GP von Österreich: Training | 26.06.2026
Mercedes führt - Ferrari nirgends - Verstappen schimpft
Das zweite Training der Formel 1 in Spielberg war geprägt von einer weiteren Mercedes-Bestzeit und einer Menge Unzufriedenheit bei Max Verstappen
Mercedes ist am Freitag in Österreich das Maß der Dinge. Nach der Bestzeit in der ersten Trainingssession holten sich die Silberpfeile auch am Nachmittag die schnellste Runde und scheinen daher wieder das Team zu sein, das es zu schlagen gilt .
WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli holte sich in 1:07.014 Minuten die schnellste Zeit und war dabei 0,237 Sekunden schneller als der erste Verfolger. Das waren am Freitag am Red-Bull-Ring die McLaren, die sich mit Oscar Piastri und Lando Norris (+0,325) die Positionen zwei und drei sicherten. Vierter wurde Max Verstappen (+0,550), der wieder über einige Probleme im Red Bull klagte.
Ferrari war überraschend nicht weit vorne zu finden. Nach dem Sieg von Lewis Hamilton in Barcelona und dem Motorenupgrade hatten viele die Scuderia in guter Form erwartet, doch mit sechs Zehntelsekunden Rückstand war Hamilton als schnellerer der beiden Ferraris nur auf dem fünften Platz zu finden, Charles Leclerc wurde sogar nur Achter (+0,841).
Zwischen beiden schoben sich Mercedes-Pilot George Russell (+0,623) und Red-Bull-Pilot Isack Hadjar (+0,744) auf die Positionen sechs und sieben. Die Top 10 rundeten Liam Lawson (Racing Bulls) und Gabriel Bortoleto (Audi) ab. Nico Hülkenberg (Audi) wurde mit 1,545 Sekunden Rückstand nur 14.
Im Hinterfeld gewann Aston Martin das Duell gegen Cadillac, die allerdings zusammengenommen nur acht Runden drehen konnten.
Wer ist Favorit in Spielberg?
Eindeutig Mercedes. Die Silberpfeile gaben nicht nur den Ton bei den schnellen Runden an, sondern waren vor allem auch bei den Longruns stark. Rund eine halbe Sekunde brummte Mercedes dem Rest seiner Konkurrenz im Longrun auf - und das auf einer so kurzen Runde wie dem Red-Bull-Ring.
Wenn nicht ein anderes Team noch etwas Großes im Set-up findet, stehen die Chancen auf einen Mercedes-Sieg gut, vor allem da Hauptkonkurrent McLaren große Probleme mit dem Reifenverschleiß hatte.
Ferrari war hingegen eine Enttäuschung. Trotz des Motorenupgrades konnte man mit der Spitze nicht mithalten. Auffällig war, dass die Scuderia alles in den Kurven verlor, auf den Geraden aber ganz gut dabei war. Das könnte zwar für eine Verbesserung des Motors sprechen, allerdings hätte man dann keine Kurvenperformance opfern müssen.
Im Mittelfeld gaben Alpine, die Racing Bulls und Audi die beste Figur ab, der Rest ist weit abgeschlagen.
Warum gab es sieben Minuten lang VSC?
Mit Rot musste die zweite Session nicht unterbrochen werden, dafür aber einige Minuten lang mit dem virtuellen Safety-Car. Nachdem er in der ersten Session bereits für eine rote Flagge gesorgt hatte, war es wieder einmal Sergio Perez, der mit seinem Cadillac auf der Strecke anhielt.
Der Mexikaner stand in Kurve 6 und blieb erst einmal eine ganze Weile im Auto sitzen. Bis dahin hatte er gerade einmal zwei Runden absolviert, sodass er im Grunde die komplette Session verpasste. Laut Team soll Perez wie in FT1 einfach Leistung verloren haben.
Doch damit nicht genug: Gegen Sessionmitte musste auch Teamkollege Valtteri Bottas die Box ansteuern - nach gerade einmal sechs Runden. Der Finne schlich aufgrund einer Überhitzung langsam um den Kurs und schaffte es zurück zu seinem Team, das einige Flammen im Bereich das Unterbodens bekämpfen musste.
Warum beschwerte sich Verstappen über seinen Sitz?
Es war eine unübliche Meldung, die Max Verstappen an sein Red-Bull-Team sendete: "Ich sitze komplett anders im Auto. Was zur Hölle ist das?", fragte er und gab an, ziemlich stark im Auto zu liegen. "Ich weiß nicht, was das ist."
Daraufhin musste Verstappen die Box ansteuern: "Wir müssen den Sitz ausbauen", forderte er. "Das ist verrückt."
Doch damit nicht genug der Red-Bull-Probleme: Verstappen und sein Teamkollege Isack Hadjar klagten im weiteren Verlauf der Session darüber, dass in Kurve 3 die Drehzahl in den Keller fällt. "Das ist die Geschichte von Kurve 3 heute. Was war das?", ärgerte sich Hadjar am Funk. "Das passiert auch auf einer schnellen Runde, die Umdrehungen fallen komplett ab", so Verstappen.
"Ich brauche Power, sonst werde ich nur überholt", funkte Hadjar später noch einmal, während sich Verstappen über die "lovely lags" aufregte.
Gab es weitere Zwischenfälle?
Immer wieder landeten einige Autos in den Auslaufzonen von Kurve 1 oder 3, ohne jedoch größere Auswirkungen zu haben. Lediglich Lando Norris sorgte für eine Gelbphase, weil er sich in Kurve 3 gedreht hatte und erst einmal wenden musste, bevor er weiterfahren konnte.

















