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Gerhard Berger über neue Regeln Gerhard Berger stammt aus einer Zeit, als die Formel-1-Autos deutlich simpler waren
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Gerhard Berger über neue Regeln: "Da wehrt sich etwas in mir"

Gerhard Berger will dem neuen Formel-1-Reglement eine Chance geben, betont jedoch, dass es für ihn gefühlt zu weit weg vom "klassischen Motorsport" sei

Sein letztes Formel-1-Rennen fuhr Gerhard Berger vor fast drei Jahrzehnten. Das Grundprinzip änderte sich seitdem allerdings nie, denn belohnt wurde am Ende der Fahrer, der länger als alle anderen auf dem Gas bleiben konnte - zumindest bis jetzt.

"Bis jetzt waren die Parameter ähnlich wie die zu meiner Zeit", sagt Berger im Gespräch mit den Salzburger Nachrichten sowie der Tiroler Tageszeitung. Doch mit dem neuen 2026er-Reglement habe er inzwischen Probleme, "dem Ganzen zu folgen, weil das jetzt schon so ein Quantensprung ist."

"Jetzt mit den ganzen elektrischen Themen rund um den Verbrennermotor, bei denen man früher vom Gas geht, um mehr Leistung für die nächste Gerade zu holen - da tue ich mir ganz schwer", gesteht der mittlerweile 66-Jährige und verrät: "Da wehrt sich etwas in mir."

"Nicht, dass ich mich damit nicht auseinandersetzen könnte", betont Berger zwar. "Aber wenn früher vom Gas gehen belohnt wird, dann tue ich mir schwer. Das widerspricht meiner Liebe zum klassischen Motorsport", erklärt der zehnmalige Grand-Prix-Sieger.

Zudem ist ihm "die ständige Überreglementierung" ein Dorn im Auge. "Und die wird an einem Tisch gemacht, an dem Leute sitzen, die nicht so den Spirit für den Motorsport haben", sagt er, stellt jedoch auch klar: "Ich lasse mich aber auch gern überraschen."

Berger: Wer früher schnell war, würde auch heute gewinnen

Dem neuen Reglement will der Österreicher also durchaus eine Chance geben. Doch auch abseits der neuen Regeln habe sich die Formel 1 seit seiner aktiven Zeit in manchen Punkten "sehr verändert", verrät er und erklärt: "Ich vergleiche das gern mit Uhrenmachern."

"Die tüfteln lang herum und irgendwo ist dann noch ein Zehntel zu finden. In meiner Zeit war es rustikaler. Da hast du gar nicht schauen können, wo dein Teamkollege jetzt die Zeit so genau gefunden hat. War das am Anfang oder am Ende der Kurve?", erklärt er.

"Du hast vielleicht noch ein bisschen da und dort auf der Telemetrie mal was sehen können, aber nicht mehr. Du bist rausgefahren und hast gesagt: Jetzt muss ich eine Sekunde finden. Heute ist alles sehr transparent", so Berger.

"Die Gewichtung zwischen Fahrer und Ingenieur ist ausgeglichen. Das Ganze hat sich schon stark verändert. Aber ich würde immer noch sagen, wer zu meiner Zeit gewonnen hat, der wird auch heute gewinnen, und umgekehrt", sagt er.

Berger ging zwischen 1984 und 1997 in der Formel 1 an den Start. Er fuhr in dieser Zeit unter anderem für Benetton, Ferrari und McLaren und holte insgesamt 48 Podestplätze, darunter zehn Siege.

Motorsport-Total.com

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