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Negative Set Up-Änderungen durch „Schmalreifen“?

„Geheimtreffen“ von McLaren & Williams mit dem FIA-Delegierten Charlie Whiting. McLaren-Manager Whitmarsh sieht Titelchancen geschmälert...

Michael Noir Trawniczek

Wie der britische "Guardian" berichtet, gab es gestern Montag ein „Reifen-Geheimtreffen“ im McLaren-Hauptquartier in Woking. Anwesend waren dort die McLaren-Entscheidungsträger Ron Dennis und Manager Martin Whitmarsh, Frank Williams und dessen Technikchef Patrick Head sowie der technische Delegierte der FIA, Charlie Whiting. Inhalt des Gesprächs: Die neue Regelinterpretation der FIA, wonach Reifen künftig in warmen Zustand, also nach dem Rennen, abgemessen werden. McLaren und Williams befürchten, diese Maßnahme könnte ihre Chancen auf den Titel schmälern.

Whitmarsh erklärte gegenüber der britischen Zeitung: „Möglicherweise könnte die ganze Affäre für beide Teams, McLaren und Williams, die Chancen auf den Weltmeistertitel kosten. Wir haben lange mit Charlie Whiting gesprochen. Wir machen uns beträchtliche Sorgen wegen der neuen FIA-Regelinterpretation, die Reifenabnahme nach dem Rennen durchzuführen. Auch wenn Michelin einige neue Pneus hergestellt hat, welche wir letzte Woche in Monza getestet haben.“

Whitmarsh fügte hinzu: „Um es einfach zu sagen: Wir können nun die vormals existierenden Reifen verwenden und dabei riskieren, dass wir nicht der neuen Regelauslegung der FIA entsprechen oder wir können die neuen Reifen verwenden und dabei immer noch riskieren, dass sie illegal sind, trotz einer Einbuße an Performance.“

Whitmarsh konkretisiert seine Sorgen – die neuen schmäleren Michelin-Reifen hätten auch massive und laut Whitmarsh nachteilige Set Up-Änderungen erfordert: „Michelin hat einen großartigen Job erledigt. Aber die Änderungen am Set Up, welche wir nun vornehmen mussten – Spur, Radsturz und Reifendruck – waren nicht zu unserem Vorteil.“

Die Aussage von Martin Whitmarsh steht demnach im Gegensatz zu jener von Renault-Technikdirektor Mike Gascoyne, welcher den neuen „Schmalreifen“ sogar einen „kleinen Performance-Vorteil“ attestiert.

Wie auch immer - 2003 wird wohl als Jahr des Regelinterpretationswahnsinns in die Formel 1-Geschichte eingehen. Die Saison droht so zu enden, wie sie begonnen hat. Anstatt sportlicher Leistungen stehen Regelauslegungen und deren Neuinterpretationen im Vordergrund. Und das bei einem WM-Stand, der Höchstspannung garantieren sollte.

Die leidige Affäre wäre allen erspart geblieben, hätte die FIA ein klares Regelwerk ohne Schlupflöcher zur Welt gebracht. Eindeutige Regeln hätten lediglich eingehalten und nicht ständig interpretiert werden müssen. Die oberste Motorsportbehörde wiederum hätte sich erspart, drei Läufe vor Saisonende erkennen zu müssen, dass man Reifen besser nach dem Rennen abmessen sollte...

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