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Billigmotoren für Traktionskontrolle

FIA-Präsident Max Mosley hat in einem langen Brief die Hersteller an den Verkauf von Billigmotoren erinnert – das Versprechen müsse eingehalten werden.

Wir schreiben das Jahr 2003. Nicht nur die Welt der Königsklasse des Motorsports wird immer mehr automatisiert und auf neue technologische Level gehoben, sondern auch das Alltagsleben läuft immer mehr über elektronische Kommunikation wie Emails oder Telefonkonferenzen ab. Doch während sich ein Mann mit der teilweise Abrüstung der Elektronik ab dem kommenden Jahr diesem Trend in der F1-Technik entgegen stellt, versucht dieser eine smarte Brite, seines Zeichens Präsident des Motorsportweltverbandes FIA, auch eine weitere alte Tradition wieder zu beleben: Das zu Jahresbeginn wieder entdeckte Briefeschreiben!

So veröffentlichte Max Mosley, der die Teams und Redaktionen der Motorsportpresse bereits Mitte Januar mit schier unendlichen Schreiben zum neuen Reglement beehrte, am gestrigen Donnerstag erneut einen Brief, in welchem er noch einmal auf eines seiner Lieblingsthemen neben der Verbesserung der Show und dem Senken der Kosten einging: Die Automobilhersteller.

Denn bereits im Rahmen seines Vier-Stufen-Planes hatte Mosley, auch in Anbetracht der möglichen Konkurrenzserie GPWC, davon gesprochen, dass die Hersteller jederzeit die F1 verlassen und diese damit vor ein großes Problem stellen könnten.

„Die Autohersteller sind in der Formel 1 willkommen und ein wertvoller Teil der Serie, aber dies ist nicht ihr Kerngeschäft und von keinem Hersteller kann eine konstante Teilnahme erwartet werden,“ erinnert Mosley noch einmal an seine Worte. „Die Konzernbosse kommen und gehen und was heute noch feststeht kann morgen schon wieder von den neuen Chefs als ein Fehler angesehen werden. Die Industrie kommt und geht wie sie es möchte.“

Um diesen Worten Nachdruck zu verleihen, zählt Mosley in seinem neuerlichen Rundschreiben die Beteiligungsphasen aller Automobilhersteller in der Formel 1 detailliert auf und legt damit zum Beispiel dar, wie oft und wie lange BMW, Mercedes oder Renault in der Königsklasse vertreten waren, wobei Anspielungen, dass zwei Hersteller bereits innerhalb der nächsten Zeit verschwinden können schon vor einigen Tagen für wenig Verständnis bei Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sorgten.

Doch auch wenn Mosley mit diesem neuerlichen Brief erneut betont, dass immer die Gefahr besteht mehrere Hersteller zu verlieren, ist er im Bereich der „Billigmotoren“ für rund 10 Millionen Dollar zu keinerlei Kompromissen bereit, weswegen unsere Kollegen von Autosport einen FIA-Insider derart zitieren, dass Mosley die Motorenlieferanten gewarnt habe ihre Zusagen über diese „Billigmotoren“ nicht zurückzuziehen.

So soll Mosley, der bestätigte in Monaco mit den Teams zu verhandeln, einer Beibehaltung der Traktionskontrolle über die Saison 2003 hinaus nur zugestimmt haben, da sich die Motorenhersteller deswegen dazu bereit erklärten die unabhängigen Teams mit billigen Aggregaten zu versorgen, was jedoch wie BMW oder Renault bestätigten, immer weniger machen wollen. Entsprechend dürften in dieser Sache die letzten Briefe noch nicht geschrieben sein...

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