco Wittmann fühlt sich um seine DTM-Titelchance gebracht und ärgert sich über die BoP: Hätte man den BMW nach dem Samstag besser einstufen müssen?

Nachdem Schubert-BMW-Titelkandidat Marco Wittmann bereits nach Platz 16 im Qualifying seinem Ärger über die Balance of Peformance (BoP) Luft gemacht hatte, legte er nach dem titelentscheidenden Rennen nach. Denn während Thomas Preining und Maro Engel gegeneinander um den Titel kämpften, kam Wittmann am Sonntag in Hockenheim nur auf Platz sieben.

"Ich hätte mir einen Dreikampf zwischen Maro, Thomas und mir gewünscht", sagt Wittmann, der den DTM-Titel auf der "Strecke gegenseitig ausfighten" wollte, im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Der war für uns - wie soll ich sagen - nicht erlaubt, nicht ermöglicht, keine Ahnung. Aber die zwei waren vorne, wir leider nicht."

Das hätten die BoP-Verantwortlichen laut Wittmann trotz seines dritten Platzes bereits nach dem Samstagsrennen wissen müssen, doch - abgesehen vom nicht konkurrenzfähigen Aston Martin - wurde für den Sonntag nur der Mercedes-AMG um fünf Kilogramm schwerer gemacht.

Wittmann über BoP: "Vielleicht war jeder schon im Feierabend"

Man habe bereits am Samstag gesehen, "dass wir die Pace nicht gehen konnten", sagt Wittmann. "Da waren Mercedes, Lamborghini und Porsche schon stärker. Es gab nur Kosmetikänderungen von der BoP - und selbst nach dem Qualifying waren wir sieben Zehntel weg."

Der zweimalige DTM-Champion, der am Ende mit 27 Punkten Rückstand Dritter in der Gesamtwertung wurde, findet klare Worte. "Das ist glaube ich das erste Mal in dieser Saison, dass es bei so einem Abstand keine BoP-Anpassung gibt", sagt er. "Vielleicht war jeder schon im Feierabend oder beim Finale, keine Ahnung. Aber für uns war es dementsprechend enttäuschend."

BMW-Motorsportleiter nach 16. Startplatz: "Das war mit Ansage"

Tatsächlich herrschte bei BMW am Sonntag nach Wittmanns 16. Startplatz Unmut. "Das war mit Ansage", ärgerte sich BMW-Motorsportchef Andreas Roos im Gespräch mit Motorsport-Total.com - und verweist auf die schnellsten Rundenzeiten beim Samstagsrennen.

"Die schnellste Runde ist vier Zehntel schneller als unsere", sagte er. Deswegen habe er beim enttäuschenden Sonntags-Qualifying, bei dem Kelvin van der Linde auf Platz 14 als bester BMW-Pilot 0,709 Sekunden auf Pole-Setter Bastian Buus verlor, kein anderes Bild erwartet.

Samstag-Renntempo: Hätte man BMW besser einstufen müssen?

Wittmann fuhr am Samstag in 1:38.448 die sechstschnellste Rennrunde - und war um 0,440 Sekunden langsamer als Winward-Mercedes-Pilot Engel, der die Bestmarke setzte. Zweiter wurde Ford-Pilot Arjun Maini (+0,284), Dritter Matteo Cairoli (+0,295) im Ferrari, Vierter dessen Teamkollege Thierry Vermeulen (+0,400) und Fünfter Preining (+0,401).

Die Zeiten von Engel und Wittmann sind durchaus vergleichbar, denn sie wurden nach dem Stopp ohne Verkehr auf neuen Reifen gefahren. Dass Engel so schnell war, ist möglicherweise auch darauf zurückzuführen, dass dieser nach dem verpatzten Stopp keine Rücksicht mehr auf den Reifen nahm.

Bei den theoretischen schnellsten Runden - also den besten aneinandergereihten Sektorenzeiten - fehlten Wittmann auf die ebenfalls von Engel gesetzte Bestmarke 0,225 Sekunden. Schneller als der BMW-Pilot war in dieser Wertung neben Engel nur Cairoli (+0,156). Es gab also bei BMW - wie schon öfter in der Vergangenheit - einen Unterschied zwischen Renn- und Qualifying-Tempo.

Die Frage, ob er mit der BoP unzufrieden war, beantwortete Roos nicht direkt. "Nein, ich sage jetzt einfach: unzufrieden mit der Startposition. Unsere Konkurrenzfähigkeit ist leider nicht auf dem Niveau, wie sie sein müsste, um hier ganz vorne mitkämpfen zu können."

Wittmanns kämpferische Leistung wird nicht belohnt

Trotz allem gelang Wittmann beim entscheidenden Sonntagsrennen von Platz 16 ein furioser Start. In nur fünf Runden kämpfte er sich auf Rang sieben nach vorne, biss sich danach aber an Mainis Ford fest. Das Problem erledigte sich erst beim zweiten Stopp, weil der HRT-Ford-Pilot wegen eines "Unsafe Release" eine Penalty-Lap-Strafe erhielt.

Wittmann verlor den gewonnen Platz jedoch durch den geglückten Overcut von Emil-Frey-Ferrari-Pilot Matteo Cairoli wieder und landete auf Platz sieben.

"Am Ende weiß jeder, was ich für ein Kämpfer bin. Dass man so viele Rennen von hinten startet und immer durchkommt, ist kein Glück. Das ist glaube ich auch ein Können, die Übersicht zu behalten, die Lücken zu finden und die Ruhe zu bewahren", sagt Wittmann über die ersten Runden.

"Aber wir hatten einfach nicht das Paket, weiter vorzufahren", steht für ihn fest. Was maximal möglich gewesen wäre? Angesichts des Cairoli-Overcuts könne man über einen möglichen sechsten Platz "diskutieren, aber dann ist Ende der Gefühle", meint Wittmann.

Motorsport-Total.com

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