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Freitag Sepang Charles Leclerc sicherte sich die Bestzeit im zweiten Freien Training in Sepang
LAT Images

Leclerc Schnellster - Verstappen "wie in Lotterie"

Alle vier Topteams scheinen beim Grand Prix von Bahrain 2026 konkurrenzfähig zu sein, wie sich im unterhaltsamen Freitagstraining in Sepang zeigte

Charles Leclerc hat sich beim Grand Prix von Bahrain in Sepang (Malaysia) 2026 die Bestzeit im zweiten Freien Training gesichert. Am Freitagnachmittag setzte sich der Ferrari-Pilot in 1:37.528 Minuten an die Spitze des Formel-1-Feldes, vor Isack Hadjar (Red Bull/+0,099) und Lando Norris (McLaren/+0,137).

Eigentlich war für die Session mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit Regen vorhergesagt, doch dieser kam nicht. So konnten sich die Teams in Ruhe auf Qualifying am Samstag und Rennen am Sonntag vorbereiten, und das durchaus mit überraschenden Ergebnissen.

Denn während die Mercedes-Fahrer George Russell und Kimi Antonelli trotz des neuesten Updates eine halbe Sekunde verloren und auf P7/8 landeten, lagen Ferrari, Red Bull und McLaren an der Spitze innerhalb von gut einer Zehntelsekunde. Auch wenn es am Freitag bekanntermaßen nur um die "goldene Ananas" geht und die Rundenzeiten dementsprechend mit Vorsicht zu genießen sind.

Bei Mercedes funktioniert das erstmals getestete Update jedenfalls "wie erwartet", sagt der Stellvertretende Teamchef Bradley Lord: "Die Fahrer haben gesagt, dass sie den Unterschied in den schnellen Kurven spüren können. Und was das Kräfteverhältnis hier auf einer Strecke mit einem deutlich höheren Anteil an mittelschnellen und schnellen Kurven angeht, denke ich, dass das Bild eher dem von Ungarn entspricht als vielleicht dem vom vergangenen Wochenende in Baku."

"Wir haben das Auto einfach noch nicht ganz dort, wo wir es haben müssen", sagt Russell. "Wir müssen einige Änderungen am Set-up vornehmen, denn uns fehlt momentan etwas Pace. Ich spüre in einigen Kurven durchaus den Abtrieb, aber bei einem derart starken Überhitzen und Verschleiß der Reifen überlagert das letztlich alles andere. Wir müssen das über Nacht in den Griff bekommen. Das ist eher eine Frage des Set-ups als des Upgrades selbst. Dann schauen wir von dort aus weiter."

Max Verstappen (Red Bull), der Schnellste des ersten Freien Trainings (und gleichzeitig Tagesschnellste), rutschte am späten Nachmittag auf Platz 4 ab (+0,257), gefolgt von Lewis Hamilton (Ferrari/+0,305) und Oscar Piastri (McLaren/+0,371).

McLaren konnte sich damit in der Ergebnisliste vom ersten auf das zweite Training deutlich verbessern. "Ich denke, zwischen den vier Topteams geht es ziemlich eng zu", sagt Piastri. "Red Bull sah über den gesamten Tag sehr stark aus, und auch Mercedes war phasenweise stark. Ferrari war dann natürlich ebenfalls ziemlich gut. Im Grunde war also jeder einmal an der Reihe und einigermaßen konkurrenzfähig."

Und weiter: "Ich denke, wir liegen vielleicht einen winzigen Schritt zurück, aber wir haben seit dem ersten Freien Training große Fortschritte gemacht. Hoffentlich können wir diesen Trend fortsetzen. Dann werden wir sehen, wo wir morgen landen."

Dass Verstappen nicht schneller war, lag auch daran, dass er keine schnelle Zeit mit weichen Reifen gefahren ist. Stattdessen absolvierte er früh einen Longrun: "Ich wollte den früh erledigt haben, falls es zu regnen beginnt", erklärt er.

Nico Hülkenberg (Audi) belegte mit 1,581 Sekunden Rückstand den 13. Platz.

Was kritisierte Verstappen da am Boxenfunk?

Die Session begann auf trockener Strecke, allerdings mit einer Prognose von 90 Prozent Regenwahrscheinlichkeit noch vor Ende der 60 Minuten. Und tatsächlich zogen erste dunkle Wolken über Sepang auf, als es um 16:00 Uhr Ortszeit (10:00 Uhr deutscher Zeit) losging.

In der ersten Viertelstunde brachte Verstappen - wie so oft am Beginn eines Rennwochenendes - seine Unzufriedenheit zum Ausdruck: "Ich fühle mich wieder so beschissen im Auto. Es ist fast wie eine Lotterie, wie ich im Auto sitze. Und ich weiß nicht warum", beschwerte er sich zunächst über seine Sitzposition, und wenig später: "Das Heck springt wie verrückt."

Trotzdem knüpfte er in Sachen Speed nahtlos an das erste Freie Training an. Nach 15 Minuten führte Verstappen mit einer Zeit von 1:37.785 Minuten, 0,235 Sekunden vor Russell und 0,254 Sekunden vor Leclerc. Von den vier Topteams fiel damit in der Anfangsphase nur McLaren deutlich ab.

Kurz vor Halbzeit handelte sich dann Hamilton den Ärger von Gabriel Bortoleto ein: "Was zur Hölle macht der Kerl?", tobte der Audi-Pilot am Boxenfunk. Hamilton war ihm auf einer schnellen Runde im Weg gestanden, was ihm eine Rennleitungsnotiz wegen Behinderung einbrachte ("Incident noted - Impeding").

15 Minuten vor dem Ende war der angesagte Regen immer noch nicht gekommen. Liam Lawson (Racing Bulls) hatte in der Boxeneinfahrt mal ein paar Tropfen auf dem Visier gehabt. Doch die Strecke blieb trocken, sodass weiterhin mit Slicks gefahren werden konnte.

Für einen Höhepunkt sorgten Liam Lawson (Racing Bulls) und Bortoleto, die sich über alle drei Sektoren hinweg ein Rad-an-Rad-Duell lieferten. Dieses setzte sich auch auf der folgenden Runde fort, als der Audi in Kurve 1 innen vorbeiging, ehe Lawson die Position zurückeroberte.

Bortoleto löste in den letzten zweieinhalb Minuten außerdem eine virtuelle Safety-Car-Phase aus, nachdem sein Audi im Mittelsektor stehen geblieben war. Damit waren auch sämtliche Hoffnungen auf späte Zeitenverbesserungen dahin.

Die Führung hatte inzwischen Leclerc übernommen, vor Hadjar, Norris, Verstappen und Hamilton. Die beiden Mercedes-Fahrer lagen nur noch auf P7/8. Aber: "Die wissen, was sie tun. Ich glaube, dass die zufrieden sind mit dem Update", sagt ServusTV-Experte Mathias Lauda.

Aufgrund einer Kombination daraus, dass die Fahrer zunächst auf gebrauchten Reifen unterwegs waren und anschließend Rennsimulationen absolvierten, änderte sich in der zweiten Hälfte der einstündigen Session nichts mehr an den Rundenzeiten.

Wer war bei den Longrun-Tests am schnellsten?

Der Blick auf die Longruns ist ebenfalls nur bedingt aufschlussreich. Den theoretisch schnellsten Rundenzeiten-Durchschnitt schafften Leclerc und Antonelli (1:44.6 Minuten), allerdings fuhren die beiden mit weichen Reifen und ihre Runs waren nur elf beziehungsweise neun Runden lang.

Zum Vergleich: Verstappen kam auf einen Schnitt von 1:44.8 Minuten, hatte dabei aber die härteren Reifen drauf und fuhr auch 15 Runden am Stück. Grundsätzlich schienen alle vier Topteams im tiefen 1:45er-Bereich oder sogar knapp darunter zu liegen, sodass sich noch kein klarer Favorit für das Wochenende abzeichnet.

Motorsport-Total.com

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