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Neue Regeln gefällig?

Das neue Reglement ist noch taufrisch, schon könnte zumindest der neue Qualifying-Modus bald der Vergangenheit angehören, geht's nach Big-Bernie.

Schon im legendären Neun-Punkte-Plan der FIA, in welchem FIA-Präsident Max Mosley und F1-Boss Bernie Ecclestone erste – teils extrem radikale – Ideen für neue Regeln vorlegten, war eine Qualifying-Reform angedacht, welche dann später im Rahmen des ebenso berühmtberüchtigten Oktober-Meetings des Motorsportweltverbandes mit den Teams und Sponsoren auch in abgewandelter Form in die Tat umgesetzt wurde.

Entsprechend haben wir es jenem 28. Oktober des vergangenen Jahres zu verdanken, dass die Piloten seit dem Großen Preis von Australien vor gut zwei Wochen bei zwei unterschiedlichen Qualifyings jeweils nur noch eine einzige Runde drehen dürfen.

Besonderes Konfliktpotenzial erhielt diese von den drei Top-Teams McLaren Mercedes, Ferrari und BMW-Williams vorgetragene Idee dadurch, dass FIA-Präsident Max Mosley in einem weiteren Anflug von „Kreativität“ auch noch das Nachtanken nach dem Abschluss-Qualifying am Samstag verbot und damit das Qualifying quasi zum ersten Teil des folgenden Rennens machte.

Doch wie viele Fans und Verantwortliche, etwa McLaren-Boss Ron Dennis, ist auch Bernie Ecclestone nach den ersten beiden WM-Läufen dieses Jahres von der Idee eines Einzel-Qualifyings alles andere als angetan. Der Modus sei schlichtweg „schrecklich“.

„Erstens: Die Piloten fahren im Qualifying nicht an ihrem Limit. Zweitens: Und dann fahren sie nur eine einzige schnelle Runde und kehren wieder an die Box zurück und stehen dort tatenlos bis zum Ende der Session herum, sie können nur mehr zuschauen. Die Piloten verfügen nicht mehr über die Chance, einen schnelleren Rivalen zu unterbieten. Da ist kein Kampf mehr, das Aufregende am Qualifying ist verloren gegangen.“

Demzufolge spricht der F1-Zampano bereits vor dem angesetzten Treffen der FIA mit den technischen Direktoren und Teamchefs, welches als Diskussionsforum für die neuen Regeln nach dem Brasilien Grand Prix angesetzt wurde, von weiteren Änderungen am Qualifying-Format – was Ecclestone bereits vor Saisonbeginn für möglich hielt:

„Wir können wieder ein paar Dinge erlauben, die wir jetzt verboten haben, wenn nicht alles so läuft, wie wir geglaubt haben. Oder wir führen sogar noch mehr Änderungen ein,“ wollte Bernie – damals noch zuversichtlich – erst einmal abwarten wie die Neuerungen einschlagen. „Wenn es funktioniert – gut. Wenn nicht – dann ist das kein Felsbrocken, den wir nicht verschieben könnten. Wir können immer etwas ändern…“

Und da Bernie einerseits immer etwas ändern kann und sein Vorschlag eines zweigeteilten Qualifikationstrainings dessen Zeiten addiert werden, der noch aus den Zeiten des Neun-Punkte-Plans stammt, keinen Anklang fand und die FIA sich lieber der von den Top-Teams vorgetragenen Idee eines Einzel-Qualifyings annahm, möchte Bernie nun zu seinem ursprünglichen Vorschlag zurückkehren:

So soll es auch weiterhin zwei Qualifying-Sessions geben, die dann jedoch nur noch 30 Minuten andauern dürfen und während denen die Piloten ein Pflichtprogramm von zwei Runden absolvieren müssen. Nach Ablauf beider Qualifyings würden die Fahrer dann inklusive der Ein- und Ausfahrtrunden wieder auf die üblichen 12 Runden des alten Reglements sowie vier Qualifying-Zeiten kommen.

Doch hier setzt Bernie erneut bei seinen Mathematikfähigkeiten an und möchte nicht nur die vier Rundenzeiten addieren, sondern diese auch noch durch vier dividieren um so einen Mittelwert als Grundlage für die Startposition heranzuziehen.

WM-Punkte im Qualifying & Einführung von Strafgewichten?

Für diese erreichten Startpositionen möchte Ecclestone dann, wie schon oftmals verlangt, auch WM-Zähler vergeben, weshalb die Startränge 1 bis 6 jeweils absteigend sechs, fünf, vier, drei, zwei und einen WM-Punkt erhalten sollen. „Das wäre eine deutliche Aufwertung des gesamten Wettbewerbes,“ wird Bernie hierzu von unseren Kollegen der Sport Bild zitiert.

Da durch die Punktevergabe für die Top-6 im Qualifying die Kluft zwischen den Großen und den Mittelklasse-Teams jedoch wieder anwachsen würde, bringt Bernie an dieser Stelle erneut das leidliche und im Rahmen des Neun-Punkte-Plans heiß diskutierte Thema der Zusatzgewichte ins Spiel, welche er nach Angaben der Sport Bild angeblich für eben jene ersten sechs Piloten in der Startaufstellung verhängen möchte...

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