MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
GP von Kanada: Sprint Im Senna-S kam es beinahe zum Crash zwischen George Russell und Antonelli
Sutton Images

Antonelli eskaliert - aber Russell gewinnt

Das gibt eine Ermahnung von Toto Wolff: George Russell und Kimi Antonelli haben im Kanada-Sprint Erinnerungen an Rosberg vs. Hamilton wach werden lassen

George Russell hat den F1-Sprint zum Grand Prix von Kanada gewonnen. Nach einem zumindest in der Anfangsphase hitzigen Duell mit seinem Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli feierte der Engländer einen im Hinblick auf die Formel-1-WM 2026 psychologisch wichtigen Sieg, für den er allerdings hart kämpfen musste.

Russell hatte in der zweiten Rennhälfte Weltmeister Lando Norris (McLaren) im Nacken, der den Druck bis zum Schluss aufrechterhalten konnte. Am Ende rettete Russell aber 1,3 Sekunden Vorsprung auf Norris und 1,8 auf Antonelli, mit dem mehrmals die Emotionen durchgingen und der zumindest den zweiten Platz leichtfertig aus der Hand gegeben hat.

Antonelli eskaliert: Was war da los?

Die Ferrari-Raketenstarts waren im Kanada-Sprint abgesagt: Zwar ging Lewis Hamilton außen in Kurve 2 an Oscar Piastri (McLaren) vorbei und verbesserte sich auf Platz 4, aber an der Spitze behauptete sich Polesetter Russell souverän vor seinem Teamkollegen Antonelli. Die beiden konnten sich auch rasch von ihrem ersten Verfolger Norris absetzen. Nach zwei Runden hatte Russell drei Sekunden Vorsprung auf den McLaren-Fahrer.

Das Mercedes-Update schien also zu greifen, und Antonelli wirkte in den ersten Runden so, als sei er der schnellere Mercedes-Fahrer. Ende der fünften Runde setzte sich Antonelli vor der Zielschikane neben Russell, musste aber zurückstecken. Ein paar Meter weiter versuchte er es im Senna-S außen nochmal, doch diesmal kam es zur leichten Berührung. Und noch in der gleichen Runde rutschte Antonelli im Infight mit Russell erneut raus.

"Das war schmutzig. Das sollte eine Strafe geben. Ich war neben ihm", meckerte der Italiener, aber Skyu-Experte Ralf Schumacher wies ihn zurecht: "Jetzt sollte er besser gut sein lassen und Platz 2 nach Hause bringen." Denn durch die unnötigen Zwischenfälle ging Norris an ihm vorbei. Da war dann auch der Teamchef sauer: "Konzentriere dich aufs Fahren, nicht aufs Meckern am Funk!", ermahnte Toto Wolff.

War Antonellis Pulver damit verschossen?

In der zweiten Phase des Rennens rückten die Top 3 immer näher zusammen. Rund um Runde 15 von 23 sah es so aus, als würde es Russell schwer haben, den Sieg zu verteidigen. In Runde 18 hielt Antonelli in der Haarnadel mal die Nase bei Norris rein, allerdings eher halbherzig. Es zeigte sich wie so oft: Im F1-Sprint riskiert man ungern für einen Punkt mehr einen Totalschaden.

In der letzten Runde nahm Antonelli das Messer nochmal zwischen die Zähne und attackierte Norris im Senna-S. Das ging nicht gut, er musste ein drittes Mal neben die Strecke - behielt aber Platz 3, weil er nach hinten genug Puffer hatte.

Nach hinten, das bedeutete übrigens zu Oscar Piastri (McLaren), der vor Charles Leclerc, Lewis Hamilton (Ferrari), Max Verstappen (Red Bull) und Arvid Lindblad (Racing Bulls) Vierter wurde.

Nach Rennende meckerte Antonelli am Boxenfunk munter weiter. Bis er noch einmal von Wolff zurechtgewiesen wurde: "Kimi, das ist jetzt das vierte Mal. Wir besprechen das nachher, und nicht am Boxenfunk."

Warum waren so wenige Autos am Start?

Bereits vor Beginn des F1-Sprints gab es Stirnrunzeln bei einigen der alteingesessenen Formel-1-Fans. Denn mit Oliver Bearman (Haas), Pierre Gasly (Alpine), Valtteri Bottas (Cadillac) und Alexander Albon (Williams) entschieden sich gleich vier Fahrer, die im Sprint-Qualifying 15. oder schlechter waren, für einen Start aus der Boxengasse, um ihr Set-up noch umbauen zu dürfen.

Lokalmatador Lance Stroll musste zunächst befürchten, gar nicht starten zu können. Er stieg ein paar Minuten vor Beginn des Rennens wegen eines technischen Problems aus seinem Aston Martin aus. Ursache: defekte Vorderradaufhängung. Seine Crew machte das Auto aber rechtzeitig wieder flott. Im Rennen spielte Stroll keine Rolle. Schon nach ein paar Runden war er drei Sekunden hinter P21 Letzter. Und eine FIA-Untersuchung wegen des Startprozederes am Hals.

Isack Hadjar (Red Bull) war der erste Ausfall des Rennens. Für ihn war der F1-Sprint nach acht Runden zu Ende.

Warum gab's eine Strafe gegen Hülkenberg?

Schon in der Anfangsphase war zu sehen, wie einer der beiden Audis neben der Strecke war. Sehr viel später wurde dann eine FIA-Untersuchung eingeleitet. Ergebnis: Zehn Sekunden Zeitstrafe wegen Verlassens der Strecke und Erlangen eines Vorteils für Nico Hülkenberg. Der lag zu dem Zeitpunkt an 14. Position und hätte damit so oder so nicht gepunktet.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Rallycross-ÖM, Greinbach: Vorschau

RX-ÖM im PS Racing Center Greinbach

Der RX-Motorsport Club unter seinem Obmann Christian PETRAKOVITS veranstaltet am 17. Mai 2026 im PS RACING CENTER Greinbach den zweiten Lauf zur ösrerr. Staatsmeisterschaft.

Sollte sich Max Verstappen mit seiner Kritik an der Formel 1 zurückhalten? Ex-Pilot Juan Pablo Montoya bringt eine mögliche Rennsperre für den Niederländer ins Spiel

MotoGP Le Mans 2026: Bericht

Jorge Martin besiegt Marco Bezzecchi

Aprilia-Festspiele in Frankreich: Jorge Martin setzt sich gegen Marco Bezzecchi durch und feiert seinen ersten GP-Sieg mit der RS-GP - Ai Ogura erstmals auf dem Podium

Lando Norris hat sich die Pole für das Sprintrennen in Miami gesichert und die Mercedes-Dominanz gebrochen - George Russell enttäuscht mit Rang sechs