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"Vieles zu kompliziert" Fotomontage: Ein Formel-1-Auto wird 2026 von vielen äußeren Faktoren wie Algorithmen und Software beeinflusst
Getty Images/KI-bearbeitet

Formel-1-Teamchef schlägt Alarm!

Die Formel 1 ist technisch komplexer denn je: Haas-Teamchef Ayao Komatsu fordert mehr Kontrolle für die Fahrer und mehr Verständlichkeit für die Zuschauer

Das neue technische Reglement hat die Formel 1 verändert: Algorithmen entscheiden über die Energieabgabe, die Batterieladung bestimmt den Ausgang eines Zweikampfs und selbst die Fahrer können sich manchmal nicht erklären, was ihre Autos genau tun - und warum. Haas-Teamchef Ayao Komatsu spricht daher aus, was viele denken: "Im Moment ist vieles einfach zu kompliziert."

"Die Formel 1 sollte wieder einfacher werden, auch für die Zuschauer. Es ist wichtig, dass jeder den Sport versteht, unabhängig davon, wie tief jemand technisch einsteigt. Dafür muss die Formel 1 in manchen Bereichen verständlicher werden", erklärte Komatsu.

Kernpunkt der Kritik ist das aktuelle Antriebsreglement, das vor allem auf schnellen Strecken wie Silverstone und Spa-Francorchamps zu skurrilen Szenen führte: Den Autos ging auf den langen Geraden der "Saft" aus, weil zeitweise keine elektrische Zusatzleistung mehr zur Verfügung stand und nur noch der Verbrennungsmotor antrieb. Damit verblieb lediglich rund die Hälfte der maximalen Systemleistung.

"Auf manchen Strecken fällt das stärker ins Gewicht als auf anderen, und Spa gehört definitiv zu den schwierigsten", sagte Komatsu. "Wir haben zwar bereits Verbesserungen vorgenommen, aber es braucht kontinuierliche Weiterentwicklung."

Komatsu fordert wieder mehr Kontrolle für die Fahrer

Dazu gehört laut Komatsu auch, "unbeabsichtigte oder sekundäre Folgen" der neuen Antriebsregeln einzudämmen. "Derzeit hängt das System davon ab, dass die Fahrer bestimmte Dinge exakt richtig machen. Die Kontrolle muss aber wieder stärker beim Fahrer liegen", sagte Komatsu. Nur dann könne man die Leistung eines Fahrers korrekt einordnen.

Denn aktuell weiß ein Außenstehender nicht, ob ein "klassischer Fahrfehler" vorliegt oder ob die Software dafür verantwortlich war. Zu vieles bleibt unklar in der Formel 1 2026, weil die Fahrer nicht selbstbestimmt oder "intuitiv" fahren können.

"Ein Fahrer sollte bis ans Griplimit gehen und beispielsweise im Qualifying das Gaspedal genau dann öffnen, wenn er spürt, dass die Hinterräder noch nicht durchdrehen. Genau das ist doch der Kern unseres Sports", erklärte Komatsu.

Die Formel-1-Regeln 2026 überlagern diesen Aspekt und verschleiern, welchen Anteil der Fahrer an einer Runde tatsächlich hat. "Genau das ist das Problem", sagte Komatsu. "Von außen kann niemand erkennen, ob der Fahrer tatsächlich eine schlechte Runde gefahren ist oder ob er lediglich durch die Energiebereitstellung zwei oder drei Zehntelsekunden verloren hat."

"Um tatsächlich von einem Fahrfehler sprechen zu können, müsste man voraussetzen, dass ein Fahrer jedes einzelne Detail der Software oder der Strategie vollständig versteht und jederzeit berücksichtigt. Das kann man von einem Fahrer nicht verlangen. Denn im Moment ist das System einfach noch zu kompliziert."

Schafft die Formel 1 noch eine Trendwende?

Dieser letzte Satz deutet jedoch zumindest an, dass Komatsu an eine Verbesserung glaubt. Das bejaht er ausdrücklich: "Wir werden das lösen. Davon bin ich überzeugt."

Die ersten Anpassungen seien bereits "definitiv ein Schritt nach vorne" gewesen. "Gleichzeitig wussten wir alle, dass das noch keine endgültige Lösung sein würde, weil wir das System nicht von heute auf morgen komplett umkrempeln wollten. Deshalb gehen wir schrittweise vor."

Komatsu erwartet für 2027 eine Verbesserung. Doch wann genau eine gute Balance hergestellt sein wird, weiß er nicht zu sagen. "Ich glaube aber, wir kriegen das Problem irgendwann vollständig in den Griff."

Motorsport-Total.com

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