Nur wenige Runden? | 03.03.2026
Aston Martin droht in Melbourne offenbar ein Fiasko
Aston Martin droht beim Formel-1-Auftakt in Australien ein Debakel: Lance Stroll und Fernando Alonso sollen den AMR26 offenbar nach wenigen Runden wieder abstellen
Eigentlich gilt Grün als Farbe der Hoffnung. Doch für das Formel-1-Team von Aston Martin gibt es derzeit kaum Anlass zu Optimismus. Dem britischen Rennstall um Technik-Genie und Teamchef Adrian Newey droht beim Großen Preis von Australien offenbar ein Albtraum-Auftakt in die neue Saison.
Bereits die Testfahrten in Bahrain waren ein Fiasko, denn Aston Martin wurde durch Probleme mit der neuen Antriebseinheit von Honda massiv ausgebremst. Am letzten Testtag absolvierte Lance Stroll lediglich sechs Runden - und auch in Melbourne dürfte der AMR26 nach aktuellen Informationen kaum häufiger auf der Strecke zu sehen sein.
Denn wie der Honda-Verantwortliche Ikuo Takeishi bereits vor einigen Tagen einräumte, führen "abnormale Vibrationen" zu einem Schaden am Batteriesystem. Die exakten Ursachen sind bislang ungeklärt. Zwar sollen die Vibrationen zum Saisonauftakt reduziert werden, doch eine nachhaltige Lösung sei frühestens in Suzuka realistisch.
Fährt Aston Martin in Australien nur wenige Runden?
Honda reist somit faktisch unvorbereitet zum Debüt nach Melbourne. Die Defekte während der Testfahrten haben die Ersatzteilsituation eskalieren lassen, zeitweise stand wohl sogar im Raum, den Australien-Grand-Prix unter Berufung auf höhere Gewalt auszulassen.
Inzwischen ist klar: Aston Martin wird in Melbourne zwar antreten - allerdings wohl nur mit dem Minimalziel, die 107-Prozent-Regel zu erfüllen, um sich für das Rennen zu qualifizieren, einige Runden am Sonntag zu drehen und die beiden AMR26 von Fernando Alonso und Lance Stroll anschließend abzustellen.
Parallel dazu wurde eine Kriseneinheit formiert, um Honda zu unterstützen. Die Ingenieure um Teamchef Newey stehen in engem Austausch mit den Spezialisten im japanischen Sakura, um die Ursachenforschung voranzutreiben. Strategiechef Andy Cowell, der die Motorenabteilung von Mercedes zu mehreren WM-Titeln führte, wurde nach Japan entsandt.
Aston Martin droht ein Debakel zum Saisonstart
Doch die Zeit drängt. Zunächst geht es darum, die grundlegende Zuverlässigkeit herzustellen, bevor überhaupt an die Performance zu denken ist. Newey soll intern sogar sarkastisch angemerkt haben, dass der Honda-Motor nicht einmal über ausreichend Leistung verfüge, um die Batterie wieder aufzuladen. Berichten zufolge fehlen rund 80 PS.
Die Lage für Aston Martin insgesamt ein Desaster, das am Image des ambitionierten Projekts kratzt - jenes Rennstalls, in den Lawrence Stroll massiv investiert hat: mit einem neuen Hightech-Werk in Silverstone und einem erstklassigen Personalstab unter der Leitung von Adrian Newey. Doch der Traum vom WM-Erfolg ist zumindest vorerst geplatzt.

















