Hyperpole 24h Le Mans 2026 | 11.06.2026
Caddy-Bestzeit gestrichen - BMW auf Pole!
Jack Aitken verliert die Hyperpole bei den 24 Stunden von Le Mans 2026 wegen Boxenvergehen - LMDh in der Startaufstellung vorn - Aston-Pole in LMGT3
Keine zweite Hyperpole in Folge bei den 24 Stunden von Le Mans für Jack Aitken: Der Brite fuhr im Cadillac #38 (Bamber/Bourdais/Aitken; 10.) in der Hyperpole 2 zwar die schnellste Zeit in 3:22.559 Minuten und schlug den lange führenden Dries Vanthoor im BMW #15 (Magnussen/Marciello/D. Vanthoor; 1.) um 0,005 Sekunden. Dann aber wurde ihm die schnellste Runde aberkannt.
Der Grund: Aitken fuhr zu Beginn der Sitzung zu früh aus der Pitbox in die Fast Lane ein. Ein solches Vergehen wird standardmäßig mit der Streichung der zwei besten Runden geahndet. Damit holte BMW M Motorsport seine erste Pole bei den 24 Stunden von Le Mans.
Vanthoor führte bereits nach dem ersten Schlagabtausch in der Hyperpole 2 für Hypercars mit einer Zeit von 3:22.745 Minuten. Im zweiten Anlauf verbesserte er sich noch einmal auf 3:22.564 Minuten.
Das schien bereits die Bestzeit zu sein, zumal Aitken nach zwei Sektoren zurücklag. Dennoch schaffte es der Cadillac-Pilot mit einem starken dritten Sektor, den Traum von BMW zunächst zu zertrümmern. Die Zeremonie wurde noch mit Aitken durchgeführt, dann wurde die Entscheidung noch mitten in den Feierlichkeiten getroffen, dem Cadillac die Pole abzuerkennen.
"Ich glaube, besser hätte es jetzt nicht laufen können. Die Plätze eins und vier. Wir freuen uns schon auf das Rennen. Und ich glaube, unser Fahrer auf Pole wird sich besonders drauf freuen", sagt BMW-Motorsportchef Andreas Roos gegenüber Motorsport-Total.com.
"Die Runde war wirklich am Limit. Aber wir kennen Dries. Er hat es über die Jahre schon bewiesen, was er speziell im Qualifying abrufen kann. Und er hat das alles perfekt gemacht. Das Auto steht an einem Stück auf Pole, besser könnte es nicht sein." Roos spricht hier vor allem auf Vanthoors Serie von vier Polepositions hintereinander in der IMSA SportsCar Championship 2025 an.
Vanthoor ergänzt: "Ich bin überglücklich, in Le Mans auf der Pole zu stehen! Das ist ein großartiges Event, und jetzt hier die Pole zu holen und allen im Team das zu geben, was sie verdienen, ist einfach fantastisch."
Jota Sport verlor zwar die Pole, hat aber mit dem Cadillac #12 (Stevens/Nato/Deletraz; 2.) dank Will Stevens noch ein Auto in der ersten Startreihe. Er hatte mit 0,514 Sekunden bereits einen deutlicheren Rückstand.
Dennoch distanzierte er den Drittplatzierten, den Alpine #35 (da Costa/Milesi/Habsburg; 3.) um weitere 0,542 Sekunden. Antonio Felix da Costa verlor diese Zeit vor allem im zweiten Sektor, wo es viel geradeaus geht. Alpine hat für 2026 ein Aero-Update eingeführt, das mehr Abtrieb hat.
Wie schon von Roos kurz angesprochen, stellte Robin Frijns den BMW #20 (Frijns/Rast/S. van der Linde) auf Startplatz vier, gefolgt von Genesis #19 (Jaminet/Chatin/Juncadella; 5.). Genesis trat überraschen stark auf und brachte beide Autos in die Hyperpole 2.
Filipe Albuquerque fuhr im WTR-Cadillac #101 (J. Taylor/R. Taylor/Albuquerque; 6.) als einziger auf Medium-Reifen, was sich aber nicht auszahlte. Mit dem Aston Martin #009 (Riberas/Sörensen/De Angelis; 7.) und dem Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Giovinazzi) schafften es nur zwei LMH-Boliden in die Hperpole 2.
LMH fliegen fast kollektiv in Hyperpole 1 raus
In der Hyperpole 1 mussten fünf Fahrzeuge ausscheiden. Im ersten Schlagabtausch taten sich vor allem die LMH-Boliden schwer, den nötigen Grip aufzubauen. In der entscheidenden Runde verhaute Ryo Hirakawa im Toyota #8 (Buemi/Hartley/Hirakawa; 15.) den ersten Sektor und brach die Runde ab. Teamkollege Kamui Kobayashi überfuhr im Toyota #7 (Conway/Kobayashi/de Vries; 14.) die Tracklimits und bekam die Runde aberkannt.
Richtig hin bekamen es Antonio Giovinazzi und Marco Sörensen, die sich als einzige LMH-Piloten qualifizierten. Die jeweiligen Schwesterfahrzeuge schieden aus. Der einzige LMDh, der die Segel nach der Hyperpole 1 streichen musste, war Jules Gounon im Alpine #36 (Makowiecki/Gounon/Martins; 13.). Er wurde ausgerechnet von Teamkollege Charles Milesi blockiert, nachdem dieser in der Goodyear-Schikane geradeaus gefahren war.
LMP2: Polezeit mehr als zwei Sekunden schneller als 2025
Esteban Masson setzte sich im Forestier-Panis-Oreca #29 (Rousset/Masson/Gray; 1. LMP2) in der Hyperpole 2 in 3:32.855 Minuten durch. Die Zeit von 3:32.855 Minuten schlägt Mathias Beches Pole aus dem Vorjahr um ganze 2,207 Sekunden. Selbst die schnellste Zeit der Hyperpole 1 des Jahres 2025 von Nick Yelloly, die schneller war als die spätere Polezeit, unterbat der Franzose um 1,802 Sekunden.
Job van Uitert stellte den Idec-Oreca #28 (Lafargue/Rinicella/van Uitert; 2. LMP2) ebenfalls in die erste Reihe mit 0,387 Sekunden Rückstand. Alle zehn LMP2-Boliden blieben unter der Polezeit des Vorjahres.
In der ersten Hyperpole-Session, als auch hier fünf Fahrzeuge ausschieden, gab es einen Abflug zu verzeichnen: Theodor Jensen, der im CLX-Oreca #37 (Closmenil/Aguilera/T. Jensen; 14. LMP2) bereits im ersten Freien Training für den ersten Abflug der Rennwoche gesorgt hatte, drehte sich in der zweiten Hunaudieres-Bremsschikane raus und schlug in die Leitplanke ein.
Trotzdem wurde CLX Motorsport nicht Letzter, da Kakunoshin Ohta es im Proton-Oreca #9 (Ried/Ohta/King; 15. LMP2) fertigbrachte, dass ihm alle schnellen Runden wegen Tracklimits gestrichen wurden. Die Startposition ist für das Rennen auch in dieser Klasse natürlich kaum von Bedeutung, sofern es in der Startrunde nicht zu Unfällen kommt.
LMGT3: Drudi fährt erneut auf Pole
Mattia Drudi wurde in der LMGT3-Hyperpole zum Wiederholungstäter. Wie schon im Vorjahr stellte er den Heart-of-Racing-Aston-Martin #27 (James/Robichon/Drudi; 1. LMGT3) auf Pole und fuhr in 3:52.433 Minuten fast eine Sekunde Vorsprung auf den Rest des Feldes heraus. Damit war er noch einmal 0,356 Sekunden schneller als bei seiner Polerunde im Vorjahr.
Alessio Rovera kam mit dem AF-Corse-Ferrari #21 (Heriau/Mann/Rovera) auf den zweiten Platz, gefolgt von den beiden ASP-Lexus. Ebenfalls einträchtig nebeneinander stehen die beiden WRT-BMW in der dritten Startreihe.
In der Hyperpole 1 legte Francesco Castellacci im AF-Corse-Ferrari #54 (Flohr/Castellacci/Rigon; 14. LMGT3) einen spektakulären Dreher ausgangs der Esses hin. Wie durch ein Wunder schlug der Ferrari 296 GT3 nicht ein, nach dem Dreher verpasste der Italiener aber den Einzug in die Hyperpole 2. Außerdem dürfte der Reifensatz komplett hinüber sein.
Der Donnerstag endet mit einem einstündigen Nachttraining ab 23 Uhr bis Mitternacht.
Tranparenzhinweis: In einer anfänglichen Version des Artikels hieß es, Aitken seien die zwei schnellsten Rundenaberkannt worden. Es handelte sich aber nur um eine Runde, die gestrichen wurde, was aber nichts daran ändert, dass der Cadillac #38 auf den zehnten Platz zurückgefallen ist.













