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Jean Todt im Gespräch

Der Ferrari-Rennsportdirektor über die Stimmungslage der Scuderia, die Reifenproblematik, und wen er 2002 als Haupt-Gegner im Titelfight erwartet.

Bernhard Eder

Die letzten beiden Formel-1-Saisonen waren die erfolgreichsten der Ferrari-Geschichte. Zweimal en suite das Double gewonnen – mehr geht nicht. Die Befürchtung, dass der Siegeshunger der Scuderia gestillt ist, hat Jean Todt nicht.
"Unser Team ist nach wie vor top-motiviert", gibt sich der rote Rennsport-Direktor überzeugt. "Wir wollen auch heuer wieder die Weltmeisterschaft gewinnen, wissen aber natürlich, dass das ganz schön schwierig wird."

Im Unterschied zu den Vorjahren hat Ferrari heuer zwei Testfahrer, Luca Badoer und Luciano Burti, auf der Gehaltsliste – warum das? Todt: "Wir müssen uns verstärkt der Weiterentwicklung der Bridgestone-Reifen widmen und werden daher mehr Testkilometer als im Vorjahr abspulen."

"Aus diesem Grund haben wir unser Testteam verstärkt. In Anbetracht der Tatsache, dass wir heuer das einzige Bridgestone-Spitzenteam sind, müssen wir eine führende Rolle bei der Reifenentwicklung einnehmen."

"Michelin muss sich zwei Top-Teams widmen, und das könnte ein Problem sein, das für Bridgestone nicht existiert. Auf der anderen Seite werden wir nicht mehr den Vergleich haben wie im Vorjahr, und das kann für uns problematisch sein."

Wen sieht Todt eigentlich als Hauptrivalen im Kampf um das dritte WM-Double en suite? "Schwer zu sagen, wir kennen noch nicht das Potential aller neuen Autos. Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, dass ein Rennstall leistungsmäßig aufschließt, der 2001 nicht top war."

"BMW-Williams ist jenes Team, das im Vorjahr den größten Sprung nach vorne gemacht hat. Ich denke, dass sie auch in der kommenden Saison sehr stark sein werden. Nicht zu vergessen auf McLaren. In Melbourne werden wir ja sehen, wie die Krafteverhältnisse sind."

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