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WRC Rallye Japan: Nach Tag 3 (SP14) Elfyn Evans führt in Japan vor dem letzten Tag
Toyota

Evans führt nach erneutem Solberg-Crash

Oliver Solberg crasht erneut im Kampf um die Führung - Takamoto Katsuta zurückgefallen - Elfyn Evans vor Schlusstag vor Sebastien Ogier.

Toyota dominiert beim Heimspiel in Japan, doch das teaminterne Duell an der Spitze endete am Samstagvormittag vorzeitig in den Bäumen. Nach einer starken Aufholjagd flog Oliver Solberg ab und überließ Elfyn Evans eine komfortable Führung.

Evans hatte schon Freitag die Führung übernommen. Er nutzte den Vorteil seiner frühen Startposition optimal und riss die Führung auf WP2 an sich. Oliver Solberg, der noch die Auftaktprüfung gewonnen hatte, verlor auf WP3 wertvolle Sekunden aus einem kuriosen Grund: Eine Gruppe Rehe blockierte die Strecke.

"Ich habe gebremst und bin nach links ausgewichen, aber die Tiere liefen völlig unberechenbar in alle Richtungen", berichtete Solberg im Ziel der Prüfung. Am Ende des Freitags trennten ihn 15,7 Sekunden von Evans.

Sebastien Ogier kämpfte als Sechster auf der Strecke extrem mit den schmutzigen Bedingungen und einem unruhigen Auto, sicherte sich aber dennoch den dritten Zwischenrang vor Sami Pajari.

Thierry Neuville (Hyundai) überraschte am Freitagmorgen zunächst mit starker Pace, fiel am Nachmittag auf den harten Reifen bei abtrocknenden Bedingungen jedoch deutlich zurück.

Heim-Albtraum für Katsuta am Freitag

Für Lokalmatador Takamoto Katsuta (Toyota) entwickelte sich der Auftakt zum Desaster. Ein Ausrutscher auf einer feuchten Stelle in WP1 führte zu einem Reifenschaden hinten links. Der erzwungene Wechsel auf harte Reifen auf feuchter Strecke kostete massiv Zeit und Vertrauen. Ein weiterer Ausritt ins Gras auf WP3 machte den Fehlstart perfekt.

"Es war der schlimmste Tag der bisherigen Saison. Es lief einfach alles schief", fluchte Katsuta am Freitagabend tief enttäuscht. Toyota-Teamchef Jari-Matti Latvala sieht den enormen Erwartungsdruck beim Heimspiel als möglichen Faktor. Katsuta dementiert dies jedoch und macht stattdessen fehlende Informationen der Eisspione für die tückischen Stellen verantwortlich.

Solberg bläst zur Attacke - und übertreibt es

Der Samstagmorgen begann mit einem fulminanten Angriff von Solberg auf Spitzenreiter Evans. Mit starken Bestzeiten auf WP7 und WP9 setzte er den Waliser unter Druck und verkürzte den Rückstand zwischenzeitlich auf 10,6 Sekunden.

Sebastien Ogier hingegen konnte das Tempo der Spitze nicht mitgehen und klagte weiterhin über mangelnden Grip durch die Kombination aus harten Reifen und niedrigen Streckentemperaturen.

Auch für Neuville ging es weiter rückwärts. Handbremsprobleme auf den kurvigen Strecken und anhaltendes Untersteuern warfen den Weltmeister von 2024 hinter seinen Teamkollegen Adrien Fourmaux (Hyundai) auf Rang sieben zurück.

Auf der zehnten Prüfung überschlugen sich schließlich die Ereignisse: Solberg, der auf Bestzeitkurs lag, verlor in einer engen Linkskurve das Heck seines GR Yaris und schlug in einen Baum ein. Die schweren Schäden hinten rechts am Fahrzeug bedeuteten das sofortige Aus für den Schweden.

Teamkollege Sebastien Ogier zeigte sich im Ziel wenig überrascht: "Das Risiko, das er heute Morgen eingegangen ist, war zu hoch. Es ist sehr schade, aber keine wirkliche Überraschung."

Für Solberg ist es der zweite Unfall im Kampf um einen Rallye-Sieg in drei Rallyes. Auf den Kanarischen Inseln hatte er es bereits im Kampf mit Ogier übertrieben und schied aus. Auf den zweiten Platz in Portugal folgt nun die nächste Enttäuschung.

Obwohl er durch Solbergs Unfall auf der Strecke leicht aufgehalten wurde, führt Evans das Feld nun mit 17,8 Sekunden Vorsprung auf Ogier an. Sami Pajari rückt auf den dritten Podestplatz vor, während sich Takamoto Katsuta nach seinem schwarzen Freitag immerhin auf Rang vier vorgekämpft hat.

Überschattet wurde das Ende der Vormittagsschleife zudem durch einen Überschlag des WRC2-Piloten Diego Dominguez, der zu einer Roten Flagge führte. Am Sonntag stehen noch sechs WPs auf dem Programm, wovon zwei allerdings eine Zuschauerprüfung über lediglich zweieinhalb Kilometer sind.

WRC Masters Cup: Keferböck-Konkurrenten nur auf P4 und P5

Für Johannes Keferböck und Ilka Minor, beide erst wieder bei der Akropolis Rallye am Start, ist der Verlauf der Japan Rallye von Vorteil: Denn die direkten Konkurrenten in der WRC Masters Cup-Tabelle, Andrea Lafarja und Georgios Vasilakis liegen hinter den drei Local Heros, Norihiko Katsuta (Vater von Takamoto Katsuta), Fumio Nutahara und Satoshi Imai nur auf den Rängen vier und fünf. So oder so kommen Keferböck/Minor als Tabellenleader zur Akropolis. Bei derzeitigem Stand würde die Tabelle lauten: Keferböck 67, Vasilakis 45, Lafarja 42 und Miguel Granados (ebenfalls nicht in Japan am Start) 37 Punkte.

Motorsport-Total.com

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