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GP von Österreich: Qualifying George Russell steht nach einer chaotischen Schlussphase auf Pole
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Kontroverse Russell-Pole nach Verstappen-Crash

George Russell fährt in letzter Sekunde zur Pole, doch weil aufgrund eines Unfalls von Max Verstappen Gelb war, gibt es Fragezeichen über die Bestzeit

George Russell (Mercedes) steht auf der Poleposition für das Formel-1-Rennen in Österreich 2026 ! Allerdings kam diese Pole auf äußerst kontroverse Weise zustande, denn der Brite holte sich die Bestzeit, obwohl er eine Unfallstelle mit gelben Flaggen passiert hatte.

Max Verstappen (Red Bull) war in der vorletzten Kurve kurz vor Russell abgeflogen und in die Reifenstapel gerauscht. Schon bei seinem ersten Q3-Versuch war der Niederländer nah an den beiden Mercedes dran und wollte die Zeit noch einmal verbessern.

In der Zwischenzeit hatten sich aber die beiden Ferraris im entscheidenden Versuch knapp vor die Mercedes gesetzt, sodass man bei Verstappens Abflug davon ausgehen musste, dass Ferrari in Startreihe 1 steht. "Zuerst habe ich gedacht, dass die Runden wegen gelb im Eimer sind", muss auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff eingestehen.

Doch plötzlich tauchte Russell auf Rang eins auf. Die Kommissare leiteten eine Untersuchung wegen eines möglichen Gelbverstoßes ein, doch schnell wurde die Untersuchung ergebnislos abgeschlossen - Russell darf damit seine Pole behalten und vor den beiden Ferraris und WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli (Mercedes) in den Grand Prix gehen.

Verstappens erste Q3-Zeit reichte immerhin für Rang fünf vor den beiden McLarens von Lando Norris und Oscar Piastri sowie seinem Teamkollegen Isack Hadjar. Die beiden Racing Bulls von Liam Lawson und Arvid Lindblad komplettierten die Top 10, Nico Hülkenberg (Audi) wurde 14.

Das passierte in Q1

Zumindest keine Überraschung. Mit Williams, Cadillac und Aston Martin sind genau die drei Teams hängengeblieben, von denen man das auch erwarten konnte. Hülkenberg hatte am Schluss Druck, mit seiner letzten Runde noch über den Strich zu springen - und schaffte es mit Rang 15 knapp.

Erschreckend war aber der Abstand, den Aston Martin auf den Rest des Feldes hatte. Fernando Alonso fehlten fast 2,9 Sekunden auf die Bestzeit, womit er knapp eine Sekunde langsamer war als Valtteri Bottas im langsameren Cadillac - und das auf einer so kurzen Runde wie dem Red-Bull-Ring.

An der Spitze fuhr wieder einmal Antonelli die Bestzeit: 1:07.083 Minuten war die erste Messlatte, womit er 0,176 Sekunden vor Norris und 0,207 Sekunden vor Hamilton lag.

Ausgeschieden: 17. Carlos Sainz (Williams), 18. Alexander Albon (Williams), 19. Sergio Perez (Cadillac), 20. Valtteri Bottas, 21. Fernando Alonso (Aston Martin) und 22. Lance Stroll (Aston Martin).

Das passierte in Q2

Am Ende musste Max Verstappen mächtig zittern. Der Red-Bull-Pilot war in der Schlussphase in der Garage geblieben und musste zusehen, wie er auf Rang zehn durchgereicht wurde. Da am Ende noch die Haas, Alpines und Audis auf schnellen Runden waren, hätte der Niederländer beinahe die Top 10 verpasst.

Ocon, Bearman, Hülkenberg und Bortoleto scheiterten jedoch an der Zeit, sodass es noch auf Pierre Gasly ankam, der nach dem zweiten Sektor sogar vor Verstappen lag. Als der Franzose über den Zielstrich fuhr, fehlten ihm jedoch vier Hundertstelsekunden auf Rang zehn - und Verstappen konnte durchatmen.

Auch Russell machte es spannender als nötig, denn weil er bei seinem ersten Versuch in Kurve 3 von der Strecke abkam und keine Zeit setzen konnte, kam es auf den zweiten Versuch an, bei dem er sich jedoch souverän auf Rang vier schieben konnte.

Die Bestzeit ging mit 1:06.763 erneut an Antonelli vor den beiden McLaren von Piastri (+0,127) und Norris (+0,134).

Ausgeschieden: 11. Pierre Gasly (Alpine), 12. Gabriel Bortoleto (Audi), 13. Oliver Bearman (Haas), 14. Nico Hülkenberg (Audi), 15. Esteban Ocon (Haas) und 16. Franco Colapinto (Alpine).

Das passierte in Q3

Schon der erste Versuch hatte es in sich. Max Verstappen brannte zwei lila Sektoren in den Asphalt und fuhr zur ersten Bestzeit, die jedoch von beiden Mercedes mit einem starken letzten Sektor noch einmal unterboten wurde: Antonelli knackte den Niederländer um 0,061 Sekunden, danach schob sich Russell noch dazwischen.

Die Konkurrenz konnte nur zuschauen. Leclerc fehlten bereits dreieinhalb Zehntelsekunden, Hamilton hatte nach einem Fahrfehler in Kurve 3 überhaupt keine Zeit.

Im zweiten Versuch drehte Ferrari aber plötzlich auf: Hamilton schob sich um sechs Tausendstelsekunden auf Rang eins, bevor Teamkollege Leclerc noch einmal 0,059 Sekunden nachlegte. Doch es sollten ja noch Verstappen und die Mercedes folgen.

Verstappen zauberte wieder einen lila Mittelsektor hin und war nach zwei Sektoren 0,005 Sekunden langsamer als Leclerc, in Kurve 9 verlor er jedoch die Kontrolle über seinen RB22 und schlug in die Reifenstapel ein.

War Ferrari damit auf Pole? So dachte man, doch plötzlich fuhr Russell noch einmal 0,236 Sekunden schneller und lag vorne. Eine Untersuchung der Kommissare wurde schnell zu den Akten gelegt.

Warum konnte Russell unter Gelb auf Pole fahren?

Bei einer roten Flagge oder unter Doppelgelb wäre die Zeit auf jeden Fall weg gewesen, allerdings gab es in der Kurve nur eine einfache gelbe Flagge. Während Antonelli seine Runde abbrach, nutzte Russell seine Chance und fuhr weiter.

"George hat es einfach super clever gemacht", lobt Wolff. Die Regel besagt, dass ein Fahrer bei gelber Flagge sichtbar vom Gas gehen muss. "Und er hat einen Riesen-Lift", beteuert Wolff. "In der Runde davor bleibt er da voll drauf stehen. Und in der Runde hat er genau 88 Meter vorher vom Gas gegangen, hat 1,5 Zehntel verloren und ist wieder aufs Gas drauf."

Somit hat Russell die Regel eingehalten und darf die Pole behalten.

Warum flog Max Verstappen ab?

Der Niederländer verlor beim Einlenken in Kurve 9 die Kontrolle über sein Auto. Bereits zuvor auf der Runde habe er laut eigener Aussage in Kurve 6 einen heftigen Rutscher gehabt. "Das war etwas seltsam, denn das ganze Wochenende über hatte ich so etwas noch nicht", sagt er bei Sky.

"Und dann kam ich zu Kurve 9, habe eingelenkt und das Auto war sofort weg", so Verstappen weiter. "Es ging also nicht bloß um eine kleine Korrektur. Ich musste fast bis zum Anschlag gegenlenken. Das ist schon etwas merkwürdig, aber wir werden uns das ansehen."

Für ihn schade: Er hätte laut eigener Aussage auf Rang drei landen können. Glück im Unglück: Weil keine rote Flagge geschwenkt wurde, wird seine schnellste Runde auch nicht gestrichen.

Motorsport-Total.com

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