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Hamilton kritisiert Softwareabhängigkeit Lewis Hamilton kritisiert die moderne Formel 1
Sutton Images

"Das ist wirklich frustrierend"

Der siebenmalige Weltmeister sieht die Formel 1 auf dem falschen Weg - Hamilton erklärt, warum Softwareprobleme und Energiemanagement den Sport verändern

Lewis Hamilton hat die wachsende Abhängigkeit der Formel 1 von komplexen Softwaresystemen kritisiert. Nach Ansicht des Ferrari-Piloten würden Fahrer immer häufiger durch das Energiemanagement der Hybridantriebe ausgebremst, anstatt für ihre fahrerische Leistung belohnt zu werden.

Im Gespräch mit Neil deGrasse Tyson im "StarTalk"-Podcast am Rande des Miami-Grand-Prix Anfang Mai erklärte der siebenmalige Weltmeister, dass die aktuellen technischen Regelungen selbst für die Fahrer nur schwer nachzuvollziehen seien.

Hamilton erklärt die Tücken des aktuellen Energiemanagements

"Es ist für die Fans wirklich schwer, das alles vollständig zu verstehen, und auch für uns ist es schwer zu verstehen. Denn das eigentliche Ziel, wenn man ein Formel-1-Auto fährt, ist es, das Auto bis ans Limit zu bringen", erklärt Hamilton.

"Je schneller du eine Kurve fährst, desto eher solltest du gegenüber den anderen Zeit gewinnen. Im Moment ist es aber so, dass wir wegen der begrenzten Batteriekapazität ständig Energie managen müssen. Wenn du vom Gas gehst, lädst du die Batterie, wenn du beschleunigst, verbrauchst du Energie", so der Brite weiter.

Mehr Risiko kann zum Nachteil werden

Nach Angaben von Hamilton führen die aktuellen Systeme dazu, dass Fahrer in bestimmten Situationen sogar Nachteile haben, wenn sie besonders schnell unterwegs sind. Hintergrund sei die geringere Energierückgewinnung nach dem Wegfall des MGU-H.

"Wir haben in diesem Jahr weniger Energie zur Verfügung, weil sie den MGU-H entfernt haben, den wir im vergangenen Jahr noch hatten. Das ist ohnehin schon ziemlich kompliziert. Wenn du also eine schnelle Kurve besonders engagiert fährst, mehr Risiko eingehst und dadurch schneller bist, wirst du anschließend bestraft, weil du nicht genügend Energie zurückgewinnst", betont Hamilton.

Softwareprobleme kosten laut Hamilton wertvolle Zeit

Zusätzlichen Frust verursachen seiner Meinung nach auch Probleme mit der Software. "Gestern habe ich drei Zehntelsekunden verloren, nur weil die Software ihre Arbeit nicht gemacht hat. Das wusste ich aber erst, als ich zu meinen Ingenieuren zurückkam."

"Ich habe mich entschuldigt und gesagt: 'Es tut mir leid, ich bin zu langsam.' Daraufhin sagten sie: 'Du bist nicht zu langsam. Die Software hat nicht richtig funktioniert.' Das ist wirklich frustrierend, denn früher gab es solche Probleme nicht. Wir brauchen weniger davon", so Hamilton.

Nach den ersten neun Saisonrennen belegt der Brite den dritten Platz in der Fahrerwertung. Angeführt wird das Klassement von Kimi Antonelli, der vor seinem Teamkollegen George Russell liegt.

Bereits an diesem Wochenende steht mit dem Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps das nächste Rennen auf dem Programm, bei dem das von Hamilton kritisierte Energiemanagement aufgrund der langen Vollgaspassagen und des hohen Energiebedarfs erneut eine wichtige Rolle spielen wird.

Motorsport-Total.com

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