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Grand Prix der USA: Qualifying Kimi Antonelli hat sich im Qualifying in Austin die Poleposition gesichert
LAT Images

Antonelli reicht eine schnelle Runde

Favorit Ferrari bleibt im Qualifying zum Grand Prix der USA unter den Erwartungen, und so gewinnt Antonelli im spannenden Pole-Duell gegen Verstappen

Kimi Antonelli hat in Austin seinen ersten WM-Matchball, und im Qualifying zum Grand Prix der USA 2026 hat er zumindest mal seinen Teil dazu beigetragen, den Sack unter Umständen schon am Sonntag zuzumachen. Denn der Mercedes-Pilot sicherte sich die Poleposition auf dem Circuit of The Americas (CoTA), vor den beiden Red-Bull-Fahrern Max Verstappen und Isack Hadjar.

Für Mercedes ein erfreuliches Ergebnis, nachdem das in Malaysia eingeführte Update zuletzt nicht wie gewünscht eingeschlagen hatte: "Ich bin happy, denn wir haben wirklich hart an diesem Paket gearbeitet", sagt Antonelli. "Wir müssen weiter dran arbeiten, es vollständig zu verstehen, aber seit Singapur haben wir gute Schritte gemacht. Und jetzt sehen wir die Ergebnisse."

Auch Teamchef Toto Wolff freut sich, jetzt "den Beweis auf der Stoppuhr" zu haben, "dass das Auto sehr gut sein kann. Wir müssen nur die Rahmenbedingungen herausfinden, warum das so ist", analysiert er im Interview mit ServusTV. Aber: "Ich weiß nicht, ob es realistisch ist, über einen Sieg zu reden. Die Ferraris sind so stark gewesen, und Red Bull auch, bei dem heißen Wetter."

Im alles entscheidenden Q3-Run erzielte Verstappen zunächst Bestzeit im ersten Sektor, 0,047 Sekunden vor Antonelli. Doch Verstappen unterlief dann ein Fehler im Mittelsektor, und so konnte sich Antonelli ebenfalls einen Schnitzer leisten. "Deine erste Runde war gut genug", gratulierte Renningenieur Peter Bonnington zur Pole.

Der trauert Verstappen ein wenig nach: "In Q1 und Q2 fühlte ich mich wirklich gut. Meine schnelle Runde in Q2 war auf gebrauchten Reifen. Ich dachte, wenn ich in Q3 frische Reifen draufmache, kann ich richtig pushen. Aber in Q3 hatte ich nicht mehr den Grip, den ich mir erhofft hatte." Dazu kam, dass vor dem letzten Run der Wind in Austin drehte, was Fahrfehler begünstigte: "Auf der letzten Runde haben sich alle schwergetan."

Hadjar, der sich zuletzt schwergetan hatte mit dem verbesserten Red Bull, fuhr im zweiten Versuch überraschend auf Platz 3, vor Charles Leclerc (+0,232) und Lewis Hamilton (+0,276). Für Ferrari ein moderat zufriedenstellendes Ergebnis, nachdem sich Leclerc und Hamilton in allen drei Freien Trainings die Bestzeiten gesichert hatten.

Für Hadjar hingegen eine erfreuliche Überraschung: "Es war eine Katastrophe von einem Wochenende! Dauernd Runden gestrichen, und heute Morgen hatte ich keine einzige Runde auf weichen Reifen. Aber im Qualifying wurde das Auto lebendig. Wir haben beim Set-up eine Menge probiert, und am Ende hat es geklappt."

Nach dem ersten Run: "Damit hat keiner gerechnet"

Nach dem ersten Run hatte Antonelli mit einer Bestzeit von 1:34.035 Minuten geführt. Der WM-Leader hatte 0,179 Sekunden Vorsprung auf Verstappen, der am Boxenfunk über zu wenig Grip klagte. Und die nach drei Trainingsbestzeiten favorisierten Ferraris lagen auf P4/6. "Dass der Kimi jetzt vorne steht, damit hat keiner gerechnet. Auch wir nicht", räumte Formel-1-Experte Mathias Lauda in der Live-Übertragung von ServusTV ein.

Liam Lawson (Racing Bulls) hatte zu dem Zeitpunkt schon zusammengepackt und gab Interviews. Sein Teamkollege Arvid Lindblad lag nach dem ersten Q3-Run vor ihm auf Platz 9, und das war für Red Bulls B-Team das Wunschergebnis. Denn Lindblad muss in der Startaufstellung ohnehin um fünf Positionen nach hinten, und Lawson hätte gegen die vier Topteams sowieso keine Chance gehabt. Also war es aus Teamsicht besser, Lindblad P9+5 finishen zu lassen als P10+5 - und bei Lawson die Reifen zu sparen.

George Russell (Mercedes) verlor 0,441 Sekunden auf Antonelli und wurde Sechster, vor dem McLaren-Duo Oscar Piastri (+0,768) und Lando Norris (+1,014).

Nico Hülkenberg (Audi) wurde Zwölfter.

Q1: Mercedes und Piastri kommen mit Medium durch

Antonelli, Russell und Piastri nahmen Q1 zunächst mit gelben Mediumreifen in Angriff und lagen damit nach ihrer ersten Runde auf den Positionen 9, 10 und 13. Offenbar war der Soft im Qualifyingtrimm zunächst um rund eine Sekunde schneller als der Medium. Leclerc hatte jedenfalls eine erste Bestzeit von 1:35.200 Minuten aufgestellt und lag damit 0,924 Sekunden vor Antonelli.

Doch der Medium war damit noch nicht am Ende: Piastri fuhr eine zweite schnelle Runde und schob sich sechs Minuten vor Schluss auf Platz 7. Und auch Antonelli drehte eine weitere Runde, mit der er sich nach Bestzeit im ersten und zweiten Sektor sogar auf Platz 5 verbessern konnte. Russell war nach seiner zweiten Runde Achter, Piastri jetzt immerhin noch Neunter. Und alle drei hatten sich einen frischen Satz Softreifen gespart.

Unter Druck stand am Ende von Q1 Pierre Gasly (Alpine), weil ihm seine erste Runde wegen Überfahrens der weißen Tracklimits gestrichen worden war. Auf den letzten Drücker verbesserte er sich aber noch auf eine Zeit von 1:35.969 Minuten, 0,071 Sekunden hinter Teamkollege Franco Colapinto, und schaffte als 14. den Cut.

Raus waren damit Esteban Ocon (17./Haas), dem 0,291 Sekunden auf Fernando Alonso (Aston Martin) fehlten, und mit Lance Stroll (Aston Martin), Carlos Sainz, Alexander Albon (beide Williams), Sergio Perez und Valtteri Bottas (beide Cadillac) weitere übliche Verdächtige. Auch wenn Albon danach am Boxenfunk meckerte: "Warum sind wir so früh raus?"

Bestzeit fuhr am Ende noch Norris in 1:35.029 Minuten, 0,171 Sekunden vor Leclerc und 0,186 Sekunden vor Verstappen. Hülkenberg (+0,675) setzte in Q1 seine starke Form aus dem dritten Freien Training fort und belegte Platz 9.

Q2: Hülkenberg-Aus trotz Windschatten-Support

In Q2 leistete sich dann keiner mehr taktische Spielchen mit dem Medium, und als die Hosen runtergelassen wurden, legte erstmal Verstappen eine Bestzeit von 1:34.471 Minuten vor. Damit führte er nach dem ersten Run 0,068 Sekunden vor Norris, 0,285 vor Antonelli und 0,309 vor Russell.

Die bis dahin favorisierten Ferraris lagen auf gebrauchten Reifen nur auf den Plätzen 5 (Hamilton) und 7 (Leclerc). "Ich bin überrascht, wie weit die Ferraris jetzt weg sind", kommentierte Lauda im Live-Broadcast von ServusTV. Rückstand von Hamilton: 0,362 Sekunden.

Noch keine Zeit hatte nach dem ersten Run Gabriel Bortoleto (Audi), dem wegen Tracklimits hintereinander gleich zwei Runden gestrichen wurden. In seinem Fall irrelevant, weil er wegen Komponententauschs ohnehin mit einer Gridstrafe vorbelastet ist. Hülkenberg hingegen lag als Achter weiterhin auf Top-10-Kurs.

Im zweiten Run versuchte Audi auf der langen Geraden im Mittelsektor eine Windschattentaktik für den Deutschen, doch obwohl Bortoleto seinen Teamkollegen so gut es ging zog, blieb Hülkenberg im Mittelsektor über seiner zuvor erzielten Zwischenzeit und schaffte auch auf die gesamte Runde keine Verbesserung.

Damit rutschte Hülkenberg noch aus den Top 10, weil beide Racing Bulls und Gasly seine Zeit unterboten. Gasly wurde am Ende Elfter, 0,022 Sekunden hinter Lawson, und Hülkenberg belegte mit exakt 0,100 Sekunden Rückstand auf P10 Rang 12. Darüber hinaus schieden in Q2 auch Bortoleto, Franco Colapinto (Alpine), Alonso und Oliver Bearman (Haas) aus.

Die Bestzeit sicherte sich Leclerc, der sich mit frischen Softs auf 1:34.198 Minuten steigern konnte, 0,080 Sekunden vor Antonelli und 0,107 Sekunden vor Russell. Verstappen rutschte noch auf Platz 4 ab. Mit Norris auf P5 lagen alle vier Topteams vor dem großen Finale innerhalb von 0,341 Sekunden.

Wie kann Antonelli Weltmeister werden?

Die Rechnung ist einfach: Antonelli muss das Rennen gewinnen - und gleichzeitig darf Russell bestenfalls Neunter und Hamilton bestenfalls Fünfter werden. Doch Wolff hält nichts davon, sich mit solchen Rechenspielen auseinanderzusetzen: "Er muss einfach die Punkte machen. Und wenn nicht morgen, dann weiter punkten in Mexiko und in Brasilien. Und wenn das so geschieht und er nicht ausfällt, dann wird das in seine Richtung gehen."

Antonelli räumt indes ein, dass die Nacht vor seinem ersten WM-Matchball womöglich eine aufgeregte sein wird: "Es fühlt sich schon ein bisschen anders an. Aber das Ziel bleibt das Gleiche. Wir werden versuchen, das Rennen zu gewinnen. Das Mindset bleibt immer gleich", stellt er klar. "Ich werde einfach versuchen, das beste Rennen zu fahren, das ich fahren kann. Und dann sehen wir, was passiert."

Motorsport-Total.com

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