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"IndyCar macht Spaß" Mick Schumacher im IndyCar-Cockpit von Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL)
Penske Entertainment

"Macht Spaß": Mick Schumacher nach seinen ersten Ovalrunden im IndyCar

Beim Privattest von Rahal Letterman Lanigan Racing am Mittwoch in Homestead fuhr Mick Schumacher seinen IndyCar-Boliden erstmals im Oval, und ist begeistert

Mick Schumacher hat in Vorbereitung auf seine erste IndyCar-Saison nun auch seine ersten Runden auf einem Oval absolviert. Und sein erster Eindruck ist ein positiver.

Am Mittwoch testete Schumacher einen Tag lang auf dem Homestead-Miami Speedway, rund 50 Kilometer südlich von Downtown Miami im US-Bundesstaat Florida. Es handelte sich um einen reinen Privattest von Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL) - dem Team, für das Schumacher in der IndyCar-Saison 2026 einer von drei Vollzeitfahren ist.

Im derzeit noch komplett schwarz lackierten Rahal-Honda mit Schumachers Startnummer 47 hätte dessen erfahrener Teamkollege Graham Rahal am Morgen zunächst einen Shakedown fahren sollen, um sicherzustellen, dass die Abstimmung des Autos zu den Streckenbedingungen passt. Bei anfangs relativ starker Bewölkung, die im Tagesverlauf etwas auflockerte, lag die Lufttemperatur am Mittwoch in Homestead im Bereich von 20 bis 23 Grad Celsius.

Beim Homestead-Miami Speedway handelt es sich um ein 1,5-Meilen-Oval, das seit Herbst 2003 mit einer signifikanten Kurvenüberhöhung (Banking) von 18 bis 20 Grad versehen ist. Für IndyCar-Boliden ist ein derartiges Banking eigentlich nicht optimal, weil in erster Linie für NASCAR-Boliden gemacht.

Von IndyCar-Teams wird das Homestead-Oval seit 15 Jahren nur noch für Testfahrten genutzt, so geschehen nun von RLL für den ersten Ovaltest in der IndyCar-Karriere von Mick Schumacher. Der Rookie übernahm das Auto direkt nach dem von Rahal durchgeführten Shakedown.

Aufgrund einer kurzfristigen Planänderung war es aber nicht Graham Rahal, der das Auto für Schumacher einfuhr, sondern Schumacher selber. Abgesehen von Rahal war beim RLL-Privattest auch Ryan Briscoe vor Ort, um mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der ehemalige IndyCar-Pilot aus Australien wurde im Team von Bobby Rahal, David Letterman und Mike Lanigan vor wenigen Tagen als Fahrer-Coach verpflichtet, insbesondere für Rookie Mick Schumacher.

Mick Schumachers Urteil nach seinen ersten Ovalrunden

In einem kurzen Video-Statement, das am Mittwoch während des laufenden Testtags auf den Social-Media-Kanälen von RLL veröffentlicht wurde, spricht Mick Schumacher davon, dass der Test bis dahin "gut verlaufen" sei. "Wir haben eine Menge Runden zurückgelegt. Das hatten wir uns vorgenommen."

An der Abstimmung des Rennwagens wurden laut Schumacher schon im Verlauf des Vormittags "ein paar Veränderungen vorgenommen, um das, was wir hatten, zu verbessern".

Mit diesen Worten verabschiedete sich der IndyCar-Rookie aus Deutschland in den Nachmittag. Das Ziel des Teams für die zweite Hälfte des Testtags war es laut Schumacher, noch "ein paar Dinge auf unserer Liste abzuhaken".

Was Mick Schumacher sowohl im Gesicht anzusehen ist als auch aus seinen Worten zum Abschluss des Video-Statements hervorgeht: Das Fahren eines IndyCar-Boliden auf einem Ovalkurs bereitet ihm große Freude. "Es macht Spaß. Bleibt dran."

"Auf einem guten Weg" zum Ovalfahrer

Wenig später äußerte sich Schumacher ausführlicher: "Der größte Unterschied zu einer normalen Rennstrecke ist auf jeden Fall der, dass man hier in eine Kurve reinfährt ohne zu bremsen. Für mich ist das etwas gewesen, woran ich ich mich erst einmal gewöhnen musste."

"Das Gefühl zu haben, okay ich kann das Auto in die Kurve schmeißen, ohne vom Gas zu gehen, das war natürlich eine Sache, die ganz neu war für mich, mit der ich mich aber relativ schnell wohlgefühlt habe und mit der ich kein großes Problem hatte", so der IndyCar-Neuling. Generell habe er "noch sehr viel zu lernen in einem Oval", wie er sagt. Er versichert aber auch: "Ich bin auf einem guten Weg."

"Wir sehen uns hoffentlich bald, auf jeden Fall in St. Pete", verweist Schumacher in seinem ersten Social-Media-Video auf den IndyCar-Saisonauftakt 2026 am 1. März in St. Petersburg (Florida).

IndyCar-Rennen in Homestead: 1996 ging es los, 2010 war Schluss

Bei St. Petersburg handelt es sich um eines von sechs Stadtrennen im IndyCar-Kalender 2026. Abgesehen davon gibt es sechs Rennen auf permanenten Rundstrecken, und auch sechs Ovalrennen. Der Homestead-Miami Speedway allerdings, auf dem Schumacher am Mittwoch getestet hat, taucht wie bereits erwähnt nicht im Rennkalender auf.

Im Jahr 2010 gastierte die IndyCar-Serie zum bislang letzten Mal für ein Rennen in Homestead. In den Anfangsjahren der Homestead-Historie, als das Oval mit lediglich 6 Grad Banking noch wesentlich moderater überhöht war, gab es packende Rennen. In Erinnerung geblieben sind vor allem die Rennen der CART-Serie.

1996, als Homestead noch ein sogenanntes Quad-Oval mit vier separaten 90-Grad-Kurven war, holte Jimmy Vasser für Chip Ganassi Racing seinen persönlich ersten IndyCar-Sieg. 1997 errang Michael Andretti in Diensten von Newman/Haas Racing auf dem Homestead-Oval den ersten IndyCar-Sieg für den US-amerikanischen Chassis-Hersteller Swift.

1998 - inzwischen hatte man Homestead zum klassischen Oval mit zwei langgezogenen Kurven umgebaut - siegte Michael Andretti im Fotofinish gegen Greg Moore. 1999 war es Moore, der in Homestead den letzten seiner fünf IndyCar-Siege einfuhr. Und im Jahr 2000 eroberte Max Papis in Homestead seinen ersten IndyCar-Sieg.

Ab 2001 gastierte anstelle der CART-Serie die Indy Racing League (IRL) in Homestead. Die ersten drei Rennen dieser Ära fanden noch auf dem flachen Oval statt. 2004 gab es dann das erste von sieben IndyCar-Rennen auf der noch heute aktuellen Streckenkonfiguration mit dem progressiven Banking von 18 bis 20 Grad. 2010, als Homestead zum letzten Mal im IndyCar-Kalender auftauchte, war es das Saisonfinale.

Deutschsprachige IndyCar-Stammfahrer: Mick Schumachers Vorgänger(in)

Am Mittwoch nun hat Mick Schumacher eben in Homestead seinen ersten Ovaltest in Vorbereitung auf seine erste IndyCar-Saison absolviert. Der 26-jährige Sohn des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher ist in der IndyCar-Serie der erste deutschsprachige Vollzeitpilot seit Simona de Silvestro.

De Silvestro, gebürtige Schweizerin, absolvierte in den Jahren 2010 bis 2013 vier volle Saisons für die Teams HVM Racing respektive KV Racing, wobei sie einmal auf das Podium fuhr (P2 in Houston 2013). Im Zeitraum 2015 bis 2022 war sie noch bei ausgewählten IndyCar-Rennen am Start.

Während die IndyCar-Saison 2026 am 1. März beginnt, geht es auch für Simona de Silvestro in wenigen Tagen wieder in einen Wettbewerb. In ihrem Fall sind es keine Autorennen. Sie nimmt an den Olympischen Winterspielen teil, die vom 6. bis 22. Februar in Mailand und Cortina d'Ampezzo ausgetragen werden. De Silvestro, die neben der schweizerischen auch die italienische Staatsbürgerschaft besitzt, tritt für das Gastgeberland Italien im Bobfahren an.

Fahrplan bis zum IndyCar-Auftakt: Zwei Tests mit allen Teams stehen an

Was Mick Schumacher betrifft, so stehen für ihn nach seinem nun erfolgten ersten Ovaltest noch zwei weitere Testfahrten vor dem IndyCar-Saisonauftakt an.

Am kommenden Montag und Dienstag (9./10. Februar) testen alle Teams auf der Kurzanbindung des Sebring International Raceway. Dieser traditionelle Wintertest dient vor allem als Vorbereitung auf Stadtrennen, weil Stadtkurse häufig ähnlich uneben sind wie es die permanente Rundstrecke in Sebring ist.

Und in der darauffolgenden Woche geht am Dienstag und Mittwoch (17./18. Februar) auf dem Phoenix Raceway im US-Bundesstaat Arizona - ebenfalls mit allen Teams - der letzte Ovaltest vor Saisonbeginn über die Bühne.

Beim Phoenix Raceway handelt es sich um ein Ein-Meilen-Oval, das in diesem Jahr sein Comeback im IndyCar-Kalender feiert. 2018 wurde dort zum bisher letzten Mal gefahren. In diesem Jahr nun steht Phoenix als zweites Saisonrennen für den 7. März auf dem Plan. Es ist das erste von sechs Ovalrennen im IndyCar-Kalender 2026.

Nur acht Tage nach Phoenix, am 15. März, folgt auf dem brandneuen Stadtkurs in Arlington im US-Bundesstaat Texas für Mick Schumacher das "Mini-Heimrennen", wie er es selber bezeichnet.

Motorsport-Total.com

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